Andacht zum Gemeindebrief Herbst 2022

Liebe Leserinnen und Leser,

„Was mein Leben reich macht.“

In einem Kalender mit diesem Titel erzählen Menschen Tag für Tag von den kleinen Geschenken, die das Leben ihnen macht. Der leckere Kuchen der Nachbarin kommt darin genauso vor wie ein Eindruck aus einem Urlaub, ein Tag mit der besten Freundin oder der Besuch eines Gottesdienstes. Ein Kalender also voller „Erntedankgeschichten.“ Mit Schülerinnen und Schülern der Grundschule habe ich immer wieder gerne ausprobiert, Erntedank zu buchstabieren. Ein Dankbarkeits-ABC aufzuschreiben mit all den Dingen, für die ich dankbar bin. Wenn Sie keine ABC-Liste machen möchten, dann stellen Sie sich doch einfach in Gedanken vor, was Sie gerne in diesem Jahr auf den Erntedank-Altar legen wollen.

Im Dankbarkeits-ABC unter dem Buchstaben B erscheint bei mir in diesem Jahr das Wort „Barmherzigkeit“. Ich bin sehr dankbar und auch immer wieder ganz berührt von all den Menschen, die an andere denken, denen es nicht so gut geht wie uns und die bereit sind zu teilen. Auch das gehört zum Erntedankfest, dass wir uns bewusst machen, wie wichtig das Teilen ist und dass es zu einer christlichen Lebenshaltung dazugehört. „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“, sagt Jesus. So denke ich voller Dankbarkeit an die Menschen, die ins Ahrtal gefahren sind und immer noch fahren. Ich denke an diejenigen, die für die alte Dame in der Nachbarschaft einkaufen, die Zimmer und Wohnungen freiräumen für Flüchtlinge. Ich denke dankbar an diejenigen, die für die Gießener Tafel auf unterschiedliche Weise gespendet haben, und an die Helferinnen und Helfer in den Großstädten, die bei der Sommerhitze Obdachlose mit Wasser und frischem Obst versorgt haben. Ich denke an diejenigen, die unter Einsatz ihres Lebens helfen und retten, die Feuerwehrleute, die Brände in diesem Sommer – auch unzählige Waldbrände – gelöscht haben, und an diejenigen, die Menschen aus Kriegsgebieten in Sicherheit bringen.

Meine Liste der Dankbarkeit für die Barmherzigkeit der Menschen ist in diesem Jahr besonders lang. Wir erfahren zunehmend, wie wenig selbstverständlich alles ist: der Friede, das Dach über dem Kopf, das tägliche Brot, die Arbeitsstelle. Es ist lebenswichtig, dass wir einander beistehen und Lasten teilen. Leben ist auch immer ein sich Einlassen auf andere, nicht zuerst zu urteilen, sondern das Leben auch einmal aus ihren Augen zu sehen. Dazu braucht es unbedingt das Herz. Aufforderungen, Gutes zu tun, helfen wenig, wenn das Herz nicht beteiligt ist. Niemand wird zum barmherzigen Samariter, weil uns das vorgeschrieben ist oder die Pfarrerin dazu auffordert. Barmherzig wird man, weil das Herz das will – weil das Herz dem anderen zugeneigt ist und mitfühlend ist und darum hilft.

Dass wir Freude daran haben, barmherzig zu sein, und dankbar sind, wenn wir Barmherzigkeit erfahren, das wünsche ich uns allen.

Jutta Hofmann-Weiß

Pfarrerin der Ev. Kirchengemeinde Watzenborn-Steinberg

Gemeindebrief Herbst 2022

Liebe Leserinnen und Leser,

diese Zeilen werden an einem Tag im August verfasst, die Temperatur liegt bei 35 Grad Celsius, schwitzend können wir auf festliche und fröhliche Stunden in unseren Gemeinden zurückblicken. Höhepunkte waren die Konfirmation im Juni und das bunte Treiben rund um die Kirchen in Garbenteich und Hausen im Rahmen von „Pohlheim macht auf“.

Der Sommer brachte auch wichtige personelle Veränderungen. Pfarrerin Niepmann beendete den Vertretungsdienst in unseren Gemeinden und wir sagen an dieser Stelle ein „Herzliches Dankeschön“ für alle ihre Dienste. Mit der Vertretung unserer Pfarrstelle wurde Pfarrer Stephan Ebelt betraut. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit ihm und wünschen Gottes reichen Segen für die kommenden Aufgaben. Marion Bathe, bisher „nur“ als Organistin in unseren Kirchengemeinden aktiv, wird nach den Sommerferien auch die Leitung des Kirchenchores und Kinderkirchenchores übernehmen, nachdem die bisherige Chorleiterin Adele Franz die Gießener Region in Richtung Köln verlassen hat. Wir wünschen Frau Bathe alles Gute für die Leitung der Chöre und hoffen, dass sie bei den ersten Proben viele sangesfreudige Erwachsene und Kinder aus Garbenteich und Hausen begrüßen kann. Der Kinderkirchenchor wird in enger Zusammenarbeit mit der Pohlheimer Singschule agieren, durch die das Angebot deutlich erweitert werden kann.

Auch im Redaktionsteam des Gemeindebriefs gibt es einen Wechsel: das Layout wird ab jetzt von Julius Schöffmann gestaltet. Willkommen im Team! Unser herzlicher Dank gilt Sabine Scheele-Brenne für die hervorragende Gestaltung des Layouts der letzten Gemeindebriefe.

Die vorliegende Ausgabe erscheint wiederum im Gewand der Naturschutz-Kollektion „Dachs“, um unsere Ressourcen Wasser, Energie und Holz einzusparen.

Im heißen August fällt es schwer, sich vorzustellen, wie unsere Lage im Oktober oder November sein wird. Wird der Ukraine-Krieg andauern? Wie entwickelt sich die Pandemie? Gibt es genügend Gas und Strom? In diesen ungewissen Zeiten wünschen wir allen Leserinnen und Lesern Zuversicht und Gottvertrauen.

Wie bereits in den letzten Gemeindebriefen bitten wir Sie auch jetzt, sich über aktuelle Entwicklungen auf der Website unserer Kirchengemeinden oder in den Pohlheimer Nachrichten zu informieren.

Wir hoffen, dass die neue Ausgabe unseres Gemeindebriefes mit Rückblicken und Ausblicken wieder auf Ihr Interesse stößt, und freuen uns sehr über Ihre Rückmeldungen an: redaktion@kirche-miteinander.de. Bitte informieren Sie uns, wenn Sie bestimmte Themen im Gemeindebrief behandelt sehen wollen, oder reichen Sie uns eigene Beiträge ein.

Es grüßen Sie herzlich

Christina Gregor-Schmidt
Horst-Werner Korf
Sieglinde Lang-Altmann
Angelika Weis

Hinter den Kulissen…

Die Sommerausgabe 2022 ist die letzte Ausgabe, die ihr Layout von Sabine Scheele-Brenne erhalten hat.

Der dürre Ausdruck „Satz&Gestaltung“ im Impressum kann nicht annähernd wiedergeben, wieviel Arbeit hinter dieser Zeile steckt.

Es ist daher Zeit, das Wirken hinter den Kulissen mal ordentlich herauszuheben und ein herzliches Dankeschön zu sagen! Für die Geduld und nicht zuletzt die Bereitschaft, auch dieses Mal nochmal einzuspringen.

Danke, Sabine Scheele-Brenne!

Andacht zum Gemeindebrief Sommer 2022

Der Duft des Sommers….

Im Juni und Juli ist er besonders intensiv, der Duft der Rosenblüten rund um das Pfarrhaus Ich liebe diesen Duft von zart bis gewaltig süßlich. Wenn die Zeit gekommen ist, dann stehe ich am Rand des Gartens und schaue, ob sich eine neue Knospe geöffnet hat und gehe dem Duft des Sommers nach.

Eine Vielzahl von Blumen gibt es und alle sind wundervoll, doch die Rose ist schon besonders. Denn sie ist es auch, die in vielfacher Weise mit dem Christentum in Verbindung gebracht wird.

„Maria durch ein Dornwald ging“, eines der beständigsten Weihnachtslieder, nimmt diese schöne Blume auf und endet mit „Als das Kindlein durch den Wald getragen, da haben die Dornen Rosen getragen“. Ein Sinnbild für das aufblühende Leben von Jesu durch Maria.

Oder auch der bekannte Ausspruch etwas „durch die Blume sagen“. Gemeint ist eigentlich der sehr alte Brauch „sub rosa dictum“, also „etwas unter der Rose zu sagen“ und demnach Verschwiegenheit zu beweisen oder ein Geheimnis zu bewahren. Damit spielt auch der Roman Umberto Ecos „Der Name der Rose“. Die Rose eine spannende Blume, die auch ganz in unserer Nähe einen legendären Stellenwert genießt.

Vielleicht ist Ihnen die Legende von Elisabeth von Thüringen bereits bekannt. Die junge Prinzessin, nach Marburg verheiratet, nahm sich stark den Armen und Bedürftigen an. Manchmal auch zum Leidwesen ihres Gatten, der seine Frau gern öfter an seiner Seite wusste. Als er sie eines Tages fragte, was sie in ihrer von Brot gefüllten Schürze hatte, antwortete sie „das sind Blumen“! Als er nachsah, waren es plötzlich Bündel von Rosen. In dieser Legende treffen sich die Rosen und auch das, wofür sie stehen: für die Nächstenliebe und Hingabe, und zeigen somit auch ein Teilausschnitt des christlichen Glaubens. Diese Legende ist übrigens im Gesangbuch unter dem Lied „Wenn das Brot das wir teilen“ in der ersten Strophe verewigt worden. „Wenn das Brot, dass wir teilen als Rose blüht und das Wort, das wir sprechen als Lied erklingt, dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut, dann wohnt er schon in unserer Welt….“

Ein schönes Lied, das ebenso wie die Legende versucht, alles miteinander zu verknüpfen. Denn bei aller Schönheit dieser Erde, dürfen wir nicht vergessen, wie schwierig es ist das alles zu erhalten, oder dafür Sorge zu tragen, dass diejenigen, die abgehängt sind, nicht zu kurz kommen.

Ein gesundes Gleichgewicht zwischen Schöpfung und Geschöpf. Daran erinnert diese Legende und ruft uns zugleich unser Verantwortungsbewusstsein in den Hinterkopf. Zum einen die Rohstoffe aus der guten Schöpfung mit Maß und Ziel zu gebrauchen und zu bewahren und zum anderen unseren Nächsten im Blick zu behalten, so dass er/ sie auch Teilhabe erfahren kann.

Ein Verantwortungsbewusstsein, das nicht „sub rosa dictum“ geschieht, sondern frei und offen. Denn dann blühen die Rosen aus dem Lied nochmal auf, denn „Ja, dann schauen wir heut schon Gottes Angesicht in der Liebe die alles umfängt, in der Liebe die alles umfängt.“

So wünsche ich Ihnen und Euch eine schöne Zeit, die durchdrungen ist von dem Duft des Sommers und der Nächstenliebe.

Er grüßt Euch und Sie herzlich,

Marisa Mann

Gemeindebrief Sommer 2022

Liebe Leserinnen und Leser!

Dieser Gemeindebrief kommt in einer Zeit mit einem Wechselbad der Gefühle. Krieg, Flucht, Pandemie, steigende Inflation und hohe Energiepreise machen uns Angst, das bevorstehende Pfingstfest, die Konfirmation und die Aussicht auf den Sommer mit langen Abenden, Ferien und vielen Angeboten, über die wir hier berichten, können Zuversicht verbreiten und vielleicht auch Glauben, der nach Martin Luther eine lebendige, verwegene Zuversicht auf Gottes Gnade ist, die fröhlich, trotzig und lustig gegenüber Gott und allen Kreaturen macht.

Die vorliegende Ausgabe erscheint wiederum im Gewand der Naturschutz-Kollektion „Dachs“, um unsere Ressourcen Wasser, Energie und Holz einzusparen.

Wie bereits in den letzten Gemeindebriefen bitten wir Sie auch jetzt, sich über aktuelle Entwicklungen auf der Website unserer Kirchengemeinden oder in den Pohlheimer Nachrichten zu informieren.

Wir hoffen, dass die neue Ausgabe unseres Gemeindebriefes mit Rückblicken und Ausblicken wieder auf Ihr Interesse stößt, und freuen uns sehr über Ihre Rückmeldungen an: redaktion@kirche-miteinander.de. Bitte informieren Sie uns, wenn Sie bestimmte Themen im Gemeindebrief behandelt sehen wollen oder reichen Sie uns eigene Beiträge ein.

Mit dem Pfingstlied (EG 128)
Heilger Geist, du Tröster mein, hoch vom Himmel uns
erschein mit dem Licht der Gnaden dein

grüßen herzlich

Ihre/Eure

Susann Balser-Hahn
Christina Gregor-Schmidt
Horst-Werner Korf
Sieglinde Lang-Altmann
Angelika Weis

Andacht zum Gemeindebrief Frühling 2022

Spot an!

Vor gerade mal 4 Jahren waren wir im Rahmen einer Konfifreizeit zu Gast in einem namhaften Fernsehstudio in Mainz.

Momentan leider kaum denkbar. Doch eindrucksvoll wirkt es bis heute allemal nach, wenn es dort dann hieß „Spot an!“ Der Scheinwerfer surrte und „ZACK“, das was in Szene gesetzt werden sollte – war im Fokus und hell erleuchtet.

Ein Wechselspiel zwischen Licht und Schatten, zwischen hell und dunkel.
In einem solchen Wechselspiel bewegen wir uns auch in unserem Kirchenjahr. Höhen und Tiefen werden abwechselnd von einem „Spotlight“ in Szene gesetzt.
Der Scheinwerfer schwenkt dabei zwischen Himmel und Erde hin und her oder konkret gesprochen zwischen Mensch und Gott.

In der Weihnachtszeit hat man das Gefühl, dass nicht nur ein Spotlight den Himmel erleuchtet, sondern ganze Heerscharen den Blick gen Himmel wenden. Denn in der weihnachtlichen Botschaft heißt es, Gottes Liebe soll unter uns Menschen wohnen und zu uns auf Erden kommen!

Doch sobald die weihnachtliche Zeit vorbei ist, scheinen die Scheinwerfer verschwunden und der Schatten bemächtigt sich des Kirchenjahres.

Die Passionszeit hat nichts Glanzvolles auf den ersten Blick. Sie fristet ihr Dasein im Stillen, in sich gekehrten, bedächtigen. Doch gerade dort im Verborgenen finden sich die Eckpunkte, die es verdienen ebenso in Szene gesetzt zu werden. Ist nicht gerade die Zeit der Passion eine Zeit, die sich hier auf Erden unter uns Menschen abspielt? Also der Scheinwerfer auf uns, die Menschen, gerichtet. Das was uns berührt, womit wir ringen oder gar was uns innerlich aufwühlt und bewegt. Eine Zeit die das Schwere ins Licht rückt. Eine Zeit die Spannung aufbaut, indem wir in jedem neuen Kirchenjahr erspüren sollen, Christus, der Mensch wurde, ist auch in unserem Leid an unsere Seite und ist uns nah, wenn wir die Welt als hart und ungerecht empfinden. Hier liegt das verborgene Licht, der göttliche Funke unter uns Menschen. Nach 40 Tagen Zeit der Passion, schwenkt der Scheinwerfer erneut und erleuchtet das Dunkel. Die Ostertage, an denen der Sieg des Lebens über den Tod gefeiert wird, werden zum Lichtfest. Im „Spotlight“ nun wieder der Himmel, von dem wir Hilfe erwarten können.

Gerade in der Passions- und Osterzeit berühren sich Himmel und Erde, das Menschliche und das Göttliche besonders. Denn in der Auferstehung hat Christus das Licht in die ganz persönliche Dunkelheit gebracht und er schenkt neues Leben – neues Licht. Nicht von Ungefähr findet auch gerade an Ostern die neue Osterkerze ihren Platz im Kirchraum, im Gedenken an den Sieg des Lebens über den Tod, den Sieg des Lichts über das Dunkel.

Himmel und Erde – hell und dunkel- immer im Wechsel ausgeleuchtet von den Scheinwerfern des Kirchenjahres und wir mittendrin in den Höhen und Tiefen des Lebens.

Verwurzelt auf der Erde und in den Zusammenhängen unseres Lebens (er)leuchtet Gott unseren Weg, gibt Zuversicht und Kraft, richtet uns auf und erhält uns.
Ich wünsche Ihnen und uns allen, dass Gottes Kraft zwischen Himmel und Erde, zwischen dem Hell und Dunkel in allen Lebenslagen, Ihr und unser persönliches Spotlight ist. Der helle Schein von Ostern möge Ihnen und uns leuchten und die österliche Hoffnung immer wieder ganz persönlich ins Szene setzen.

Eine gesegnete Passions- und österliche Zeit wünscht Ihnen und Euch,
Marisa Mann

Gemeindebrief Frühling 2022

Liebe Leserinnen und Leser!

In den kommenden Monaten erleben wir mit Karfreitag und Ostern wichtige Stationen im Kirchenjahr, welche die ganze Tiefe christlichen Glaubens umspannen – vom Tod am Kreuz bis zur Auferstehung und wir wünschen Ihnen, dass die österliche Botschaft bei Ihnen ankommt und Sie erfasst.

Erstmals mit der vorliegenden Ausgabe erscheint unser Gemeindebrief in einem neuen Gewand. Das Redaktionsteam hat sich zum Schutz der Ressourcen entschlossen, von Glanzpapier auf eine Naturschutz-Kollektion mit dem Produktnamen „Dachs“ umzustellen. Hierdurch sparen wir pro Ausgabe 3329 Liter Wasser, 285 kWh Energie und 209 kg Holz ein. „Dachs“ ist mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnet. Eine weitere Neuerung ist die Aufnahme einer Kinderseite, womit wir die ganze Familie am Gemeindebrief teilhaben lassen.

Leider bleibt die Corona-Lage auch in den nächsten Wochen ungewiss. Im Januar führten drastisch steigende Infektionszahlen dazu, den Landkreis Gießen zum Hochinzidenzgebiet zu erklären. Wir hoffen sehr, dass sich die Infektionslage im Frühjahr deutlich verbessert und wir die Gottesdienste und andere Gemeindeveranstaltungen wieder in einem halbwegs normalen Rahmen begehen können. Aber – zum jetzigen Zeitpunkt (Ende Januar) – lassen sich keine verlässlichen Prognosen erstellen. Wie bereits im letzten Gemeindebrief bitten wir Sie auch jetzt wieder, sich über aktuelle Entwicklungen auf der Website unserer Kirchengemeinden oder in den Pohlheimer Nachrichten zu informieren.

Wir hoffen, dass die neue Ausgabe unseres Gemeindebriefes mit Rückblicken und Ausblicken wieder auf Ihr Interesse stößt, und freuen uns sehr über Ihre Rückmeldungen. Bitte informieren Sie uns, wenn Sie bestimmte Themen im Gemeindebrief behandelt sehen wollen oder reichen Sie uns eigene Beiträge ein.

Mit dem Osterlied (EG 116) Er ist erstanden, halleluja
grüßen herzlich
Ihre/Eure
Susann Balser-Hahn
Christina Gregor-Schmidt
Horst-Werner Korf
Sieglinde Lang-Altmann
Angelika Weis

(Foto: Lotz)

Andacht zur Ausgabe Weihnachten 2021/2022

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Herbst ist da! Vorbei sind die „goldenen“ Herbsttage mit angenehmen Temperaturen und mildem Sonnenschein. Nun kommen vermehrt Tage mit dunklem Nebelgrau und auch der Winter ist schon nicht mehr weit.

Wie geht es in dieser Zeit unserer Seele? Wonach sehnen wir uns? Nach wohliger, kuscheliger Wärme? Nach einem – auch innerlich wärmenden – Getränk oder deftigem Essen? Nach mehr Licht und Sonnenschein? – Mit den zunehmend dunklen Tagen sehnen wir uns nach et-was, was uns gut tut – körperlich und ebenso auch seelisch. Aufmerksame Worte, die uns innerlich aufrichten und unsere evtl. niedergedrückte Stimmung aufhellen, können da zu einem wahren Lebenselixier werden.

„Mache dich auf und werde licht!“ – Vielleicht haben Sie diese Worte schon einmal gehört, kennen das gleichnamige Lied als Kanon oder gar die „Originalverse“ aus der Bibel?

Im Alten Testament, im Buch des Propheten Jesaja, heißt es in Kapitel 60:

„Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Völker werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.“

– Was für ein Zuspruch! Ganz besonders in den vergangenen tristen, nebligen, düsteren Novemberwochen und den nachfolgenden dunklen Dezembertagen.

Wer nun mit persönlicher Betroffenheit aus dem „dunklen Land der Trauer“ vom Totensonntag herkommt: da scheint – bei manchen Gräbern auch äußerlich durch Grablichter angedeutet –mit den Worten des Propheten Jesaja schon das Licht auf, das uns aus der Dunkelheit, der Trauer und der Todverfallenheit einen Lichtblick hinschenkt in die Denkrichtung „Ewigkeitssonntag“; denn für Christen hat nicht der Tod das letzte Wort, sondern Gott kommt uns in Jesus Christus als dem Auferstandenen und dem „Licht des Lebens“ entgegen und mit ihm haben wir die Verheißung am „ewigen Leben“ teilzuhaben.

Aber auch wenn wir nicht direkt in der Trauer um einen verstorbenen Menschen stehen, so sind auch wir von mancherlei anderen Finsternissen (Sorgen,
Krankheit, …) umfangen.

In welcher Art von Finsternis wir nun gerade leben – ob in Trauer oder in Sorgen – lassen wir uns doch mit den Worten des Propheten Jesaja einladen: „Mache dich auf und werde licht – denn: DEIN LICHT KOMMT!“ Wir sind eingeladen, uns in Hoffnung und Zuversicht auf Gott hin auszurichten, der uns mit seinem Licht der Liebe, der Versöhnung und des Segens unser Leben erhellen, ja „hell machen“ will.

Unabhängig von „emotionalen“ seelischen Finsternissen (Trauer, Sorgen, Krankheit, …) geht unser Leben dabei mit dem Rhythmus der Natur. Winter- und Sommersonnenwende prägen die jeweilige Tageshelligkeit und -dunkelheit.

Was setzen wir in diesen dunklen Zeiten für ein Zeichen? Na klar doch: Ein Licht! Besser noch: Mehrere Lichter! Licht(er) gegen die Dunkelheit! Licht(er) gegen die astronomische ebenso wie die emotionale „innere, seelische“ Dunkelheit! Offen-sichtlich wird dies z.B. auch am Adventskranz. Mit jeder Woche der zunehmenden astronomischen Dunkelheit setzen wir eine brennende Adventskerze entgegen. Damit es in unserem Leben nicht nur räumlich hell(er) werden möge, sondern auch emotional und seelisch! Getoppt wird die zunehmende Lichterfülle dann wenige Tage nach der Wintersonnenwende mit den vielen Lichtern am Weihnachtsbaum. Natürlich stehen auch diese vielen Weihnachtsbaumlichter als „Lichterbaum“ für eine „emotionale“ Wende: Trotz aller Dunkelheit(en) um uns herum: Es wird hell! Das Licht siegt gegen alle Dunkelheit und Finsternis. Es siegt gegen astronomische wie gegen emotionale Finsternis.

So erinnert uns jede Advents- und Weihnachtskerze daran: Es wird licht und Licht in unserem Leben, denn: Gott kommt uns entgegen, wird Mensch und schenkt uns in seinem Sohn Jesus „das Licht der Welt und des Lebens“.

Mit diesem Wissen wird es hell in unserem Leben!
Welch ein Grund zur Freude!
Deshalb:

„Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!“

Eine gesegnete Licht-Zeit
wünscht Ihnen Pfarrerin
Claudia Kuhn

Gemeindebrief Winter 2021/2022

Liebe Leserinnen und Leser!

Nach dunklen Zeiten mit Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag kommt nun das Licht in der Adventszeit und zu Weihnachten. Mögen Sie in den kommenden Wochen die Liebe und Nähe Gottes in besonderer Weise erfahren. Für das kommende Jahr wünschen wir Ihnen Gesundheit und Gottes reichen Segen.

Wir hoffen, dass auch die neue Ausgabe unseres Gemeindebriefes mit Rückblicken und Ausblicken für Sie von Interesse ist, und freuen uns sehr über Ihre Rückmel-dungen. Bitte informieren Sie uns, wenn Sie bestimmte Themen im Gemeindebrief behandelt sehen wollen oder reichen Sie uns eigene Beiträge ein.

Im Hinblick auf die Corona-Lage bleibt gerade in der kalten Jahreszeit vieles un-gewiss. Daher bitten wir Sie herzlich, sich über aktuelle Entwicklungen auf der Website unserer Kirchengemeinden oder in den Pohlheimer Nachrichten zu infor-mieren.

In eigener Sache können wir berichten, dass sich Frau Susann Balser-Hahn aus Garbenteich zur Mitarbeit in unserem Redaktionsteam bereit erklärt hat. Hierüber freuen wir uns sehr.

Mit den Worten der Jahreslosung für 2022 aus Johannes 6,37

Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen

grüßen herzlich Ihre/Eure
Susann Balser-Hahn
Christina Gregor-Schmidt
Horst-Werner Korf
Sieglinde Lang-Altmann
Angelika Weis

Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir werd‘ ein guter Baum, und lass mich Wurzel treiben….

Eine Andacht von Pfarrerin Marisa Mann zu Paul Gerhardts „Geh aus mein Herz“, Strophe 14

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn sie diesen Gemeindebrief in ihren Händen halten, stehen die Bäume des Waldes sicherlich noch in vollem Grün. Doch schon in ein paar Wochen werden die ersten Blätter fallen, bis dann der Baum in den herbstlich, winterlichen Monaten majestätisch kahl sein Dasein fristet, bevor er dann im nächsten Frühjahr neue Jungblätter treibt.

Der jahreszeitliche Kreislauf ersichtlich am Baum hat auch christlich eine große Symbolkraft.

Das Motiv des Baumes durchzieht die ganze Bibel. Es beginnt mit den Bäumen im Garten Eden und endet mit dem Baum in der himmlischen Stadt Jerusalem, der zwölfmal Früchte trägt und an dem Strom gepflanzt ist, der die Stadt durchfließt. Das Motiv Baum prägt wohl auch deshalb so stark, weil er ein Symbol für das Leben überhaupt ist.

Auch in dem musikalischen Sommergesang, dem bekannten und beliebten Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud“ von Paul Gerhardt, geht der Theologe und Liederdichter so weit, dass er sich als Mensch dazu anhält, symbolisch ein guter Baum im Paradiesgarten Gottes zu werden.

Ein schönes Bild, unsereins als guter Baum in Gottes Garten.

Doch was müssen wir als guter Baum im Lebensalltag alles aushalten? Die Stürme des Lebens mit allem Gegenwind, der sich in vielen Bereichen des Lebens auftut, sei es in der Politik, Gesellschaft oder auch im Privaten. So manches Mal lässt sich ein Baum auch biegen, um den Sturm gut durchstehen zu können. Ein anderes Mal, bricht der Stamm, weil er nicht mehr standhalten kann, oder wird sogar entwurzelt.

So stellt sich nicht nur bei einem Baum die Frage, wie stark er ist? Sondern auch bei uns. Wie fest sind wir verwurzelt, so dass wir gut und standhaft werden oder bleiben können in den allumfassenden Bereichen des Lebens. Doch was braucht es zu gutem Wurzelwerk, das den Baum stark machen kann?

Natürlich Wasser, Sonne, guter und nährstoffreicher Boden. Viele Stoffe dringen durch das Wurzelwerk in den Stamm. So auch bei uns. Viele Gegebenheiten formen uns zu dem Menschen, der wir sind. Doch wie beim Baum braucht es neben den äußerlichen Dingen, wie Sonne und Wasser auch bei uns einen guten Grund, aus dem wir Kraft gewinnen können und der uns stark macht.

Unser Untergrund, in dem wir unser Wurzelwerk schlagen lassen können, ist der Glaube an den Dreieinigen Gott. Dessen Kraft kann uns in den Herbststürmen des Lebensalltags durchströmen, unseren Wurzeln Halt geben, den Stamm versorgen und bis hinauf in die kleinsten Verästelungen vordringen, sodass wir selbst auch gespeist aus seiner Kraft wieder selbst davon Fruchtknospen anlegen können.

Gott ist unser Grund, von dem wir zehren, der uns erblühen und austreiben lässt, der uns Kraft gibt in den heutigen unsicheren und verletzlichen Zeiten und wie auch Paul Gerhardt den Stürmen des Lebens zu trotzen.

So wünsche ich uns allen von Gottes Kraft durchdrungen zu werden, sodass wir Stärkung erfahren können und Liebe, Mut und Besonnenheit als Früchte unseres persönlichen Baumes ernten und weitergeben können.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihre Marisa Mann