Gemeindebrief Frühjahr 2015

Titelseite des Gemeindebriefes Frühjahr 2015
Titelseite des Gemeindebriefes Frühjahr 2015

Neue Wege zur Kirche. Das ist das Motto zur Neugestaltung der Außenanlage an der Hausener Kirche. Die alten Wege dort sind inzwischen regelrechte Stolperfallen. Da ist schnell mal jemand hingefallen. Der Anblick ist auch nicht mehr schön. Und gehbehinderte Menschen werden durch die Treppen gleich ganz ausgesperrt. Deshalb: Neue Wege zur Kirche brauchen wir. Damit wir guten Gewissens auch alle einladen können zur Kirche.

Denn neue Wege zur Kirche brauchen wir auch im übertragenen Sinn: Wege, die es attraktiv machen, zur Kirche zu kommen. Einladende Wege, auf denen man gerne unterwegs ist, am besten miteinander. Schließlich ist Kirche mehr als nur ein Haus aus Stein. Kirche sind alle Menschen, die in Gottes Namen unterwegs sind. Christen, die etwas in dieser Welt bewegen und erreichen wollen. Gemeinden, die sich für die Stärkung des christlichen Abendlandes einsetzen, indem sie sich um alle Menschen kümmern. Sie sind für die eigenen Gemeindeglieder genauso da wie für Flüchtlinge. Sie begleiten Asyl-Suchende und geben an Hungrige Essen aus. Ohne Rücksicht auf Glaube oder Herkunftsland.

Christliche Kirche ist die Gemeinschaft all der Menschen, die auf Gott hören. Denen wichtig ist, was Gottes Sohn Jesus Christus verkündigt hat. Die sich ermutigen lassen durch Gottes Heiligen Geist. So dass sie sich trauen, neue Wege auszuprobieren. Dass sie auch mal unorthodoxe Möglichkeiten in Betracht ziehen. – Immer im Vertrauen darauf: Gott selbst ist in seiner Kirche am Wirken. Gott steht seinen Menschen bei. Gott geht mit und oft genug auch voran.

Deshalb können wir uns trauen, ab und zu neue Wege zu beschreiten. Und damit es die richtigen Wege sind, brauchen wir auch neue Wege zur Kirche. Für uns und für andere auch. Wege, die Kirche wieder leichter erreichbar machen. Wege, die einladen, in der Kirche mal wieder vorbeizuschauen. Denn in der Kirche kommt Gottes Wort zur Sprache. Da ist von Möglichkeiten die Rede, mit Leid und Schuld umzugehen. Es ist Gottes Meinung zu hören zu Flucht und Vertreibung.
In der Kirche können wir erproben, wie uns Gottes Liebe und Vergebung weiter helfen. Das tut unserem Leben gut. Dann müssen wir nicht mehr gegen alles protestieren, was wir nicht kennen und verstehen. Dann können wir miteinander auch unsere Angst oder Ohnmacht aushalten. Wir wissen, dass Gott sich kümmert.

Ja, wir brauchen neue Wege: Brücken, die die Gräben zwischen uns Menschen überspannen können. Wege, die einladend sind und die wir gerne miteinander beschreiten wollen. Und darum auch: Neue Wege zur Kirche. – Das gehen wir zusammen an.
So haben wir es ja auch schon oft gemeinsam gesungen. Mit dem Lied Nr. 395 in unserem Gesangbuch. Den Text hat Klaus Peter Hertzsch formuliert:
1. Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist,
weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wandern heißt.
Seit leuchtend Gottes Bogen am hohen Himmel stand,
sind Menschen ausgezogen 
in das gelobte Land.
2. Vertraut den neuen Wegen und wandert in die Zeit!
Gott will, dass ihr ein Segen für seine Erde seid.
Der uns in frühen Zeiten das Leben eingehaucht,
der wird uns dahin leiten,
wo er uns will und braucht.
3. Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt!
Er selbst kommt uns entgegen. Die Zukunft ist sein Land.
Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit.
Die Tore stehen offen.
 Das Land ist hell und weit.


Auch die Brücke auf dem Titelbild ist ein neuer Weg: Gebaut zur Bundesgartenschau 2007 auf dem Gebiet des ehemaligen Uran-Tagebaus in Ronneburg. „Drachenschwanz“ wird die Brücke genannt. Sie ist eine der längsten Holzbrücken Europas. Und sie lädt nicht nur ein, darüber zu laufen, sondern sie sieht auch einfach schön aus.

Ihr Andreas Specht

Weitere Inhalte aus dem Gemeindebrief:
Neue Wege zur Kirche
Weil Menschen Menschen brauchen
Seelsorge im Gefängnis
1. Hausener Pflanzentauschmarkt
u.v.m.

Gemeindebrief Winter 2014/2015

Titelseite des Gemeindebriefes Winter 2014/2015
Titelseite des Gemeindebriefes Winter 2014/2015

Liebe Gemeindeglieder!
Liebe Leserin! Lieber Leser!

Als klar war, dass ich die Stelle des Stadtjugendpfarrers für das Dekanat Gießen übertragen bekäme, war noch nicht ganz abzusehen, ab wann ich den neuen Dienst beginnen würde. Ich war sehr froh, als sich herausstellte, dass der Dienstbeginn auf den 1.1.2015 festgelegt wurde.
Denn das heißt für mich, noch einmal die Möglichkeit zu haben, Advent und Weihnachten in den Gemeinden Watzenborn-Steinberg, Garbenteich und Hausen/Petersweiher erleben und gemeinsam feiern zu können.
Ich habe in den letzten zehn Jahren unwahrscheinlich gerne Advent und Weihnachten in den drei Gemeinden gefeiert. Ich habe in unseren gemeinsamen Adventsandachten, den Hausabendmahlsfeiern, der Hirtenandacht und den Advents- und Weihnachtsgottesdiensten erlebt, wie persönlich die Botschaft der Weihnacht Menschen berühren kann. Die Botschaft des Engels an die Hirten auf dem Feld während ihrer Nachtschicht ist für mich einer der Höhepunkte dieser zusammen erlebten Wochen. „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“

„Fürchtet euch nicht!“ Diese Botschaft hören die Hirten in ihrem Alltag, während der Arbeit, mitten in der Nacht.
Diese Botschaft gilt auch heute noch jeder und jedem einzelnen von Ihnen und euch ganz persönlich. Sie wird Jahr für Jahr, Tag für Tag in die je eigene Lebenssituation hineingesprochen. Garant dieser Botschaft ist das Kind in der Krippe, aus dem ein Mann wurde, der vorgelebt hat, was es heißt, den einzelnen wahrzunehmen, so anzunehmen, wie er oder sie ist und der mit seiner Botschaft Veränderung in persönlichen Lebenssituationen herbeigeführt hat.

Es ist ein großes Privileg diese Botschaft öffentlich verkündigen zu dürfen: Der Frau, die sich erst kürzlich von ihrem Mann verabschieden musste; den Kindern, die wegen einer Scheidung Papa und Mama nur noch getrennt sehen können; dem Jugendlichen, der dem Schuldruck nicht mehr gewachsen ist; dem Mann, der seine Arbeitsstelle verloren hat; dem Ehepaar, in dessen Beziehung es ziemlich heftig kriselt; dem Kranken, der nicht weiß, wohin ihn seine Krankheit noch alles führen wird; der Sterbenden, die sich auf ihren Tod vorbereitet. All denen wird von Gott her gesagt: „Fürchtet euch nicht!“ Er sagt das nicht beiläufig und oberflächlich, sondern er wendet sich uns allen persönlich zu, er begleitet unseren Alltag und schenkt neu Perspektive.

Dieses „Fürchtet euch nicht!“ ist aber auch allen anderen gesagt, die das Leben gerade als wunderschön und positiv erleben. Denn hinter diesen drei Worten steckt eine Kraft, aus der heraus ich das Leben in vollen Zügen genießen darf.

Die Botschaft des Advents und der Weihnacht erinnert uns aber auch daran, unseren Nächsten nicht zu vergessen. Sie macht uns darauf aufmerksam, Verantwortung für Andere zu übernehmen, hier vor Ort, aber auch über unsere eigenen Kirchtürme hinaus. Sie gilt den Flüchtlingen dieser Welt, den Opfern von Gewalt und Terror, den Benachteiligten und Vergessenen. Dazu will uns das Kind in der Krippe, selbst ein Flüchtlingskind, an Weihnachten und darüber hinaus erinnern.

Ich freue mich darauf, mit Ihnen und euch unsere Andachten und Gottesdienste auch in diesem Jahr noch gemeinsam feiern zu dürfen. Lassen Sie sich/lasst euch daher nochmals ganz besonders einladen diese zu besuchen.

Mit den besten Wünschen für eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit, aber auch für ein gesegnetes neues Jahr 2015 grüße ich Sie und euch ganz herzlich.

Ihr und euer
Pfarrer Alexander Klein

Weitere Inhalte aus dem Gemeindebrief:
Projekte zum Jahresthema Schöpfung
Abschiedsworte von Pfr. Alexander Klein
Kirchenvorstandswahl
Engel – nicht nur zur Weihnachtszeit
u.v.m.

Gemeindebrief Herbst 2014

Titelseite des Gemeindebriefes Herbst 2014
Titelseite des Gemeindebriefes Herbst 2014

Wenn wir mit unserem Hund spazieren gehen, kommen wir immer wieder einmal an einer Birke vorbei, die ein Herz in oder an ihrem Stamm trägt. Das Herz am Baumstamm (auf der Titelseite ist es zu sehen) gefällt mir gut. Es sieht nicht nur schön aus, es fühlt sich auch gut an. Ganz glatt ist die weiße Rinde an dieser Stelle.

Wenn ich das Herz betrachte, dann fällt mir alles mögliche zum Thema „Herz“ ein:

 

 

  • Ich denke an Menschen, die mir am Herzen liegen, die ich in mein Herz geschlossen habe.
  • Mir fallen Dinge ein, die mir wichtig sind, Herzensangelegenheiten.
  • Ich erinnere mich an Erlebnisse und Momente, die mein Herz erfreut haben.
  • Mir wird manchmal auch bewusst, was mir das Herz schwer macht, mir wie ein Stein auf dem Herzen liegt.
  • Wie schön, dass es Menschen gibt, die mich lieben.

Ich freue mich über diesen Denkanstoß am Wegesrand. Das Herz am Baum bringt mich auf andere Gedanken und das tut mir manchmal gut. Wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir auf, eigentlich ist es für mich mehr als nur ein Denkanstoß. Das Herz hat auch eine Botschaft. Ein Herz ist das Symbol für die Liebe. Ein Herz, das Verliebte in die Rinde eines Baumes schnitzen ist für alle, die es sehen, ein Zeichen ihrer Liebe. Dieses Herz am Baum, das dort gewachsen ist, ist für mich eine Erinnerung vom Schöpfer an sein Geschöpf: Du liegst mir am Herzen. Ich liebe dich.

Wer lässt sich das nicht gerne sagen?

Falls Sie sich diesen Gruß persönlich abholen wollen, dann gehen Sie doch mal vom Grüninger Weg aus auf dem Höhenweg Richtung Watzenborn-Steinberg spazieren. Auf einer Wiese – mit Blick auf Grüningen – steht die Birke am Wegesrand.

Herzliche Grüße
Ihre Christine Specht

Weitere Inhalte aus dem Gemeindebrief:
Kirchenvorstandswahl
Unsere neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden
Neue Pfarrerin in Steinbach und Albach
Open Air Kino
Herbstsammlung des Diakonischen Werkes
u.v.m.

Gemeindebrief Sommer 2014

Heilig?

Titelseite des Gemeindebriefes Sommer 2014
Titelseite des Gemeindebriefes Sommer 2014

„Wir erklären und bestimmen, dass die seligen Johannes XXIII. und Johannes Paul II. heilig sind, und wir tragen sie in das Buch der Heiligen ein und legen fest, dass sie in der ganzen Kirche als Heilige angemessen geehrt werden“, erklärte Papst Franziskus am 27. April 2014 in Rom.

Und viele hunderttausend Menschen waren gekommen, um bei diesem feierlichen Augenblick dabei zu sein. Zusätzlich wurde die Zeremonie auf Großleinwände in vielen Städten übertragen und sogar weltweit in rund 500 Kinos.

Und wie viele Menschen waren dabei, als Sie heilig gesprochen wurden?
Wie bitte – Sie sind noch gar nicht heilig gesprochen, sagen Sie?
Da bin ich mir aber ziemlich sicher, dass Sie sich irren!

Auch Sie wurden heilig gesprochen, wenn es auch kein Wunder ist, dass Sie sich vermutlich nicht mehr daran erinnern können. Bei Ihrer Taufe war das. Da hat Gott Sie als sein Kind angenommen und Willkommen geheißen. Da hat Gott Ihnen die Vergebung Ihrer Schuld zugesagt und Ihnen seinen Heiligen Geist geschenkt. Und hat Ihnen damit zugesagt: „Du gehörst zu mir und sollst Deinen Platz haben bei mir!“

Und wer zu Gott gehört, wer in seinem Einflussbereich lebt, der ist heilig. Genau das bedeutet dieses Wort. – Sie sind eine Heilige oder ein Heiliger, weil Gott Sie bei Ihrer Taufe in seine Familie, in seine Gemeinde aufgenommen und Sie mit seinem Geist begabt hat, so dass Sie Ihr Leben in seinem Sinn führen können, in der Gemeinschaft der Heiligen, zu der wir Christen alle gehören.

Und genau das bekennen wir ja auch jeden Sonntag neu im Glaubensbekenntnis: Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen.
Die Gemeinschaft der Heiligen, das sind Sie und ich und alle Christen hier in Pohlheim und auf der ganzen Welt. Evangelische und katholische genauso wie aramäische oder andere orthodoxe Christen und viele mehr.

Jeder Mensch, der getauft wurde auf den Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, gehört damit zu Gott. Sie also auch.

Jetzt kommt es eigentlich nur noch darauf an, dass wir uns auch entsprechend verhalten – so wie es uns als Heiligen entspricht. Dass wir Gottes Heiligem Geist Raum geben zum Wirken und unseren menschlichen Kleingeist zurückdrängen bei dem, was wir reden und tun. Dass wir Ernst machen mit einem Leben in Gemeinschaft statt in Neid und Missgunst. Dass wir uns für das Wohlergehen der Anderen genauso einsetzen wie für unser eigenes. Und dass wir es wenigstens immer wieder neu versuchen, den Anderen ihre Schuld zu vergeben.

Wir sind schon Heilige. Jetzt brauchen wir es nur noch zu zeigen. Da zumindest sind uns Johannes XXIII. und Johannes Paul II. in mancher Hinsicht vielleicht schon ein Stückchen voraus.

Ihr Andreas Specht

Gemeindebrief Frühjahr 2014

Titelseite des Gemeindebriefes Frühjahr 2014
Titelseite des Gemeindebriefes Frühjahr 2014

Liebe Gemeindeglieder!
Liebe Leserin! Lieber Leser!

Vor kurzem auf dem Schulhof. Eine Schülerin sagt zu einer anderen: „Du, ich mag dich gern leiden.“ Ich war erstaunt über diesen Satz. Nicht über die Aussage an sich, sondern über die Formulierung. „Du, ich mag dich gern leiden.“ Das sagt doch heute eigentlich keiner mehr aus der jüngeren Generation. Ich tippe mal, das Mädchen hat diese Redewendung irgendwo von ihren Eltern oder Großeltern aufgeschnappt und sie gleich bei passender Gelegenheit bei der Freundin angebracht.

Diese Formulierung hat mich daran erinnert, wie uns unsere Sprache manchmal auf tiefere Geheimnisse hinweist. „Du, ich mag dich gern leiden“, sagen Menschen, die einander mögen und lieben. Und damit sagen sie etwas Wesentliches über die Liebe – vielleicht sogar ganz unbewusst: Liebe ist mehr als ein angenehmes Gefühl, echte Liebe umfasst auch das Leiden. Das Leiden an und mit dem anderen lässt die Liebe wachsen. Darin besteht für mich auch das Geheimnis der Passionszeit, die wir jetzt in den Monaten März und April wieder begehen. In diesen sieben Wochen vor Ostern bedenken Christinnen und Christen weltweit das Leiden und Sterben Jesu. In dieser Zeit kann neu deutlich werden, dass sich die Liebe Gottes in ihrer wahren Größe nur erahnen lässt, wenn wir das Leiden Gottes an und mit uns Menschen mit einbeziehen.

Die Passionszeit lädt dazu ein, sich nicht nur an den Sonnenseiten des Lebens zu erfreuen und auf diese zu achten, sondern bewusst auch die Schattenseiten mit zu bedenken. Unser Leben gewinnt doch seine ganze Fülle erst, wenn wir die dunklen Momente unseres Lebens nicht verdrängen. Es gibt keine Liebe ohne Leiden, keine Freude ohne Trauer, kein Leben ohne Abschied. Die Passionszeit bietet also die Chance, über das Leben in seiner ganzen Fülle nachzudenken.
Sehr viele Menschen üben in den sieben Wochen vor Ostern bewusst Verzicht. Die Aktion „Sieben Wochen Ohne“ unserer evangelischen Kirche gibt dazu jedes Jahr Tipps und Ideen. Manche verzichten auf Alkohol oder Fleisch, probieren ohne Süßes oder Knabbersachen auszukommen oder schalten den Fernseher für diese Wochen nicht ein. Viele entdecken in dieser Zeit: Der Verzicht kann ein Gewinn sein, ein Schritt zu intensiverem Leben. Wer sieben Wochen lang die Routine des Alltags hinterfragt, nimmt in dieser kurzen Zeit oft schon eine neue Perspektive ein und spürt worauf es im Leben ankommt.

Auch unsere Gottesdienste und Passionsandachten in diesen Wochen sind ein Angebot, dem Leben neu auf die Spur zu kommen. Sie bereiten uns auch vor auf das Osterfest, das wir dann am Ende dieser sieben Wochen feiern. Wir dürfen uns dann wieder mitfreuen über Gottes Sieg über den Tod. Über seine Verheißung, bei uns zu sein, auch durch schwere Zeiten in unserem Leben hindurch.

So wünsche ich Ihnen und euch allen eine gesegnete Passionszeit und ein frohmachendes Osterfest.

Mit den besten Grüßen
Ihr und euer Alexander Klein

Gemeindebrief Winter 2013/2014

….. nahe zu sein ist mein Glück.

Titelbild des Gemeindebriefes Winter 2013/2014
Titelbild des Gemeindebriefes Winter 2013/2014

Heute gibt es zu Beginn des Gemeindebriefes nicht nur Gedanken, die ich mir gemacht habe, sondern ich lade Sie ein sich selbst Gedanken zu machen. Machen Sie sich einen Kaffee oder Tee, machen Sie es sich gemütlich, nehmen Sie sich Zeit und begeben Sie sich mit den folgenden Fragen auf Gedankenreise:

Stellen Sie sich vor, Sie sollen die Überschrift ergänzen. Welches Wort, welche Worte oder welchen Namen würden Sie anstelle der Pünktchen einsetzen?

Sie haben den Satz „….nahe zu sein ist mein Glück“ durch einen Namen, ein Wort ergänzt. Setzen Sie diesen Namen/dieses Wort in die folgenden Fragen ein und denken Sie darüber nach.

Wie ist das, wenn Sie …… nahe sind? Wie fühlen Sie sich dann?
Fehlt Ihnen etwas, wenn Sie …… nicht nahe sind? Woran merken Sie das?
Was können Sie dafür tun, um ……. nahe sein zu können?

Ich weiß nicht, was Sie für die ….. eingesetzt haben. Der Beter des 73. Psalms sagt: „Gott nahe zu sein ist mein Glück.“ Das sagt er, nachdem er Gott sein Leid geklagt und sich beschwert hat, warum es den Gottlosen so gut geht. Er macht seinem Ärger und Unverständnis Luft. Ich stelle mir vor, da schwingt auch Neid darüber mit, dass die Gottlosen reich sind und er sich plagen muss. Warum sorgt Gott nicht für Gerechtigkeit und belohnt die, die an ihn glauben mit einem guten Leben?

Diese Fragen nagen an ihm. Er geht in den Tempel und betet. Er findet schließlich seinen inneren Frieden wieder, weil er entdeckt, ohne Gott will und kann ich nicht leben. „Gott nahe zu sein ist mein Glück!“ Das, was Sie empfinden, wenn Sie …..nahe sind, empfindet der Psalmbeter, wenn er Gott nahe ist. Was Ihnen fehlt, wenn Sie …..nicht nahe sind, fehlt dem Psalmbeter, wenn er sich fern von Gott fühlt. Was tut der Psalmbeter, um Gott nahe zu sein? Er betet und spricht mit Gott. Er teilt seine Gedanken Gott mit. Seine Sorgen, seinen Ärger, seine Fragen, seinen Dank, seine Freude, alles teilt er mit Gott. Das macht ihm das Leben leichter und er spürt auch, wie sich durch das Gespräch mit Gott seine Einstellung, sein Lebensgefühl verändert.

„Gott nahe zu sein ist mein Glück.“ Gott möchte, dass seine Menschen glücklich sind. Deshalb kommt er zu uns. Er kommt uns nahe, damit wir dieses Glück erleben können. Weil es uns so schwer fällt zu ihm zu kommen, kommt er zu uns. Er holt uns da ab, wo wir sind. Kommt als Kind in der Krippe in unser Leben. Wir feiern an Weihnachten Jesu Geburtstag, feiern, dass Gott uns seinen Sohn schenkt. „Gott nahe zu sein ist mein Glück!“, wie sich das anfühlt erleben viele Menschen, wenn sie sich an Weihnachten freuen, sie sich von Weihnachtsliedern und der Weihnachtsgeschichte angesprochen fühlen.

„Gott nahe zu sein ist mein Glück“. Als Jahreslosung begleitet uns dieser Vers durch das Jahr 2014. Ein Jahr lang sind wir eingeladen den Satz nachzusprechen, über ihn nachzudenken, ihn auf unseren Wegen mitzunehmen, herauszufinden, wie sich dieses Glück anfühlt.

Ihre Christine Specht

Gemeindebrief Herbst 2013

Entschuldigung!

Titelseite des Gemeindesbriefes Herbst 2013
Titelseite des Gemeindesbriefes Herbst 2013

Leicht und unbedacht kommt uns dieses Wort oft über die Lippen: Entschuldigung, ich muss mal eben vorbei. Entschuldigung, ich habe es eilig. Entschuldigung, das war nicht so gemeint.

Oder wir sagen, wenn wir merken, dass wir jemandem auf die Füße getreten sind, egal ob sprichwörtlich oder tatsächlich: Ich entschuldige mich dafür!

Und dann? Dann, davon gehen wir aus, dann ist alles wieder gut. Wir haben schließlich unsere Pflicht getan und uns entschuldigt. Wenn der oder die Andere jetzt noch sauer ist, dann ist das jedenfalls nicht unsere Schuld.

Aber das ist ein Irrtum, wenn auch ein weit verbreiteter Irrtum. Wir können uns gar nicht selbst entschuldigen.

Schauen Sie sich einmal das Bild auf der Titelseite an: Das Tor ist geschlossen, fest verschlossen. Und oben drüber geht es auch nicht. Am Pfosten ist sogar noch ein Einbahnstraßenschild befestigt, das besagt: In dieser Richtung geht es nicht hinein.

So ist es auch beim Entschuldigung-Sagen. Wenn wir etwas vermasselt haben oder jemandem weh getan, oder uns sonst wie falsch verhalten, dann ist die Tür erst einmal zu. Und wir bekommen sie von unserer Seite aus auch nicht wieder auf. Selbst dann nicht, wenn wir Entschuldigung sagen.

Die einzige Möglichkeit, die wir haben, ist zu sagen: Ich bitte um Entschuldigung. Ich sehe ein, dass es verkehrt war, was ich getan habe. Es tut mir Leid. Und dann können wir nur hoffen, dass die oder der Andere unsere Entschuldigung annimmt und das Tor von innen wieder öffnet. Dass er oder sie das tut, was wir selbst nicht tun können, nämlich uns entschuldigen.

Dann geht das Tor auf. Und der Zugang ist wieder frei.

Dann geht es so offen und ehrlich und auch vertrauensvoll zu wie es Jesus uns Menschen wünscht, wenn er uns auffordert zu beten: Vater unser im Himmel, …, vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Ihr Andreas Specht

Gemeindebrief Sommer 2013

Titelseite des Gemeindesbriefes Sommer 2013
Titelseite des Gemeindesbriefes Sommer 2013

Liebe Gemeindeglieder!
Liebe Leserin! Lieber Leser!

Probier’s mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit wirfst du den Alltag und die Sorgen fort, und wenn du stets gemütlich bist und etwas appetitlich ist, dann nimm es dir, egal von welchem Ort, singt der Bär Balu in dem bekannten Walt-Disney-Zeichentrickfilm „Das Dschungelbuch“. Und wer den Text liest, hat auch schnell die Melodie im Ohr und swingt mit. Der Bär ist uns sofort sympathisch, und wir beneiden ihn um seine Lebenskunst: Alltag und Sorgen über Bord zu werfen, einfach mal abzuschalten und alle Viere von sich zu strecken.

Doch dann holt uns meistens die Realität schnell wieder ein: Gemütlichkeit und Ausruhen ist unmodern geworden, wird mit Faulheit gleichgesetzt. Das Wort „Stress“ steht hoch im Kurs. Ich höre es oft in Gesprächen.

Balu der Bär ist eine Comic-Figur – beneidenswert vielleicht – aber halt eine Comic-Figur aus einer Märchenwelt. Ich frage mich: Hat er deshalb unrecht?

Während meines Studiums bin ich in der Literatur einem für mich hochinteressanten Menschen begegnet. Bernhard von Clairvaux heißt er, ein Zisterzienser-Abt, mit viel Lebenserfahrung. Er schreibt im Jahr 1150 n. Chr. in einem Brief an Papst Eugen III.:
Es ist viel klüger, du entziehst dich von Zeit zu Zeit deinen Beschäftigungen, als dass sie dich ziehen und dich nach und nach an einen Punkt führen, an dem du nicht landen willst. Du fragst, an welchen Punkt? An den Punkt, wo das Herz hart wird. Frage nicht weiter, was damit gemeint ist; wenn du jetzt nicht erschrickst, ist dein Herz schon so weit. (…) Ja, wer mit sich selbst schlecht umgeht, wem kann der gut sein? Denk also daran: Gönne dich dir selbst. Ich sage nicht: tu das immer, ich sage nicht: tu das oft, aber ich sage: tu es immer wieder einmal. Sei wie für alle anderen auch für dich selbst da, oder jedenfalls sei es nach allen anderen.

Bernhard von Clairvaux, selbst ein unermüdlicher Arbeiter, der immer für andere da war, weiß um die wertvollen Stunden und Tage, an denen er für sich selbst da ist und neue Kraft tanken kann.

In der Bibel weisen uns die Evangelien immer wieder darauf hin, dass auch Jesus für sich und seine Jünger Ruhephasen einplant. Im Markusevangelium sagt er einmal zu seinen Jüngern, die von einem „Missionseinsatz“ zurückkommen: Geht ihr allein an einen einsamen Ort und ruht euch ein wenig aus.

Jesus gönnt uns Ruhephasen in unserem Leben. Jetzt im Sommer freuen sich viele Menschen auf ihren Urlaub, auf Gemütlichkeit und Entspannung. Ich wünsche Ihnen allen, die Sie Urlaub haben und wegfahren, aber auch allen, die hier im Ort bleiben, Stunden und Tage der Erholung, der Besinnung und Gemütlichkeit. Ich wünsche Ihnen, dass Sie Zeit finden für sich, für Ihre Liebsten, aber auch für Gott. Eine gute Möglichkeit, all das an einem Punkt umzusetzen, ist der anstehende „Gottesdienst zum Mitgehen“, zu dem ich Sie am 14. Juli um 9.30 Uhr ganz herzlich einlade.

Mit den besten Grüßen und Wünschen
Ihr Alexander Klein

Gemeindebrief Frühjahr 2013

Titelseite des Gemeindesbriefes Frühjahr 2013
Titelseite des Gemeindesbriefes Frühjahr 2013

Das Foto (siehe Gemeindebrief) zeigt die Garbenteicher Kirchturmuhr, sonntags um halb zehn (um 10.00 Uhr haben wir uns dann getroffen zum Gottesdienst zum Mitgehen). Sonntagmorgen, eine ganz besondere Stimmung herrscht im Dorf. Beim Betrachten des Bildes wurden Sonntagserinnerungen aus meiner Kindheit bei mir wach: sonntags gab es zwischen 8.30 und 9.00 Uhr Frühstück. Meistens mit Frühstücksei und zum Abschluss: ein Stück Kuchen.

Wie das Ei zum Frühstück, so gehörte auch der Gottesdienstbesuch um 10.00 Uhr zum Sonntag und nach dem Gottesdienst wartete unser Dackel schwanzwedelnd darauf, dass mein Vater mit ihm noch einen Spaziergang machte. Sonntag, das ist ein ganz besonderer Tag, das spürte auch unser Hund. Von Montag bis Samstag wäre er nie auf die Idee gekommen, dass mein Vater mit ihm einen Spaziergang machen könnte. Aber sonntags, da wartete der Hund ab 11.15 Uhr auf seinen Chef, der vom Gottesdienst nach Hause kam. Am Nachmittag machten wir einen Spaziergang und anschließend gab es Kaffee und Kuchen. Manchmal besuchten wir Freunde oder Verwandte oder wurden besucht, verbrachten als Familie Zeit miteinander. So war das sonntags bei uns zu Hause und der Sonntag unterschied sich in vielerlei Hinsicht von allen anderen Wochentagen.

Da war nicht nur der Gottesdienstbesuch, der ihn zu einem besonderen Tag machte, sondern er wurde auch zu einem besonderen Tag durch das, was nicht getan wurde. Am Sonntag wurde außer dem Kochen und Spülen keine Hausarbeit erledigt, mein Vater arbeitete auch nicht in seiner Werkstatt und der Sonntag war auch Hausaufgabenfrei. Die Hausaufgaben musste ich spätestens Samstag erledigt haben.

Ich genieße es auch heute noch, dass sonntags die Welt anders ist als sonst. Es ist ruhiger im Dorf, es gibt nichts, was man noch schnell erledigen kann, denn außer dem Bäcker hat kein Geschäft geöffnet. Das dienstliche Telefon klingelt nur selten und wenn, dann ist es etwas Dringendes. Gottesdienst halten ist außer dem Kochen und Spülen die einzige Arbeit, die ich mache, alles andere kann warten. Und der Gottesdienst am Sonntag, das ist nicht nur Arbeit, sondern er tut auch mir gut und ganz oft fahre ich vergnügt nach dem Gottesdienst nach Hause und denke, es war schön. Der Sonntag unterbricht wohltuend meine Alltagsroutine und ich erlebe, dass mein Leben auch noch ganz andere Seiten hat. Schön ist es, wenn ich diese Zeit mit anderen Menschen, die mir wichtig sind, teilen kann; wenn man beim Essen etwas länger sitzen bleiben und miteinander sprechen kann. Kleinigkeiten, die den Tag schön machen.

Der Sonntag als Feiertag ist eine gute und wichtige Tradition. Ob der Feiertag nun ein Sonntag oder der Sabbat ist, das spielt keine Rolle, wichtig ist, er ist frei und ein Geschenk Gottes. Im 2. Buch Mose im 20. Kapitel in den Versen 8 bis 11 ist das festgehalten:

„Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschicken; aber am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du kein Werk tun, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist.

Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was drinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn.“


Ich wünsche Ihnen noch viele gute, gesegnete Sonntage und freue mich, wenn sie sonntags um 9.30 Uhr oder 10.45 Uhr in den Gottesdienst kommen, um sich gemeinsam mit anderen auf diesen besonderen Tag einzustimmen.

Ihre Christine Specht

Gemeindebrief Winter 2012

Titelseite des Gemeindesbriefes Winter 2012
Titelseite des Gemeindesbriefes Winter 2012

„Es gibt Tage, da wünscht ich, ich wär mein Hund …“ – Reinhard Mey hat das so gesungen und auch ich denke mir manchmal, das müsste auf jeden Fall spannend sein: Da laufe ich mit unserer Bella durch den Wald und dauernd geht ihre Nase hierhin und dorthin, auf dem Boden nach rechts und dann wieder nach links. Dann hebt sie auf einmal den Kopf und schnuppert hoch oben in der Luft, bevor sie sich plötzlich ins Gebüsch stürzt – so weit ihre Leine eben reicht.

Das müsste spannend sein, mitzubekommen, was der Hund so alles riecht. Mäuse, Rehe und Hasen, andere Hunde und auch Menschen und ich weiß nicht, was noch alles. Eine ganze Welt scheint es da zu geben, die mir als Menschen verschlossen ist. Und mir geht auf, wie vieles um mich herum offensichtlich Tag für Tag geschieht, von dem ich überhaupt nichts mitbekomme, weil ich die vielen Spuren nun einmal nicht erschnuppern kann.

Nur im Winter – dann, wenn es frisch geschneit hat: Dann kann ich wenigstens sehen, was der Hund erschnuppert: Spuren von Kaninchen und Mäusen, von Amseln und Katzen, von einem Fuchs – oder auch, dass der Marder wieder um unser Auto geschlichen ist.

Ja, es gibt vieles, was Tag für Tag um mich herum geschieht – ohne dass ich es sehe oder höre oder gar rieche. Und dann ist es für mich als Mensch gar nicht einfach, trotzdem herauszubekommen, wer oder was da meinen Weg gekreuzt oder mich gar eine Weile begleitet hat.

So sitze ich manches Mal auch da mit den trauernden Angehörigen eines Verstorbenen und wir machen uns auf die Suche nach den Spuren, die von Gottes Hilfe und Begleitung in diesem zu Ende gegangenen Menschenleben zu entdecken sind. Und dann wünschte ich mir schon, ich könnte wie ein Hund solche Spuren erschnuppern und einfach riechen, dass sie da sind. So aber ist es oft eine mühsame Kleinarbeit:

Damals hatte er einen Unfall, und es hieß schon, er sei gestorben – aber wie durch ein Wunder hat er überlebt … Eigentlich hatte er beruflich etwas ganz anderes vor – aber dann wären wir uns nie begegnet und hätten nicht heiraten und eine Familie gründen können … Er war immer wieder krank und saß nachher oft in seinem Sessel – aber trotzdem war er eigentlich immer zufrieden … Es war immer jemand von uns da, der sich um ihn gekümmert hat – ich weiß gar nicht, wie wir das geschafft haben …

Ja, Gott ist dabei und wenn wir uns ein bisschen Mühe machen, dann können wir die Spuren seiner Begleitung und seines Wirkens zwar nicht riechen oder sehen – aber wir können sie zumindest erspüren. Wir brauchen dafür also nicht Nase oder Augen, sondern vor allem erst einmal unser Herz.

Das hat schon vor langer Zeit der Prophet Jeremia festgehalten, wenn er in Gottes Namen verspricht: Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht Gott. (Jer 29,13f)

Ich wünsche es Ihnen und mir, dass uns ab und zu das Herz aufgeht und wir erspüren können, wie oft Gott unseren Weg kreuzt oder neben uns her geht. Dass wir erleben können: Ja, Gott ist da.

Ihr Andreas Specht