Pilgern auf Luthers Spuren

Welchen Weg Luther auf dem Rückweg von Worms 1521 genommen hat, ist in unserer Region nicht klar. Die kleine Gruppe, die sich am 7. September auf den Weg machte, hatte sich jedenfalls für einen Teil der Ostroute von Wölfersheim nach Hungen entschieden und war wild entschlossen, den wenig erfreulichen Wetteraussichten zu trotzen. Pilgern ist halt mehr als Wandern.

Klimafreundlich mit dem öffentlichen Personennahverkehr unterwegs, war in Hungen zwischen Bahn und Bus erstmal 1,25 Stunden Zeit, sich in der Kirche mit dem 139. Psalm einzustimmen.

Die kleine Kapelle bot einen schönen Rahmen dafür, und danach war sogar noch Gelegenheit für einen Blick ins Hungener Schloß.

Inzwischen – endlich in Wölfersheim angekommen – war es Mittag geworden und da kam der Wöfersheimer See gerade recht für eine Rast zur körperlichen und geistigen Stärkung.

Frisch ging es sodann weiter über die großen Felder der Wetterau, die einen eher an einen Spruch aus dem 31. Psalm erinnern: Du stellst meine Füße auf weiten Raum:

Etwa nach halbem Weg erreichte die Gruppe Berstadt, wo Luther 1521 großes Aufsehen erregt haben soll. Das konnte man von uns nicht sagen, aber wir waren sehr dankbar, im Gemeindehaus eine offene Tür und einen warmen Raum in der Behilfskirche – die richtige wird gerade renoviert – zu finden. Vielen Dank für diese Gastfreundschaft – und es gab sogar Pilgerkreuze zum Selberbasteln – die Gelegenheit konnten wir nicht auslassen:

Vorbei ging es dann an Seen, die Luther gewiss noch nicht gesehen hat nach Hungen, wo wir dann müde in den Zug nach Garbenteich steigen konnten.

Zwischendurch gab es jedoch noch nachfolgendes Naturspektakel zu sehen. „Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?“
Also zahlenmäßig waren wir es hier nicht, aber wir freuen uns auf den nächsten Pilgersamstag!

Einführung der neuen Konfis

Nach dem Konficamp geht es noch mal so richtig los für die Konfirmanden. Sie werden der Gemeinde vorgestellt – schließlich sitzen sie ja jetzt ein knappes Jahr – und hoffentlich auch noch länger – regelmäßig im Gottesdienst.

Im Konficamp treffen sich die Konfis aus den unterschiedlichen Gemeinden des Dekanats und haben vier intensive Tage mit Spiel, Spaß und Nachdenken miteinander. 2019 ging es um das Motto „Du bist frei. Träum weiter!“.

Die Gemeinden konnten im Einführungsgottesdienst mit einem Film am Camp teilhaben und Pfarrerin Marisa Mann berichtete unter anderem in der Predigt von einigen Eindrücken und Ergebnissen.

Mehr Infos zum Konficamp 2019 gibt es hier. Und wer den Film verpasst hat – hier kann man ihn sehen:

Einladung zu den Erntedankgottesdiensten

Beide Gemeinden haben ihre eigene Tradition, Erntedank zu Feiern – und das Schöne ist – man kann es zweimal tun! Und zwar am

Samstag, 28. September 2019, 14:00 Uhr auf dem Hof der Familie Will, Ernst-Steiner-Straße 15 in Hausen
anschließend Kartoffelfest mit Kaffee, Kuchen und später herzhaften Speisen rund um die Kartoffel

und am

Sonntag, 29. September 2019, 11:00 Uhr in der Kirche in Garbenteich
anschließend Mittagessen im Gemeindehaus

Fern der Heimat – und wo sind Milch und Honig? Das Kindermusical 2019 nicht nur über den Auszug aus Ägypten

Das diesjährige Kindermusical – eine Welturaufführung mit der Musik von Johanna Korf und dem Text von Beate Korf – war erneut ein Augen- und Ohrenschmaus, bei dem es trotz der durchaus ernsten Thematik auch viel Situationskomik zu Lachen gab.

Ausgehend von einem handfesten Schulhofstreit zwischen Kindern ohne, mit und auch zwischen Kindern mit Migrationserfahrung, um Fleiß, Lernerfolg, Religion, Vorurteile und gegenseitige Vorwürfe, versucht die Religionslehrerin mit einer alten Geschichte Verständnis füreinander zu wecken.

Der Auszug der Israeliten aus Ägypten ist natürlich eine DER Geschichten, die für soviel Aspekte auch heutiger Fluchtgründe und Fluchterfahrungen exemplarisch ist.

Das Volk Israel leistet Sklavenarbeit zum Aufbau der Pyramiden

Angetrieben von Auspeitschern müssen die Israeliten beim Aufbau der Pyramiden Sklavenarbeit leisten – die Lage ist unerträglich. Da tritt Moses auf den Plan und fordert unter Androhung der Plagen den Pharao auf, sein Volk freizulassen – und kaum lehnt dieser ab, regnet es Frösche von der Empore (durchaus zur Erheiterung des Publikums). Es folgen weitere Plagen – der Ausgang ist bekannt: erst als es zum Äußersten, dem Tod aller Erstgeborenen kommt, darf das Israel wegziehen.

Moses führt sein Volk aus der Gefangenschaft

Doch nach dem Weg durch das Rote Meer beginnt die Flucht anstrengend zu werden und das Volk murrt und sehnt sich nach den Fleischtöpfen Ägyptens zurück. Aber Gott sorgt mit Wachteln für die Israeliten, und als es auch noch Manna gibt, haben die Israeliten den Mund so voll, dass das Musical zum Amusement aller Anwesenden erst nach dem Herunterschlucken weitergehen kann.

Moses erklärt seinem Volk die zehn Gebote

Moses erklärt seinem Volk die zehn Gebote, doch als er auf den Berg Sinai geht, um mit Gott zu reden, verlieren die Israeliten die Führung und beten das goldene Kalb an.

Moses zerdeppert wütend die Gesetzestafeln

Moses schmeißt bei der Rückkehr wütend die Gesetzestafeln zu Boden, legt aber ein gutes Wort bei Gott ein, und die Israeliten ziehen noch viele Jahre durch die Wüste, ehe sie in das Land Kanaan, in dem Milch und Honig fließen dürfen.

Und hier kehrt die Geschichte zurück in die Schule. Die Kinder sind beeindruckt, hören auf einmal Anderen zu und entdecken, dass es in ihren Religionen viele Gemeinsamkeiten gibt. Sie beschließen, zusammen ein Fest zu gestalten.

Das Publikum applaudiert anhaltend und dankt so den Mitwirkenden und dem Team. Das Thema Flucht und die Erwartungen an eine neu Heimat ist gelungen umgesetzt. Besonders ist anzumerken, dass Kinder aus ganz verschiedenen Religionen mitgewirkt haben.

Und anschließend gibt es tatsächlich das beschlossene Fest bei bestem Wetter vor der Kirche, zu dem viele weitere helfende Hände viele Leckereien vorbereitet haben.

Das Musical wurde in einer Woche Ferienspiele mit Birthe Steiß und den Teamern Rie und Julius Schöffmann einstudiert.  Die Kinder haben täglich von Sonntag bis Samstag drei Stunden geprobt, und die Kindergartenkinder hörten bereits in der ersten Ferienwoche zwei Stunden täglich die Geschichte von Moses und haben die Refrains der Lieder einstudiert – ein tolles Engagement.

Kirche ist, wo Menschen feiern …

… zum Beispiel auf dem Dorffest in Garbenteich. Bereits ab halb neun zieht die Burschen- und Mädchenschaft mit Zugmaschine und Wagen zu lauter Musik los und wirft das Dorf aus den Federn, denn um 10:30 Uhr soll es weitergehen mit dem Feiern – zunächst mit einem Gottesdienst im Zelt.

Pfarrer Paulmann entwickelt an einer Geschichte über die verschiedenen Sichtweisen von Tieren auf das Leben die Vielfalt menschlichen Lebens mit seinen Höhen, Tiefen und letztendlich dem Blick auf die Ewigkeit.

Die Glocken kommen zwar vom Band und auch die Orgel ist zu groß, um eingepackt zu werden, aber die Altargegenstände sind vor Ort und die Organistin kann auch aus dem Keyboard schöne Töne zu den bekannten Liedern zaubern, zu denen selbst die selteneren Gottesdienstbesucher problemlos mitsingen können. Wo Christen in Gottes Namen zusammenkommen braucht es nicht mehr.

Sommerkirche ist „Kirche miteinander“

Eine besondere Zeit im Jahr ist die Zeit in und um die Sommerferien. Während viele in den Urlaub fahren, feiern die beiden Gemeinden zusammen Gottesdienst.

Dank der dörflichen Feste wie das Hüttenfest in Hausen oder das Dorffest in Garbenteich sind es häufig besondere Gottesdienste an den Orten, an denen auch gefeiert wird. Oder es ist ein Gottesdienst zum Mitgehen. Oder es die Aufführung eines Musicals, das die Kinder in der Ferienzeit geprobt haben.

Zum Hüttenfest 2019 predigte Pfarrer Paulmann in der schönen Natur um die Albert-Schwarz-Hütte herum über den Garten Eden und über unsere heutigen Gärten. Da konnte natürlich das ausgehende Herz, das Freude sucht, nicht fehlen, und damit die Vielfalt der Natur sich auch in den Hausgärten (wieder) entwickeln kann, empfahl er wilde Ecken einzurichten. Jeder bekam ein Päckchen Samen und so hoffen wir, dass Biene und Co nächstes Jahr wieder reichhaltig Futter finden.

Bibel auf – hereinspaziert: Sommerfest mit dem „Lernraum“

Das Sommerfest wurde von der Kinder- und Jugendarbeit zusammen mit dem Lernraum Pohlheim und den dort aktiven Flüchtlingshelfern und Frau Graf-Lutzmann von der Diakonie veranstaltet.

Es gab ein supertolles Buffet, zu dem viele Menschen etwas beigetragen haben. Begonnen wurde mit einem gemeinsamen Lied und der Eröffnung des Büffets. 

Um 15.30 begann das Kinderprogramm mit Spielen im Garten:

  • Teebeutelweitwurf,
  • Wasserbombenzielwerfen
  • Schokokusswettessen ohne Hände u.v.m.

Auch der Fallschirm kam zum Einsatz.

Fallschirmspiel

Zum Abschluss bekam jedes Kind einen Welt-Wasserball und es wurde noch gemeinsam mit den Eltern ein Lied gesungen.

Lied mit dem Weltwasserball

(Text: Beate Korf, Bilder: Katrin Behlen)

Endlich konfirmiert!

Zwei Wochen nach dem Vorstellungsgottesdienst am 19. Mai ist es soweit. Pfarrerin Marisa Mann, die zu Konfirmierenden und die Kirchenvorstände von Garbenteich und Hausen ziehen feierlich unter Orgelmusik in die Hausener Kirche ein.

Nicht zuletzt Dank der Begleitung des Kinder- und Jugendchors unter der Leitung von Frau Dr. Korf und Frau Steiß wird es bei aller Feierlichkeit auch ein sehr fröhlicher Gottesdienst, von dem eine Facebook-Besucherin anlässlich der Bilder meint „so wären viele auch gerne konfirmiert worden… so locker und mit Spaß“.

Ein „versehentlich mitgenommener“ Schlüssel zum Tagungsraum der Jugendherberge sorgt in der Dialogpredigt für den Übergang zur Geschichte von Petrus und dem Schlüssel zum Himmelreich.

Nach der Segnung mit vielen auch weniger oft gehörten Mutworten und der Ansprache des Kirchenvorstands wird das Abendmahl gefeiert. Statt sich wie sonst zum Abschluss die Hände zu reichen, legen sich die Konfirmierten gegenseitig die Hände auf die Schulter. Ein starkes Bild, was vielleicht auch Ausdruck des intensiven gemeinsamen Jahres ist, von dem manche nun auch ein bisschen mit Wehmut Abschied nehmen.

Konfirmandinnen und Konfirmanden 2019 mit Pfarrerin Marisa Mann

Wer mehr Bilder sehen möchte, die wie alle von Matthias Hartmann bereitgestellt wurden, kann sich folgendes Youtube-Video ansehen.

Ich, mein Smartphone und Gott! Das, woran mein Herz hängt!

Eines der aufregendsten Ereignisse in der Konfirmandenzeit ist sicher der Vorstellungsgottesdienst. Das öffentliche Sprechen liegt oder liegt noch nicht jedem, und dann noch auch noch vor der Gemeinde! Zeigen, dass man gereift ist und gelernt hat, selbständig Lebens- und  Glaubensthemen aufzubereiten und damit einen Gottesdienst von Begrüßung bis Segen eigenständig zu gestalten ist schon eine tolle Leistung und ich denke, auch die Gemeinde ist jedes Mal gespannt.

Dieses Jahr bildete den Auftakt ein Gemälde von Ferdinand Georg Waldmüller aus dem 19. Jahrhundert, auf der eine junge Frau mit Smartphone zu sehen ist.

Die Konfirmanden 2019 gestalten den Vorstellungsgottesdienst

Nun, die Auflösung dieses Rätsels wurde schnell gegeben – beileibe keine Science Fiction aus dem Jahr 1860. Aber das Thema war gesetzt und die Brücke schnell zu dem geschlagen, woran das Herz hängt: Was ist mir wichtig? Was ist gut an meinem Smartphone, was schlecht? Wie sehe und kommuniziere ich mit Gott? Das Smartphone spielt eine enorme und vielfach positive Rolle in der Kommunikation, aber während die positiven Nachrichten auch mal von Angesicht zu Angesicht kommuniziert werden, werden schlechte bis hin zu Hassäußerungen elektronisch verpackt. Und was ist mit der Verantwortung für die vielfach menschenrechtsverletzenden Arbeitsbedingungen, unter denen die Rohstoffe für die Produktion gewonnen und auch die Smartphones produziert werden? Warum muss ich regelmäßig ein neues Gerät kaufen, weil die Apps nicht mehr laufen? Was passiert mit dem ganzen Schrott?

Bild aus dem Vorstellungsgottesdienst 2019

Mit der Frage, ob das Smartphone nicht das goldene Kalb der heutigen Zeit ist, wurde die Brücke zum Lesungstext geschlagen. Moses als der, der für sein Volk mit Gott redet – den direkten Draht gab es nicht? Jedenfalls wird das Volk Israel während der 40 Tage der Abwesenheit von Moses auf dem Berg Horeb komplett orientierungslos, vergisst seinen Gott und nur mit Überredungskunst kann Moses Gott davon abhalten, sein Volk zu vernichten. Da darf doch wohl die Frage erlaubt sein, wie es gewesen wäre, wenn Moses damals ein Smartphone gehabt hätte? Hey, ich rede gerade mit big G!

Ökumenischer Gottesdienst anlässlich des 140-jährigen Jubiläums des Gesangvereins Victoria

Als ob das schon lange geplant gewesen wäre – so passend zur aktuellen Aktion „Schlüsselmusik“ der EKHN feierte der Garbenteicher Gesangverein Victoria sein 140-jähriges Jubiläum unter anderem mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Sport- und Kulturhalle Garbenteich.

„Kirche miteinander“ bekommt so noch mal neue Seiten – miteinander auch die Konfessionen – zum Miteinander im Dorf gehören die Gesangvereine, die auch immer wieder unsere Gottesdienste bereichern. Und mit uns der Posaunenchor der Michaelsgemeinde Wieseck, dessen festlicher Klang einen würdigen Rahmen bildete.

Das Vorbereitungsteam hatte dem Anlass entsprechend Texte zur Musik aus dem alten und neuen Testament herausgesucht, die Pastoralassistentin Dr. Stefanie Völkl und Prädikant Dr. Stefan Brenne vertieften.

Natürlich ging es um Psalmen, die häufig zum Lobe Gottes klingen. Aber auch die heilsame Wirkung von Musik ist in der Bibel beschrieben:

„Wenn nun der Geist Gottes über Saul kam, nahm David die Harfe und spielte darauf mit seiner Hand. So erquickte sich Saul, und es ward besser mit ihm, und der böse Geist wich von ihm.“

Zufall, dass genau dieser Text an diesem Tag das Bildmotiv der „Schlüsselmusik“-Aktion bildete?

Sicher haben angesichts des anschließenden Frühschoppens auch alle die Mahnung im Brief des Paulus an die Epheser verstanden:

„Berauscht euch nicht mit Wein – das macht zügellos -, sondern lasst euch vom Geist erfüllen! Lasst in eurer Mitte Psalmen, Hymnen und geistliche Lieder erklingen, singt und jubelt aus vollem Herzen dem Herrn!“