Ein ganz anderer Erntedank

Schon länger war allen klar, dass unter den momentanen Bedingungen der schöne Erntedank in Hausen bei Wills im Hof mit Kartoffelfest des Obst- und Gartenbauvereins dieses Jahr leider nicht möglich sein würde. Trotzdem wollten wir die Gelegenheit nicht verpassen DANKE zu sagen für alles, was wir haben und genießen können.

Da die Kindergruppen zurzeit eh in der Kirche stattfinden, bot sich an, die Vorbereitungen auch dort zu machen. In der Planung hofften wir noch, dass wir draußen feiern und so die Kinder mit Abstand ihre Erntedanklieder singen können. Doch kurz vorher wurde klar: Das Wetter wird schlecht und der Gottesdienst muss in die Kirche verlegt werden. Umso wichtiger war es dann, die zuvor draußen eingeübten Lieder mit den entsprechenden Bewegungen zu verbinden, damit auch die Kleinsten im Gottesdienst mitmachen konnten.

In der Woche vor Erntedank brachten alle Kinder Erntegaben mit und legten sie mit einem Dank vor dem Altar ab. Die Schulkinder arrangierten die Erntegaben zu einem wunderschönen Schmuck, gestalteten gemeinsam den großen Erntekranz und bereiteten sich darauf vor, im Gottesdienst ein Gebet zu sprechen. Die Kindergartenkinder bemalten Holzblumenstecker, die in von Birthe Steiß gespendete Pflanzen gesteckt wurden. Diese sollten von den Kindern gegen eine Spende für Brot für die Welt nach dem Gottesdienst verteilt werden.  Aufregung und Vorfreude war bei allen deutlich zu spüren!

Am Sonntag regnete es wie erwartet und es kostete etwas Mühe alle Kinder und Gottesdienstbesucher so zu setzen, dass die Abstandsregeln gewahrt blieben. Alle wurden  gebeten, den Mundschutz nicht abzulegen und mitten im Gottesdienst wurde mit Musik gelüftet. Nur einzelne Kinder durften singen (Rie Schöffmann und Lilly Volk, begleitet von Julius Schöffmann mit der Geige und Leonie Fay an der Orgel).

Das kräftige DANKE, das in Gebeten, Liedern, dem Anspiel von Birthe Steiß und Beate Korf und  in der Predigt von Pfarrer Teichmann erklang, wurde durch lachende Augen über den Masken und durch Gesten bekräftigt:

„Himmel, Erde, Luft und Meer, zeugen von des Schöpfers Ehr. Meine Seele singe du, bring auch jetzt dein Lob herzu!“

Diese Corona-bedingte Form des Erntedanks kam bei Allen gut an und es gab ein großes materielles DANKE: Aus „Blumen für Brot“ und Kollekte kamen 298 € für Brot für die Welt zusammen.

Text: Beate Korf

Der Kirchenvorstand leitet die Gemeinde – Kirchenvorstandswahl 2021

Der Kirchenvorstand leitet die Gemeinde

Das evangelische Gemeindeleben ist bunt und vielfältig. Die hauptamtlichen Mitarbeitenden der Kirchengemeinde gestalten gemeinsam mit den ehrenamtlich Engagierten das christliche Leben vor Ort. Nicht nur bei Gottesdiensten, sondern auch in den verschiedenen Gruppen und Angeboten wie den Konfirmandentreffen, den Nachmittagen für Kinder und Jugendliche oder Treffen für Senioren.

Die Leitung einer Kirchengemeinde hat in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) der Kirchenvorstand.

Zusammen mit dem Gemeindepfarrer trägt der Kirchenvorstand die Verantwortung für die Gemeindearbeit. Er leitet und prägt die Gemeinde, ist Impulsgeber und trifft Entscheidungen. 

Er entscheidet über theologische Fragen der Gemeinde, über ihre inhaltliche Arbeit und die Finanzen. Dazu gehören auch die Verwaltung der Gebäude und Grundstücke, die Personalverantwortung für die hauptamtlichen Mitarbeitenden und die Öffentlichkeitsarbeit.

Üblich ist eine monatliche, in der Regel nicht öffentliche Sitzung. Hier wird diskutiert und es werden Entscheidungen getroffen. Außerdem beteiligen sich Kirchenvorsteher und Kirchenvorsteherinnen an den Gottesdiensten und anderen Gemeindeaktivitäten.

Neben der Pfarrerin oder dem Pfarrer der Gemeinde besteht der Kirchenvorstand nur aus Ehrenamtlichen.

Entscheidungen im Kirchenvorstand werden demokratisch mit Mehrheit getroffen, jede Stimme hat gleiches Gewicht. Idealerweise finden sich unter den Vorstandsmitgliedern Menschen aus verschiedenen Alters- und Berufsgruppen wieder, damit die Interessen aller Gemeindemitglieder gut vertreten werden können.

Ihr gemeinsamer Auftrag ist, Menschen für den christlichen Glauben zu begeistern. Ihr gemeinsames Ziel ist die Verkündigung des Evangeliums. Sie sollen das christliche Leben vor Ort so fördern, dass viele Menschen sich davon angesprochen fühlen. Die besondere Rolle des Kirchenvorstands legt die Kirchenordnung der EKHN fest. In den Gemeinden der EKHN werden die Mitglieder des Kirchenvorstands jeweils für eine Amtsperiode von sechs Jahren von allen Gemeindemitgliedern ab 14 Jahren gewählt.

Die nächste Wahl in allen Kirchengemeinden findet am 13. Juni 2021 statt. 

Die Kirchenvorstände beschließen im September die Wahlvorschläge, das heißt die Liste mit den Kandidierenden. Mit der Veröffentlichung des Wahlvorschlags wird zur Gemeindeversammlung im Januar 2021 eingeladen, bei der sich alle Kandidierenden persönlich vorstellen.

Matthias Hartmann

Ihre Meinung ist gefragt

Mit der Kirchenvorstandswahl 2021 werden die Weichen für unser Gemeindeleben in den kommenden Jahren gestellt.

  • Was erwarten Sie von dem nächsten Kirchenvorstand?
  • Welche Schwerpunkte sollen in der Arbeit gesetzt werden?
  • Wollen und können Sie an der Gestaltung unseres Gemeindelebens mitarbeiten?
  • In welchen Bereichen würden Sie sich engagieren?
  • Wären Sie zur Mitarbeit im oder auch außerhalb des Kirchenvorstands bereit?

Über die Beantwortung einer oder aller Fragen in Gesprächen nach dem Gottesdienst oder in einer E-Mail an kirchengemeinde.garbenteich@ekhn.de oder kirchengemeinde.hausen@ekhn.de würden wir uns sehr freuen.

Gemeinsames Gemeindebüro geplant

Seit mehr als einem Jahr denken die Kirchengemeinden Albach, Garbenteich, Hausen mit Petersweiher, Steinbach und Watzenborn-Steinberg über mehr Zusammenarbeit nach.
Gottesdienste feiern wir schon länger miteinander: Diakonie-Gottesdienst, Hirtenandacht am 4. Advent, Himmelfahrt gemeinsam mit Watzenborn-Steinberg und am Pfingstmontag auf dem Schiffenberg (der in diesem Jahr wegen Corona leider ausgefallen ist).
Uns alle verbindet außerdem die Diakoniestation Fernwald Pohlheim, in der jede Kirchengemeinde vertreten ist. Die Pfarrer und Pfarrerinnen vertreten sich gegenseitig im Urlaubs- und Krankheitsfall.

Mehr Verwaltungsarbeiten

Ursprünglich haben wir nur ein gemeinsames Gemeindebüro der Gemeinden Garbenteich und Hausen geplant. Wir wünschen uns mehr Büroöffnungszeiten, aber auch mehr Arbeitszeit für die Gemeindesekretärinnen angesichts zahlreicher werdender Verwaltungsarbeiten. Die Bewältigung von Verwaltungsvorschriften, Verordnungen oder der Buchhaltung stößt an Grenzen.
Unsere Gemeinden Garbenteich und Hausen sind pfarramtlich verbunden. Die Verwaltungsaufgaben sind dieselben und mit Sabine Hickmann haben beide Gemeinden dieselbe Gemeindesekretärin. Was liegt also näher, als beide Büros zusammenzulegen?

Entscheidung bis Ende 2020

Bereits kooperierende Gemeindebüros in anderen Regionen machen die Erfahrung, dass ein gemeinsames Büro mehrerer Gemeinden effizienter Verwaltungsaufgaben erledigt. Nicht zuletzt können sich Gemeindesekretärinnen, die in einem gemeinsamen Büro zusammenarbeiten, im Krankheits- oder Urlaubsfall problemlos vertreten. Gleichzeitig werden Menschen, die über den telefonischen oder E-Mail-Service hinaus Beratung brauchen, häufiger einen Ansprechpartner finden.
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) gibt kooperierenden Gemeinden mehr Geld für Bürostunden in gemeinsamen Gemeindebüros.
Das gab den Anstoß.
Seit einem halben Jahr berät eine Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Kirchenvorstände der oben genannten Gemeinden sowie der Pfarrerinnen und Pfarrer die Möglichkeiten eines gemeinsamen Büros.
Bis Ende des Jahres wollen die Kirchenvorstände entsprechende Beschlüsse fassen. Wird es ein zentrales Gemeindebüro für die beteiligten Gemeinden geben? In welcher Gemeinde wird es angesiedelt sein? Das sind die zwei wichtigsten Fragen, die in den verbleibenden Monaten des Jahres beantwortet werden müssen.
Angelika Weis
Vorsitzende des Kirchenvorstands Garbenteich

Blumenwiesen statt Steinwüsten – Ferienspiele 2020 in Hausen

Ein buntes Programm boten auch dieses Jahr wieder die Ferienspiele in Hausen (siehe auch https://www.kirche-miteinander.de/termin/ferienspiele-die-schoepfung-erhalten/).

Hier nur einige Eindrücke von den Aktionen für die Kindergartenkinder („Müllwettsammeln auf dem Kuhberg – Wir krönen den/die Müllkönig/in“) und die Schulkinder („Die Welt, die uns umgibt – Wie sieht es denn hier aus??? Wir pflanzen im Kirchgarten“, „Mensch und Tier zusammen. Mit Johanna und ihren Hunden“ und „Upcycling? Was ist denn das?? Wir basteln jeder eine Pinnwand aus Korken“).

Mehr dann im nächsten Gemeindebrief! Und die Steinschlange an der Kirche darf gerne fortgesetzt werden!

Kindergartenkinder

Schulkinder

Bilder: Tessa Schäfer, Dana Bujard, Rie-Luise Schöffmann und Thekla Schulz-Nigmann

Zum „Geburtstag der Kirche“ wieder Gottesdienste

Pfingsten werden in Garbenteich (Pfingstmontag, 10 Uhr) und in Hausen (Pfingstsonntag, 10 Uhr) wieder Gottesdienste in der Kirche gefeiert, wenn auch mit Einschränkungen. Die Gottesdienste werden anders sein, als wir es bisher gewohnt waren.

Die Gemeinden müssen Vorkehrungen treffen, damit sich niemand infiziert. Leitgedanke ist, Abstand zu halten und in überschaubaren Gruppen zu feiern.

Hierzu setzen die Kirchenvorstände in Garbenteich und Hausen das Schutzkonzept der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) eigenverantwortlich um, das auf Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts basiert.

Um den notwendigen Mindestabstand von 1,5 bis 2 Metern nach allen Seiten zu gewährleisten, muss die Teilnahme an Gottesdiensten auf eine Höchstzahl von Besuchern beschränkt werden.

Einzunehmende Sitzplätze werden markiert sein. In Garbenteich stehen 20 Plätze zur Verfügung, in Hausen 15. Personen, die in einem Hausstand leben, können nebeneinander sitzen.

Die Vermeidung von Warteschlangen, die Wahrung des Abstands beim Betreten und Verlassen der Kirche und beim Aufsuchen der Plätze sowie die Einhaltung der ermittelten Höchstzahl an Personen werden durch Mitglieder des Kirchenvorstands sichergestellt. Vor und nach jedem Gottesdienst werden Türgriffe und Handläufe desinfiziert, und im Eingangsbereich der Kirche stehen Desinfektionsmittel für Sie bereit.

Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung wird dringend empfohlen. Vom gemeinsamen Singen der Gemeinde und von der Mitwirkung von Chören wird abgesehen.

Für Taufen und Trauungen gelten die gleichen Rahmenbedingungen wie für Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen. Es wird grundsätzlich empfohlen, Taufen in eigenen Gottesdiensten zu feiern.

Jeder Gottesdienstbesucher wird gebeten sich an die neuen Regelungen zu halten, um in Eigenverantwortung seine und die Gesundheit der anderen Gäste zu schützen.

Um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, ist es notwendig die Gottesdienstbesucher in einer Liste zu erfassen, die 14 Tage aufbewahrt werden muss.

Der Kirchenvorstand Garbenteich hat beschlossen, dies am Sonntagmorgen vor Ort zu regeln.

Der Kirchenvorstand Hausen bittet vorab bis freitags um eine Nachricht, wer den Gottesdienst besuchen möchte. Dies kann per E-Mail an gottesdienst-hausen@web.de  oder ab Mittwoch, 27. Mai,  mittwochs und freitags jeweils zwischen 18 und 20 Uhr  telefonisch unter 0641/45709 (Familie Korf) geschehen.

Falls in Hausen mehr Menschen den Gottesdienst besuchen wollen als Plätze vorhanden sind, feiert die Gemeinde um 18 Uhr einen zweiten Gottesdienst am selben Tag. Deshalb feiern wir nach Pfingsten in 14tägigem Rhythmus abwechselnd in Garbenteich und Hausen Gottesdienst. Zu allen Gottesdiensten sind – wie eigentlich schon immer und jetzt erst recht – die Mitglieder beider Gemeinden eingeladen.

Die Beschränkung der verfügbaren Plätze wird es vielleicht nötig machen, Besucher abzuweisen.

Wir würden das sehr bedauern und die Kirchenvorstände bitten schon im Voraus um Verständnis dafür. Diese Maßnahme ist den Gemeinden durch die schwierige Gesamtsituation in der Corona-Krise auferlegt. Die einzige Alternative wäre es, weiterhin ganz auf Gottesdienste in den Kirchen zu verzichten, und das wollen wir nicht. Die Kirchenvorstände sind sich bewusst, dass die Möglichkeit zum Feiern von Gottesdiensten wieder in Frage gestellt werden kann, wenn die Zahl von Infektionen zunimmt. Auch die jetzigen Anmelderegeln können sich nach den Erfahrungen der ersten Wochen noch ändern; wir informieren darüber immer aktuell in den Pohlheimer Nachrichten und auf unserer Webseite www.kirche-miteinander.de.

Auch in dieser Zeit ist Ihre Kirche für Sie da!

Liebe Gemeindemitglieder der Kirchengemeinden Garbenteich und Hausen!

„Wann kann ich meine Enkel wieder sehen?“ „Ich sorge mich, wohin das alles führt.“ „Ich bin so viel allein.“ „Wann können wir wieder gemeinsam Gottesdienst feiern?“

Das höre ich derzeit in vielen Gesprächen am Telefon.

Familien leiden, weil mancher Besuch nicht mehr stattfinden soll. Vereine stellt das Kontaktverbot auf eine harte Probe. Schließlich ist man doch im Verein, weil dort Gemeinschaft gelebt wird.

Aber: Abstand halten, um andere Menschen zu schützen, das ist Gebot der Stunde. Wie lange das noch gilt, kann im Moment niemand sagen.

Miteinander verbunden bleiben ist jetzt für unsere Kirchengemeinde eine große Herausforderung. Doch, auch in dieser Zeit ist Ihre Kirche für Sie da!

Telefonisch, zum stillen Gebet Einzelner in der Kirche, mit dem Glockenläuten und auch im Internet. Genaues lesen Sie weiter unten.

Ich schreibe Ihnen diesen Brief als Ihr Pfarrer und im Namen meiner Kollegin, Pfarrerin Marisa Mann, sowie der Kirchenvorstände. Wir wollen deutlich machen, dass niemand in dieser aufgewühlten Zeit vergessen ist, und dass wir weiter miteinander verbunden sind.

Vielleicht haben Sie es schon bemerkt, dass täglich um 18.00 Uhr die Glocken läuten. Sie tun das übrigens in ganz Pohlheim und auch in Gießen und allen Dörfern um Gießen herum.

„Macht die Fenster auf!“ ist eine Gemeinschaftsaktion der evangelischen und katholischen Gemeinden in der Region. Fenster aufmachen – Glocken hören – innehalten – aneinander denken – füreinander beten. Das Läuten gilt auch den Nachbarn, denen das Gebet vielleicht fremd ist.

Für uns Christinnen und Christen ist die Gemeinschaft im Glauben ein zentrales Element. Wir wissen, dass „wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind“, Christus unter uns ist. Auch wenn wir einander nicht sehen und miteinander Gottesdienste feiern können, dürfen wir uns zu dieser Zeit besonders verbunden wissen.

Das Glockenläuten drückt das bei allem Abstand auf unüberhörbare Weise aus.

Ich fühle mich – wie Sie wahrscheinlich auch – Familienmitgliedern verbunden, von denen ich gerade Abstand halten muss. Doch denke ich genauso an diejenigen, die in dieser belastenden Zeit für andere da sind, beispielsweise Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger, Polizisten, Verkäuferinnen, Lkw-Fahrer. Wir werden uns in diesen Tagen bewusst, wie wichtig sonst unterschätzte und unterbezahlte Berufe für uns alle sind.

Die große weltweite Krise kann – wie auch alle persönlichen Krisen – eine Chance sein, wirklich Wichtiges wertzuschätzen, mit einem freundlichen Blick, einem herzlichen Telefongespräch, praktischer Solidarität, gelebtem Zusammenhalt, überhaupt: Nähe im gebotenen Abstand!

Ich hoffe, dass wir das in dieser Corona-Zeit entdecken und dauerhaft wertschätzen lernen.

Ich höre und lese in diesen Tagen oft: Das Virus hält die Welt im Griff.

Bei aller Sorge und ängstlichen Gedanken halte ich daran fest:

Nein! Gott hält die Welt in seiner Hand!

Ich erkenne das in der Solidarität, die jetzt an vielen Stellen aufblüht:

Jugendliche bieten ihre Hilfe Menschen an, die nicht einkaufen gehen können.

Menschen musizieren auf der Straße, vor Pflegeheimen oder stellen Videos davon ins Internet, um anderen eine Freude zu bereiten.

Restaurants bieten frisches Essen kostenlos an für die, die sich kein Essen leisten können.

Eine Floristin stellt gebundene Sträuße vor ihr Geschäft und jeder, der vorbeikommt, darf sich einen nehmen.

Viele tröstende Worte, Andachten und Gottesdienste werden ins Internet gestellt, weil wir uns nicht in den Kirchen treffen können.

Für mich ist all das die Wirkung des göttlichen Geistes.

Nicht ein Virus hat uns in den Klauen, sondern wir sind in Gottes Hand!

Auch in dieser Zeit ist Ihre Kirche für Sie da!

1. Die Kirchen in Garbenteich und Hausen sind täglich für das stille Gebet von 16-18 Uhr geöffnet. (ab 4. April)

Es liegt eine Leseandacht aus. Ich bin donnerstags in Garbenteich und dienstags in Hausen anwesend und stehe zu einem Gespräch zur Verfügung, wenn Sie das wünschen.

2. Unsere Glocken rufen täglich um 18 Uhr zum Gebet.

3. Pfarrerin Mann und ich sind für Gespräche und bei Fragen telefonisch erreichbar:

Pfarrerin Mann: 06403 – 96 31 92 | Pfarrer Teichmann: 0641-58 17 00 99

4. Wenn Sie mir eine E-Mail schreiben, können wir Sie regelmäßig über das Gemeindeleben informieren: merten.teichmann@ekhn.de

5. Auf den Internetseiten der Evangelischen Kirche finden Sie Impulse, Gebete, Videoandachten und vieles mehr. Etwa bei: giessen-evangelisch.de (Internetseite des Evangelischen Dekanats Gießen). Dort können Sie sich auch unkompliziert für einen Newsletter eintragen, der Sie zumeist einmal wöchentlich auf Neuigkeiten im kirchlichen Leben aufmerksam macht. Über unser Gemeindeleben informieren wir Sie weiter unter:

kirche-miteinander.de

Ganz herzlich grüßen auch Pfarrerin Marisa Mann und die Kirchenvorstandsvorsitzenden

Angelika Weis (Garbenteich) und Stefan Brenne (Hausen).

Seien Sie behütet!

Ihr

Pfarrer Merten Teichmann

Hirtenandacht auf dem Schiffenberg

Zum mittlerweile festen Bestandteil „unseres Kirchenjahres“ gehört die Hirtenandacht auf dem Schiffenberg. 2019 luden dazu die Gemeinden Garbenteich, Hausen, Steinbach, Watzenborn-Steinberg und Wichern aus Gießen ein.

Schön, dass die Basilika wieder geöffnet ist und den zahlreichen Besuchern Schutz vor dem Wetter geboten hat. Auch die Glocke ertönte wieder.

Pfarrerinnen und Pfarrer der beteiligten Gemeinden trugen als Anspiel ein Stück über die Verheißung vor, die dann auch den Zweifler überzeugte.

Ein Posaunenchor mit Bläsern aus verschiedenen Kirchengemeinden begleitete die Lieder, die von Jung und Alt kräftig mitgesungen wurden.

Dann machte sich die Gemeinde mit Fackeln versehen auf den Weg zum wärmenden Feuer, wo die Andacht beendet wurde. Bei Tee und Keksen wurden viele Gespräche geführt, bis am Schluss nur noch ein paar einsame Helfer übrigblieben, die das Feuer bewachen mussten.

Ihnen und den vielen anderen fleissigen Händen sei ein herzliches Danke gesagt.

21. Adventstreff der evangelischen Kirche in Garbenteich

Die Fahne erinnert noch an die vergangenen Gedenktage mit der Aktion der EKHN zum Thema Trauer. Doch auf dem Kirchenvorplatz wird bereits die erwartungsfreudige Adventszeit eingeleitet: Es ist wieder Zeit für den Adventstreff am Samstag vor dem ersten Advent.

Viele fleissige Helfer haben Buden und Zelte aufgebaut, in denen nun original frisch importierte Thüringer Rostbratwurst, Burgmühler Schwarzbier, beides gespendet von Herrn Kissel, Kinderpunsch und Glühwein, frische Waffeln, handgestrickte Socken, selbstgebackene Weihnachtsplätzchen, weitere verschiedene Leckereien und viele schöne Geschenke angeboten werden.

Um 17:00 Uhr geht es zum Familiengottesdienst in die Kirche, wo bereits der Schulchor der Lückebachschule die Instrumente aufgebaut hat. Fröhlich erklingen die Lieder, und selbstverständlich warten alle schon gespannt auf „In der Weihnachtsbäckerei“. Dieser Klassiker gehört einfach dazu und wird von jüngeren und älteren Junggebliebenen gerne mitgesummt.

Mit dem Segen Gottes verlässt die Gemeinde die Kirche und schaut, was die draußen gebliebenen noch übrig gelassen haben.

Der Erlös des Adventstreffs kommt in diesem Jahr der Herberge zur Heimat in Naumburg e.V., die Angebote für Wohnungslose bereithält, der Aktion „Wünschewagen“ des Arbeiter-Samariter-Bundes, die Menschen in ihrer letzten Lebensphase Glück und Freude schenken möchte, und der eigenen Gemeinde zugute.

Ein herzliches Danke an Alle, die beim Auf- und Abbau, bei Verkauf und Logistik geholfen oder den Gottesdienst mitgestalten haben.

Der Pfarrer, der nicht aufgeben wollte und anders auf das Leben blickt

Merten Teichmann (54) wird zum 1. Februar 2020 neuer Pfarrer der Kirchengemeinden Garbenteich und Hausen. Der Seelsorger kämpfte in den zurückliegenden Jahren gegen die Folgen eines schweren Schlaganfalls vor sieben Jahren. Die Ärzte machten ihm und seiner Familie wenig Hoffnung. Jetzt hat seinen Beruf zurückerobert.

Er kennt Krisen im Leben, sagt Merten Teichmann. Doch das ist untertrieben. Es ist ein Abgrund, an dem er gestanden hat. Denn der Schlaganfall reißt ihn urplötzlich mitten aus dem Leben, aus der Familie und seiner geliebten Arbeit als „Dorfpfarrer“ in Rodheim-Vetzberg (Biebertal). Künstliches Koma nach dem Schlaganfall, danach Reha. Das sind die ersten Wochen. Der Rollstuhl droht und Ärzte sprechen von einem Pflegefall. Dass er jemals wieder seinen Arm und seine Hand würde benutzen, wieder klar denken und sprechen können, das scheint aussichtslos zu sein. Vom Dienst des Pfarrers würde er sich verabschieden müssen. Die Mediziner rechnen nicht mit seinem Gottvertrauen und seinem unglaublichen Willen. Und der Stärke seiner Frau Susanne, die das Leben der Familie nun zusammenhält und trägt. Ihre Kinder, Zwillinge, sind mitten in der Pubertät.

Geboren wurde Pfarrer Teichmann in Göttingen. Nach dem Abitur in Mainz, dem Zivildienst im Evangelischen Dekanat Oppenheim studierte er Theologie in Marburg, Bern und Bonn. Das Leben hat er damals schon aus anderen Perspektiven wahrgenommen. Seine ersten Erfahrungen in der Arbeitswelt machte er außerhalb der Kirche. Nach dem Studium war er Pflegehelfer in einer Bonner Klinik. Das Vikariat absolvierte in Bad Homberg. Im Spezialvikariat, der zweiten praktischen Ausbildungsphase für Pfarrer, ging er in die Personalabteilung der Degussa-Bank in Frankfurt. In seinem Probedienst als Pfarrer war er neben der gemeindlichen Arbeit ebenfalls in Bad Homburg mit einer halben Stelle bei der Jugendberufshilfe der Stadt angestellt.

Seelsorgerliche Gespräche, Menschen Zuhause besuchen, am Leben der Vereine und Gruppen im Dorf teilhaben, davon schwärmt Merten Teichmann heute noch immer und sieht die neue Stelle im pfarramtlich verbundenen Garbenteich und Hausen als Glücksfall. In Rodheim unter der Burg Vetzberg, nahe des Dünsbergs, war er zehn Jahre Gemeindepfarrer.

Schon bald nach der Reha will der Pfarrer so schnell wie möglich zurück ins Leben und ins Pfarramt. Doch die körperlichen Einschränkungen sind groß. „Nach dem schweren Schlaganfall bin ich nicht mehr beziehungsweise noch nicht in der Lage, diese volle Stelle mit ihrer Komplexität und den formal 54 erwarteten Wochenstunden auszufüllen.“ So verabschiedet er sich 2014 wehmütig aus der Rodheimer Gemeinde. Seine Vorgesetzten in der Kirche wollen ihn schützen und schonen, verhindern, dass er sich übernimmt und Rückschläge und Enttäuschungen erleidet. Vermutlich haben auch einige nicht an seine Gesundung glauben können. Und können seine Stelle nicht unbesetzt lassen.

Er wird in den Wartstand versetzt, d.h. die Familie bekommt weniger Geld. Eine existenziell bedrohliche Situation. Aus dem Pfarrhaus müssen sie ausziehen, weil die Pfarrstelle neu besetzt wird.

Zugleich erfährt er viel Unterstützung von Kollegen, von Dekan Frank-Tilo Becher und Propst Matthias Schmidt, auch nahen Freunden und erstklassigen Therapeuten, sagt Teichmann. Mit ihnen allen, und vor allem mit der Frau an der Seite, hat es sich leichter gekämpft.

Wenn Teichmanns Mitte Januar das Hausener Pfarrhaus beziehen, kommen die Umzugskisten aus Grüningen, wo die Familie in den letzten Jahren gewohnt hat. Von dort aus mühte sich der Pfarrer, der nicht aufgeben wollte, in das Berufsleben zurück. Wie ein Berufsanfänger hospitiert der 40-jährige 2015, drei Jahre nach dem Schlaganfall, bei der Klinikseelsorge in Gießen und bildete sich in Klinischer Seelsorge fort. Und hört nicht auf, Vorgesetzte von seiner Gesundung überzeugen zu wollen. Schritt für Schritt kehrt er in den Dienst zurück. 2016 wird er mit wenigen Stunden zunächst für die Seelsorge im St. Josefskrankenhaus beauftragt. Schon ein Jahr später, fünf Jahre nach dem Schlaganfall, kann er eine halbe Seelsorger-Stelle übernehmen.

Im Uniklinikum begleitet und tröstet er schwerkranke Menschen auf der Krebs-Station. Als er zu Beginn des Jahres 2019 mit einer halben Stellen in der Stephanus-Gemeinde in der Gießener Weststadt anfängt, hat er eine weitere Hürde genommen. Noch bleibt er im Wartestand. Noch bleiben Zweifel. Zwar kann er wieder Tischtennis und Klavier spielen oder Auto fahren, doch sein Konzentrationsvermögen und die Fähigkeit vor einer lauten Geräuschkulisse etwa in der Schule oder in einem Kirmes-Zelt Gespräche zu führen, bleiben eingeschränkt.

Und doch stockt er weiter auf. Bis auf 100 Prozent. Im August 2019 übernimmt er in der Kirchengemeinde Lang-Göns eine weitere halbe Stelle.

Jetzt haben ihm Ärzte und Therapeuten das okay gegeben. Pfarrer Teichmann kehrt aus dem Wartestand zurück. Obwohl er ein bedächtiger und bescheidener Mann ist, sagt er frei heraus: „Darauf bin ich stolz!“ In den zurückliegenden Jahren hat er erfahren, dass er anderen Menschen, die in Grenzbereiche des Lebens gelangten, Hoffnung geben kann. Er hat einen veränderten Blick auf das Dasein, auf Krankheit Angst, Enttäuschung, Sorgen und die Kraft Gottes.

Merten Teichmann geht mit dem Schicksalsschlag offensiv um. Vielleicht war das ausschlaggebend für seine Gesundung. „Das Entscheidende war bestimmt der unbedingte Wille, wieder in den Beruf zurückzukehren, in dem ich so viele Jahre mit Leib und Seele gearbeitet habe. Die Seele war wohl immer soweit und hat dann den Leib mitgezogen, wenn man das so ausdrücken kann.“

Der Autor, Matthias Hartmann, kennt Merten Teichmann seit 2005, hat mit ihm eine Spendenkampagne für die Sanierung des Rodheimer Kirchendaches organisiert und hat seit 2012 beobachtet, wie Merten Teichmann gekämpft und neue Kraft gewonnen hat.

Pfarrer Merten Teichmann wird am Sonntag, 16. Februar, 14 Uhr, von Dekan André Witte-Karp in der Kirche von Hausen in sein Amt eingeführt.

Pilgern auf Luthers Spuren

Welchen Weg Luther auf dem Rückweg von Worms 1521 genommen hat, ist in unserer Region nicht klar. Die kleine Gruppe, die sich am 7. September auf den Weg machte, hatte sich jedenfalls für einen Teil der Ostroute von Wölfersheim nach Hungen entschieden und war wild entschlossen, den wenig erfreulichen Wetteraussichten zu trotzen. Pilgern ist halt mehr als Wandern.

Klimafreundlich mit dem öffentlichen Personennahverkehr unterwegs, war in Hungen zwischen Bahn und Bus erstmal 1,25 Stunden Zeit, sich in der Kirche mit dem 139. Psalm einzustimmen.

Die kleine Kapelle bot einen schönen Rahmen dafür, und danach war sogar noch Gelegenheit für einen Blick ins Hungener Schloß.

Inzwischen – endlich in Wölfersheim angekommen – war es Mittag geworden und da kam der Wöfersheimer See gerade recht für eine Rast zur körperlichen und geistigen Stärkung.

Frisch ging es sodann weiter über die großen Felder der Wetterau, die einen eher an einen Spruch aus dem 31. Psalm erinnern: Du stellst meine Füße auf weiten Raum:

Etwa nach halbem Weg erreichte die Gruppe Berstadt, wo Luther 1521 großes Aufsehen erregt haben soll. Das konnte man von uns nicht sagen, aber wir waren sehr dankbar, im Gemeindehaus eine offene Tür und einen warmen Raum in der Behilfskirche – die richtige wird gerade renoviert – zu finden. Vielen Dank für diese Gastfreundschaft – und es gab sogar Pilgerkreuze zum Selberbasteln – die Gelegenheit konnten wir nicht auslassen:

Vorbei ging es dann an Seen, die Luther gewiss noch nicht gesehen hat nach Hungen, wo wir dann müde in den Zug nach Garbenteich steigen konnten.

Zwischendurch gab es jedoch noch nachfolgendes Naturspektakel zu sehen. „Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?“
Also zahlenmäßig waren wir es hier nicht, aber wir freuen uns auf den nächsten Pilgersamstag!