Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir werd‘ ein guter Baum, und lass mich Wurzel treiben….

Eine Andacht von Pfarrerin Marisa Mann zu Paul Gerhardts „Geh aus mein Herz“, Strophe 14

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn sie diesen Gemeindebrief in ihren Händen halten, stehen die Bäume des Waldes sicherlich noch in vollem Grün. Doch schon in ein paar Wochen werden die ersten Blätter fallen, bis dann der Baum in den herbstlich, winterlichen Monaten majestätisch kahl sein Dasein fristet, bevor er dann im nächsten Frühjahr neue Jungblätter treibt.

Der jahreszeitliche Kreislauf ersichtlich am Baum hat auch christlich eine große Symbolkraft.

Das Motiv des Baumes durchzieht die ganze Bibel. Es beginnt mit den Bäumen im Garten Eden und endet mit dem Baum in der himmlischen Stadt Jerusalem, der zwölfmal Früchte trägt und an dem Strom gepflanzt ist, der die Stadt durchfließt. Das Motiv Baum prägt wohl auch deshalb so stark, weil er ein Symbol für das Leben überhaupt ist.

Auch in dem musikalischen Sommergesang, dem bekannten und beliebten Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud“ von Paul Gerhardt, geht der Theologe und Liederdichter so weit, dass er sich als Mensch dazu anhält, symbolisch ein guter Baum im Paradiesgarten Gottes zu werden.

Ein schönes Bild, unsereins als guter Baum in Gottes Garten.

Doch was müssen wir als guter Baum im Lebensalltag alles aushalten? Die Stürme des Lebens mit allem Gegenwind, der sich in vielen Bereichen des Lebens auftut, sei es in der Politik, Gesellschaft oder auch im Privaten. So manches Mal lässt sich ein Baum auch biegen, um den Sturm gut durchstehen zu können. Ein anderes Mal, bricht der Stamm, weil er nicht mehr standhalten kann, oder wird sogar entwurzelt.

So stellt sich nicht nur bei einem Baum die Frage, wie stark er ist? Sondern auch bei uns. Wie fest sind wir verwurzelt, so dass wir gut und standhaft werden oder bleiben können in den allumfassenden Bereichen des Lebens. Doch was braucht es zu gutem Wurzelwerk, das den Baum stark machen kann?

Natürlich Wasser, Sonne, guter und nährstoffreicher Boden. Viele Stoffe dringen durch das Wurzelwerk in den Stamm. So auch bei uns. Viele Gegebenheiten formen uns zu dem Menschen, der wir sind. Doch wie beim Baum braucht es neben den äußerlichen Dingen, wie Sonne und Wasser auch bei uns einen guten Grund, aus dem wir Kraft gewinnen können und der uns stark macht.

Unser Untergrund, in dem wir unser Wurzelwerk schlagen lassen können, ist der Glaube an den Dreieinigen Gott. Dessen Kraft kann uns in den Herbststürmen des Lebensalltags durchströmen, unseren Wurzeln Halt geben, den Stamm versorgen und bis hinauf in die kleinsten Verästelungen vordringen, sodass wir selbst auch gespeist aus seiner Kraft wieder selbst davon Fruchtknospen anlegen können.

Gott ist unser Grund, von dem wir zehren, der uns erblühen und austreiben lässt, der uns Kraft gibt in den heutigen unsicheren und verletzlichen Zeiten und wie auch Paul Gerhardt den Stürmen des Lebens zu trotzen.

So wünsche ich uns allen von Gottes Kraft durchdrungen zu werden, sodass wir Stärkung erfahren können und Liebe, Mut und Besonnenheit als Früchte unseres persönlichen Baumes ernten und weitergeben können.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihre Marisa Mann


 

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit

Auch das Editorial dieses Gemeindebriefes handelt wieder von Ab-, Um- und Aufbrüchen

Liebe Leserinnen und Leser!

Von Umbrüchen und Aufbrüchen handelte unser Gemeindebrief zu Ostern. Dass Umbrüche und Abbrüche unser Leben begleiten, davon lesen Sie auch in der heute vor Ihnen liegenden Ausgabe.

Umbrüche gab es im Redaktionsteam des Gemeindebriefes. So schieden Matthias Hartmann, Martina Bender und Anja Partes aus dem Redaktionsteam aus. Ihnen allen sei herzlich gedankt für ihre umsichtige und oft mühselige Arbeit. Ein ganz besonderes Dankeschön gilt Matthias Hartmann, der in den letzten Jahren der „Gute Geist“ des Gemeindebriefes war und oft den Beiträgen im wahrsten Sinne des Wortes „hinterher“- laufen musste und nach diesem anstrengenden Marathonlauf immer mit einem gelungenen Layout glänzte. Also: Drei Neue mussten her, um gemeinsam mit Angelika Weis, die als konstante Größe im Redaktionsteam blieb, den Gemeindebrief mit Inhalt zu füllen – und sie wurden gefunden, siehe Ende dieses Vorworts. Die Erstellung des Layouts übernehmen Sabine Scheele-Brenne und Stefan Brenne. Euch beiden ein dickes Danke für die Übernahme dieser wichtigen Aufgabe, denn Inhalt und Form müssen stimmen.

Einen Umbruch gab es auch in der pfarramtlichen Vertretung, die nach dem Ausscheiden von Pfarrer Merten Teichmann zunächst von Dekan Andre Witte-Karp übernommen wurde und nun durch Pfarrerin Kuhn auf Seelsorge- und Kasualebene, sowie durchMarisa Mann in einem 10% Verwaltungsauftrag ausgefüllt wird. Ihnen, lieber Herr Witte-Karp, gilt unser Dank für die Unterstützung in den letzten Monaten. Mit welchen Hoffnungen Marisa Mann ihr neues altes Amt antritt, davon berichtet sie selbst auf den folgenden Seiten. Wir wünschen Ihnen, liebe Frau Mann, bei der Ausübung Ihres Amtes alles Gute und Gottes Segen.

Aufbrüche erleben unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden. Mit der Konfirmation treten sie in einen neuen Lebensabschnitt ein; sie erhalten erstmals das aktive Wahlrecht, nämlich für die Wahl zum Kirchenvorstand (die zwar in Hausen schon hinter uns liegt, aber in Garbenteich noch kommt). Die Konfirmanden werden hier vorgestellt und wie sie und ihre Mütter und Väter den Konfirmandenunterricht und Vorstellungsgottesdienst, die ja wegen der Pandemie ganz anders als in früheren Zeiten waren, erlebt haben, wird in Statements einiger Betroffener deutlich.

Über die Konsequenzen einer etwas holprigen (Brief-)Wahl des Hausener KVs berichtet Stefan Brenne. Ein erfreuliches Ergebnis ist das überzeugende Votum für unsere beiden Jugendvertreter im Hausener KV, Jennifer Weis und Jennifer Rempel.

Über Stoff-Süchtige berichtet Cornelia Liese-Heilmann und Karin Schoner eröffnet die Perspektive, wie es mit dem Seniorenkreis weitergeht. Über die Lage beim Männertreff und Fototreff berichtet Edgar Viertel-Harbich.

Umbrüche gibt es auch bei der Kinder-und Jugendarbeit. Nach dem Ausscheiden von Beate Korf und Birte Steiß wird Ulrich Berck die Kinder-und Jugendarbeit übernehmen – und  in Waldwochen zu neuen Ufern führen. Mit Adele Franz werden zur Zeit Verhandlungen geführt, um einen nahtlosen Übergang in der Leitung der Kinderchöre zu garantieren und so eine gute Voraussetzung für die Gründung einer Kindersingschule zu schaffen, die von  Dekanatskantorin Cordula Scobel geplant ist. Wir wünschen allen Beteiligten eine gute Hand und guten Mut bei der Erfüllung ihrer wichtigen Aufgaben.

Was zunächst wie ein Abbruch aussah, könnte sich als Aufbruch entpuppen. Der Hausener Kirchenchor wird nicht abgewickelt, sondern soll um Männerstimmen ergänzt werden. Stimmen von bisherigen Chorsängerinnen und Eintrittswilligen können Sie in dieser Ausgabe lesen.

Ob der Volkstrauertag ein Relikt aus dem vergangenen Jahrhundert ist, dieser Frage geht eine Stellungnahme vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge nach. Was meinen Sie dazu? Und wie sollte der Gottesdienst in das Gedenken zum Volkstrauertag eingebunden werden?

Nach dunklen Zeiten mit Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag kommt Licht in der Adventszeit und hoffentlich können wir den Garbenteicher Adventstreff gemeinsam feiern.

Vieles ist ungewiss. Daher bitten wir Sie herzlich, sich über aktuelle Entwicklungen auf der durch Udo Altmann exzellent verwalteten Website unserer Kirchengemeinden oder in den Pohlheimer Nachrichten zu informieren. Perspektivisch streben wir eine engere Verzahnung unseres Gemeindebriefes mit der website an, um besser und schneller auf aktuelle Entwicklungen eingehen zu können.

Und zum Schluss: dieses ist Ihr Gemeindebrief, bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wenn Sie bestimmte Themen behandelt sehen wollen, reichen Sie eigene Beiträge ein, schreiben Sie uns Ihre Kommentare.

Bei allen Umbrüchen, Abbrüchen und Aufbrüchen sollten uns die Worte des 2. Timotheus 1, 7 begleiten:

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

                                   Mit herzlichen Grüßen
                                   Ihre/Eure
                                   Christina Gregor-Schmidt
                                   Horst-Werner Korf
                                   Sieglinde Lang-Altmann
                                   Angelika Weis

Kraft tanken in der Natur

„Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben.“ So beginnt das fröhliche Sommerlied von Paul Gerhardt, das einen Spaziergang durch die Natur beschreibt und in den Sommergottesdiensten nicht fehlen darf. (Evangelisches Gesangbuch 503)

Da geht jemand mit Achtsamkeit spazieren und nimmt die Bäume wahr, die im vollen Laub stehen, die Lerche, die sich in die Lüfte schwingt, die Bienenschar auf der Suche nach Nektar und vieles mehr. Und derjenige, der da spazieren geht, kann gar nicht anders, als Gott zu loben und darum heißt es im Lied: “ich singe mit, wenn alles singt.“ Ich mache immer gerne Spaziergänge und in dieser Zeit der Pandemie sind sie mir noch einmal besonders wichtig geworden. Darum freue ich mich wie in kaum einem anderen Jahr auf schönes Wetter und meine Spaziergänge.

Ich tanke Kraft durch das Beobachten der Natur. Die Natur hat eine heilsame Wirkung auf meine Seele.

Ich staune, wie vielfältig und wunderbar Gott seine Schöpfung gemacht hat, die immer wieder neues Leben hervorbringt. So spürt man in der Natur Gottes Kraft, die diese Erde bewegt. Bei einem kleinen Spaziergang kann ich mich ein wenig erholen von den betrüblichen Seiten, die das Leben in der Pandemie so mit sich bringt. So erging es Paul Gerhard auch, als er das Lied geschrieben hat. Es klingt so fröhlich und man könnte glauben, er wäre ein glücklicher unbeschwerter Mensch gewesen. In Wirklichkeit aber prägt der dreißigjährige Krieg sein Leben. Dörfer und Städte liegen in Schutt und Asche. Dem Krieg folgt der schwarze Tod, die Pest. Paul Gerhardt muss geliebte Menschen gehen lassen – ein Leben lang. Schon als Kind verliert er seine Eltern. Vier seiner fünf Kinder muss er zu Grabe tragen, ebenso seine Frau. Der Pastor und Barockdichter zieht sich oft zurück in seine „Schwermuthöhle“, wie er es nannte. Aber sein Glaube gibt ihm Kraft und Hoffnung – über den Tod hinaus.

Dieses Vertrauen in Gott wird gestärkt beim Sommerspaziergang. Auch dann, wenn nicht bei allen Spaziergängen das Beobachten der Natur im Mittelpunkt steht, sondern eher das, was uns Menschen gerade an Sorgen im Herzen bewegt. Ich habe mich gerade in diesen Pandemiezeiten ganz bewusst mit Freundinnen oder Gemeindemitgliedern zum Spaziergang verabredet. Ein schöner Ausgleich für die fehlenden Kontakte. So manches Problem kann bei einem gemeinsamen Spaziergang eine Lösung finden. So manchen Kummer kann man sich von der Seele reden. Manchmal vielleicht noch besser, wie wenn man sich in einem Raum gegenübersitzt. Wie oft bin ich gestärkt von einem solchen Spaziergang im vergangenen Jahr schon zurückgekommen, mit viel Freude und neuem Mut im Herzen. Wie schön, dass es Sommer ist.

Ich freue mich auf neue Spaziergänge und wünsche auch Ihnen Zeit und Muße draußen in der Natur, in der Sie Kraft tanken können.

Es grüßt Sie herzlich

Jutta Hofmann-Weiß
Pfarrerin der Ev. Kirchengemeinde
Watzenborn-Steinberg

Endlich Sommer

Zu dieser Ausgabe

Ein bisschen Normalität scheint auch in unseren Kirchengemeinden in greifbare Nähe zu rücken. Seit Pfingsten feiern wir wieder Gottesdienste in den Kirchen in Garbenteich und Hausen. Vorläufig weiter mit Abstand und Masken.

Die Jugendlichen, die am 12. September konfirmiert werden, treffen sich wieder  in den Gemeindehäusern. 

Einige der Konfis werden vor fünf oder zehn Jahren vielleicht an einem Samstag in Hausen bei „Bibel auf. Hereinspaziert!“ dabei gewesen sein, bei einem Krippenspiel eine Rolle übernommen, im Kinderchor mitgesungen oder Spaß bei den Ferienspielen gehabt haben. Liebevoll vorbereitet war das alles von Beate Korf und Birthe Steiß. Beide haben zuletzt in den Monaten der Pandemie intensiv auf verschiedenen Wegen die Beziehung zu Kindern aufrechterhalten. Unterstützt von zahlreichen Jugendlichen.

Nun hören sie im Sommer nach vielen, vielen Jahren auf. Eine Ära der Kinder- und Jugendarbeit geht zu Ende. Wir blicken zurück.

Zugleich blicken wir voraus auf die nächsten sechs Jahre. Für diesen Zeitraum werden am 13. Juni in Hausen und am 5. September in Garbenteich Kirchenvorsteher:innen gewählt, die Verantwortung für die Zukunft der Gemeinden übernehmen.

Sollten Sie als Hausener:in noch einen Stimmzettel im roten Umschlag zuhause haben … bis um 18 Uhr am Wahltag können Sie ihn im Gemeindehaus einwerfen. Dann wird ausgezählt!

Matthias Hartmann

Für die Gemeindebrief-Redaktion

Der HERR ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

Andacht von Pfarrerin Claudia Kuhn

Mit diesem traditionellen Ostergruß grüße ich Sie ganz herzlich!

Was für eine Botschaft: „Der HERR ist auferstanden!“ .

Und was für eine Bestätigung: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“

So beginnt Ostern. Mit neuer Hoffnung und Zuversicht. Wo vorher Enttäuschung, Tod und Trauer waren, bekommen wir von Gott „Rettung“. Gott erweckt Jesus vom Tod. „Tod, wo ist dein Stachel?“

Mit Karfreitag hat Jesus den Todesstachel mit in den Tod genommen. Der Todesstachel bleibt dort. Jesus aber nicht. Gottes Auferweckung schenkt Jesus, dem Christus, neues Leben ganz anderer Art. Und wir, die wir daran glauben und darauf vertrauen, werden in diese Auferstehung mit hineingenommen. Auch wir dürfen uns über dieses neu geschenkte Leben freuen und daran teilhaben. Ein Grund zur Freude, zum Jubel und Jubilieren.

„Lasst uns lobsingen vor unserem Gott, der uns erlöst hat aus Sünde und Tod.“Ja, Christus ist erstanden, halleluja!  Eine neue Perspektive, eine neue Lebensperspektive wird uns geschenkt. „Siehe, ich mache alles neu!“ Diese Verheißung (Offb. 21,5) beginnt mit Ostern.

Die liturgischen Wochen der Passionszeit und der Karfreitag liegen hinter uns. Eine Zeit, die uns sowohl an Jesu Leidenszeit erinnert als auch an unsere Sorgnisse. Die Passionszeit erinnert somit auch uns jedes Jahr wiederkehrend an unsere Schuldhaftigkeit, an Schweres und Belastendes in unserem Leben und lädt uns ein, auf das Wesentliche im Leben zu schauen.

Das führen uns all die vergangenen Monate mit Corona auch wieder ganz deutlich vor Augen. Auch dieses vergangene Corona-Jahr  hat für uns – in ganz unterschiedlichem Maße und ganz unterschiedlicher Weise – gar manche Veränderungen gebracht. Auf manches, was uns lieb und wichtig war, mussten wir verzichten. Ein Leben auf Distanz und mit Distanz war – und ist zunächst noch weiterhin – angesagt.

Von manchen Menschen mussten wir sogar coronabedingt Abschied nehmen. Ja, auf sehr unterschiedliche Weise haben wir seit und in dieser Zeit gelitten. Jene Corona-Zeit ist in gewisser Hinsicht ebenfalls eine Passionszeit für uns, in der uns vieles schmerzlich bewusst wird. Und auch hier dürfen wir hoffen: auch nach dieser Corona-Passionszeit gibt es ein Ostern.

Die Zeit der Corona-Impfungen hat begonnen. Vertrauen wir den neuen Wegen, die uns damit eröffnet werden! Sehen wir diesem Ostern, das uns nach dieser Corona-Zeit geschenkt wird, hoffnungsvoll und zuversichtlich entgegen. Jedes jährliche Osterfest erinnert uns daran: Gott ist mit uns. Gott ist für uns. Mit jedem Osterfest kommt er uns neu entgegen. Darum: Vertrauen wir den neuen Wegen seit Ostern und mit Ostern. Wandern wir mit Ostern in die neue Zeit, „die Tore stehen offen, das Land ist hell und weit“ (EG 395).  

Ein neues Land liegt pfarramtlich nun auch vor Ihnen. Für die nächste Zeit werde ich als Pfarrerin vertretungsweise bei Ihnen Dienste übernehmen. Ähnlich wie bei meinem Vertretungsdienst für Pfrn. Marisa Mann in Watzenborn-Steinberg wird mein Aufgabengebiet bei Ihnen dabei die Bereiche Seelsorge, Gottesdienst und kirchliche Amtshandlungen umfassen.

Auf ein Kennenlernen mit Ihnen freue ich mich. Scheuen Sie sich nicht, mich zu kontaktieren, auch wenn Corona manches zunächst noch erschwert.

Zu meiner Person: Ich bin verheiratet mit Jürgen Kuhn, Gemeindepfarrer in Großen-Buseck. Wir wohnen im dortigen Pfarrhaus und haben drei Kinder. Neben der Pfarrstelle meines Mannes bin ich in Großen-Buseck mit einer halben Pfarrstelle im Dienst. So ist es mir nun möglich, vertretungsweise hier bei Ihnen und in der Kirchengemeinde Watzenborn-Steinberg zur Entlastung mitzuarbeiten.

Vertrauen wir Gottes Wegen und sehen neuen Wegen hoffnungsvoll entgegen. Mit Ostern steht uns eine neue Zuversicht und verheißungsvolle Zukunft offen, „das Land ist hell und weit“. Denn, es gilt: „Der HERR ist auferstanden!  Er ist wahrhaftig auferstanden!“

Pfarrerin Claudia Kuhn

Von Umbrüchen und Aufbrüchen

Dieser Gemeindebrief spiegelt Abbrüche und Umbrüche, aber auch Aufbrüche im Leben der Kirchengemeinden in Garbenteich und Hausen/Petersweiher wie der gesamten evangelischen Kirche wider.

Obwohl seit einem Jahr wegen Corona der Ausnahmezustand herrscht, gelingt es Beate Korf, den Kontakt zu Kindern in der Gemeinde zu halten.

Stadtjugendpfarrer Alexander Klein führt Jugendliche aus unseren Gemeinden wie auch aus Watzenborn-Steinberg in persönlichen Begegnungen und Video-Konferenzen zur Konfirmation, die im Herbst gefeiert wird. Zugleich hat er in den letzten Monaten mit zahlreichen jugendlichen Mitarbeiter:innen die Junge Kirche Gießen eröffnet.

Dass der grundlegende Auftrag der Kirche, Nächstenliebe durch persönliche Seelsorge, während der Pandemie möglich ist, wird in den Berichten von der Klinikseelsorge sowie der Telefonseelsorge und dem Besuchskreis sichtbar.

Schon lange vor Corona zeichnete sich ab, dass unsere Kirche zukünftig deutlich kleiner sein wird. Weniger Mitglieder, das bedeutet weniger Kirchensteuern, mithin Reduzierung und Konzentration kirchlicher Aufgaben. An dieser Stelle danken wir Ihnen, die Sie an der Kirchenmitgliedschaft festhalten und dafür einen Beitrag oder Spenden zu entrichten bereit sind, ausdrücklich!

Mittlerweile ist allen Verantwortlichen deutlich, dass nur Zusammenarbeit zwischen benachbarten Gemeinden die kirchliche Arbeit sichert.

Die Kirche bleibt auch zukünftig im Dorf. Doch bedeutet das nicht, dass es in jedem Ort kirchliche Präsenz in dem Umfang gibt, den wir in den zurückliegenden Jahrzehnten des Wachstums gewohnt waren. In Pohlheim und Fernwald beginnen wir konkret mit einem gemeinsamen Gemeindebüro.

Verantwortlich für die Umgestaltung und Zukunftssicherung der Gemeinde sind die Kirchenvorsteher und Kirchenvorsteherinnen . Am 13. Juni wählen die Hausener Gemeindemitglieder den Kirchenvorstand für die nächsten sechs Jahre neu; wegen Corona in Allgemeiner Briefwahl. Sie müssen sich um nichts kümmern, die Wahlunterlagen werden Ihnen automatisch mit der Post zugesandt. In Garbenteich wird im September gewählt, weil die erforderliche Anzahl von Kadidierenden jetzt nicht erreicht werden konnte.

Auch persönliche Veränderungen kennzeichnen Umbrüche und Aufbrüche in Garbenteich und Hausen. Pfarrer Merten Teichmann verabschiedet sich von den Gemeinden. In den kommenden Monaten wird Pfarrerin Claudia Kuhn aus Großen-Buseck Gottesdienste feiern, Kinder taufen, Paare trauen oder Verstorbene bestatten sowie seelsorgerlich tätig werden. Bis die freigewordene Pfarrstelle wieder neu besetzt ist, übernimmt Dekan André Witte-Karp als Vakanzvertreter Verantwortung, um die beiden Kirchenvorstandsvorsitzenden, Angelika Weis und Stefan Brenne, zu entlasten.

Helmut Johanns folgt Markus Dobler als Küster in Hausen. Andrea Aff übernimmt die Aufgaben der Hausener Gemeinde-Sekretärin von Sabine Hickmann, die nach Watzenborn-Steinberg gewechselt ist. In Garbenteich steht die Neubesetzung im Gemeindebüro noch aus.

Über all das können Sie auf im Gemeindebrief lesen.

Frohe Ostern wünscht Ihnen im Namen der Gemeindebrief-Redaktion

Matthias Hartmann

Weihnachten findet statt! – Sondergemeindebrief

Weihnachten geschieht auch ohne menschliches
Zutun in diesem Jahr für uns und diese Welt.
Freut euch und fürchtet euch nicht!

GESEGNETE WEIHNACHTEN!

Weihnachten findet statt!

Auch in Garbenteich und Hausen finden Weihnachten keine Gottesdienste statt. Diese Entscheidung ist den Mitgliedern der Kirchenvorstände sehr schwer gefallen, aber in Verantwortung für die Gesundheit der Menschen haben wir uns für die Absage der Gottesdienste bis in den Januar hinein entschieden. Wir hoffen auf das Verständnis all derer, die sich wie wir auf  Gottesdienste gefreut haben.

„Wir müssen Weihnachten retten.“

Das habe ich in letzter Zeit oft gehört. Nein, Weihnachten braucht keine Rettung, Weihnachten rettet uns!

Weihnachten geschieht auch in diesem Jahr ohne menschliches Zutun für uns und diese Welt!

Es hat zweitausend Jahre überstanden. Ist in vielen Kriegen gewesen. War bei den Kranken zahlloser Seuchen. Hat sich an die Seite der Verfolgten gestellt und sich nicht darum gekümmert, ob Lametta am Baum hing.

Weihnachten hängt nicht davon ab, ob fünf oder zehn zusammenkommen; auch nicht davon, dass wir Gottesdienste feiern können.  Weihnachten lässt sich nicht machen.

Denn die Geschichte ist da. Der Stern ist da. Menschen sind da, an vielen verschiedenen Orten – die meisten dieses Jahr wohl zuhause.

Vor allem die Geschichte ist da. Das scheint mir wichtig zu sein.

Sie können sie unten lesen.

Von Hoffnung erzählt diese kleine göttliche Geschichte: Vor allem davon, dass es keinen Winkel in der Welt gibt, keine Sekunde unseres Lebens gibt, die ohne Gott ist. „Fürchtet euch nicht! Euch ist der Heiland geboren.“

Uns wird in der Geburt Jesu versichert: Du bist nicht allein, du hast einen Beistand, einen Helfer, einen Heiland. Die himmlischen Mächte haben in Jesus Gestalt angenommen und sind in die Sphäre des Irdischen eingegangen. Alles soll neu werden – auch bei dir. Hab Zuversicht in das, was morgen kommt!

Ein Anfang ist mit Jesus gemacht. Himmel und Erde, Gott und Welt haben sich miteinander verbunden. Nichts auf der Welt ist ohne Gott, seine Gnade und seinen Frieden.

Das kommt auch in diesem Jahr genau richtig: Hoffnung in der Coronazeit!

Hoffnung, dass alles wieder gut wird?

Kaum und schwer zu glauben. Doch:

„Hoffen heißt darauf vertrauen, dass es sinnvoll ist, was wir tun. Hoffnung ist Widerstand gegen Resignation, Mutlosigkeit.“ So sagt es der Theologe Fulbert Steffensky.

Der Theologe und Evangelist Lukas erzählt von Zeichen: Die Geburt eines Kindes in dunkler Nacht, von Hirten und von singenden Engeln.

Das sind Zeichen dafür, dass es neben der rauen Wirklichkeit, von der etwa die Tagesschau erzählt, noch eine ganz andere gibt: Dass diese Welt nämlich von Gott beseelt ist.

Lukas erzählt von Zeichen, in denen wir das Große ahnen und lesen sollen: „Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“

Es ist nicht leere Hoffnung, sondern hat einen guten Grund, was wir uns in diesen Tagen wünschen:

Frohe und gesegnete Weihnachten!

Ihr Pfarrer Merten Teichmann und die Vorstände der Kirchengemeinden Garbenteich und Hausen/Petersweiher

Spendenaufruf

Die jährlichen Sammlungen in den Weihnachtsgottesdiensten sind ein wichtiger Teil der Einnahmen von „Brot für die Welt“ für notleidende Menschen. Die Weihnachtskollekten fehlen ausgerechnet in einem Jahr, in dem die Not durch Corona weltweit massiv gestiegen ist und die Partnerorganisationen Hoffnung auf unsere Hilfe setzen. Wir bitten Sie ganz herzlich darum, Spenden zu überweisen oder im Internet zu spenden.

„Brot für die Welt“ : DE10 1006 1006 0500 500 500

Dem Anfang Advent verteilten Gemeindebrief lag ein Überweisungsschein bei

Krippenspiel

Das Krippenspiel der  Hausener Kinder finden Sie als Video unter https://www.kirche-miteinander.de/es-war-einmal-krippenspiel-2020/

Mediale Angebote

Das ZDF überträgt Heiligabend, 19.15 Uhr, eine Christvesper aus der Evangelischen Saalkirche Ingelheim mit dem Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung.

Im Hörfunk überträgt hr2 Heiligabend um 22.15 Uhr die katholische Christmette aus der St. Bonifatius-Kirche in Gießen mit dem katholischen Dekan Hans-Joachim Wahl.

Das Evangelische Dekanat Gießen und Innenstadtgemeinden haben einen Online-Gottesdienst mit Dekan André Witte-Karp ins Internet gestellt. Sie finden ihn und weitere Informationen unter

www.giessen-evangelisch.de

Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.

Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.

Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten.

Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Lukas-Evangelium 2, 1-20

Weihnachten findet statt!

Zu dieser Ausgabe

Es wird anders sein in diesem Jahr. Aber, Weihnachten findet statt! Wir laden Sie ein, gemeinsam die Geburt Christi zu feiern. In oder vor Ihrer Kirche in Garbenteich und in Hausen.

Auch jetzt bei Druck dieses Gemeindebriefes vor dem 1. Advent steht einiges unter Vorbehalt.

Auf vieles, was uns viel bedeutet, mussten wir in den zurückliegenden Monaten verzichten.

Unbefangene Gemeinschaft und gemeinsamer Gesang durfte nicht sein. Besonders hart trifft das den Chor und die Senioren. Aber auch die Arbeit mit Kindern war nur eingeschränkt möglich. Die Konfirmationen mussten auf September verschoben werden. Der Hausener Kirchenvorstand tagte in den Bänken der Kirche, weil der Gemeindesaal nicht den nötigen Abstand ermöglichte.

„Es werden Dinge abbrechen und es werden Dinge aufbrechen. Besonders schwierig ist, dass wir noch nicht einmal wissen, was tatsächlich abgebrochen sein wird nach dieser langen Krise.“ Das sagt Dekan André Witte-Karp im Interview in diesem Gemeindebrief. Zugleich beobachtet er in den Gemeinden in und um Gießen Aufbrüche.

Auch bei uns blühte Kreativität auf. Beate Korf, Birthe Steiß, Tessa Schäfer sowie Rie und Julius Schöffmann improvisierten im Lauf des Jahres , damit sich Kinder unbeschwert an oder in der Kirche treffen konnten.  Immer wieder stellten sie ihr Engagement kurzfristig auf die aktuelle Situation ein und hielten während des Lockdowns mit den Kindern Kontakt. Sie sind es auch, die in den Wochen vor Weihnachten unter besonderen Corona-Vorkehrungen ein Krippenspiel der Kinder üben und vor der Videokamera aufführen. Gezeigt wird es beim Familiengottesdienst vor der Kirche am Heiligen Abend.

Die Gottesdienste sind kürzer geworden. Hygienepläne wurden ausgearbeitet, um die Infektionsgefahr zu verringern. Seit November müssen die Mund-Nase-Bedeckungen aufbehalten werden.  Seit Beginn der Pandemie durfte nicht gemeinsam gesungen werden. Und trotzdem  erklangen die Melodien und Worte aus dem Gesangbuch. Wie? Das können Sie in diesem Gemeindebrief nachlesen.

Improvisiert wird ebenso in den Konfirmandenstunden mit den neuen Konfis, die wir Ihnen vorstellen.

Die Kirchenvorstände unserer Gemeinden bereiten sich für das gemeinsame Gemeindebüro in Garbenteich vor. Auch aus Albach,  Steinbach und Watzenborn-Steinberg wurde Zustimmung signalisiert. Eine Projektgruppe traf und trifft sich unverdrossen von den Einschränkungen mit und ohne Maske, in Video-Konferenzen, oft persönlich im großen Saal der Gemeinde Watzenborn-Steinberg.

Dass die Kirchenvorstandswahl im Juni 2021 unter besonderen Bedingungen stattfindet, ist absehbar. Corona verändert alle Regeln. Selbst wenn wir in diesem Gemeindebrief noch zur Gemeindeversammlung im Januar einladen, ist es wahrscheinlich, dass kurz nach Druck die Kirchengesetze geändert worden sind. Dann sind die Kandidatenlisten auch ohne Versammlung während der Pandemie gültig.

Aktuell informieren wir Sie in den „Pohlheimer Nachrichten“ oder im Internet kirche-miteinander.de

Eine frohe Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen für die Gemeindebrief-Redaktion

Matthias Hartmann

Weite Wege

Liebe Gemeinde,

„Sie haben einen weiten Weg vor sich.“ Das sagte mir zu Beginn meiner Reha, sechs Wochen nach dem Schlaganfall, die aufnehmende Ärztin.
Ermutigt hat mich der Satz nicht.

Zum Propheten Elia hat diesen Satz ein Engel gesagt, so erzählt es die Bibel, als Elia am Ende seiner Kräfte war: Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir (1. Buch der Könige 19,7).

Was war geschehen?
Elia hatte nicht nur einen weiten Weg vor sich, sondern bereits eine lange Strecke zurückgelegt. Die biblische Geschichte über Elia nimmt uns hinein in die Zeit des 9. Jh. vor Chr:  König Ahab, der König Israels, heiratet die phönizische Prinzessin Isebel, die den Gott Baal verehrt.
Die Menschen des damaligen Nordreiches Israel geraten in Zweifel, wem sie vertrauen, auf was sie hoffen dürfen, dem Gott Baal oder Jahwe.
Der Prophet Elia, ein glühender Verehrer Jahwes, will durch ein Gottesurteil beweisen, dass Jahwe der wahre Gott ist. Elia versammelt 450 Propheten des Gottes Baal auf einem Berg. Beide Parteien sollen bei ihren Göttern Feuer erbitten, um ein Brandopfer zu entzünden. Elias Rechnung geht auf. Während sich die anderen Propheten vergebens mühen, schickt Jahwe das erbetene Feuer vom Himmel.

Das Gottesurteil ist vollzogen. Das ganze Volk bekehrt sich zu Jahwe, dem Gott Israels. 
Doch Elia will ein für alle Mal Schluss mit der Verehrung Baals machen und lässt alle Baalspropheten töten. Isebel tobt vor Wut und lässt Elia verfolgen, um ihm das Gleiche anzutun, was der ihren Propheten angetan hat.

Elia flieht in die Wüste. Nach vielen Tagen auf der Flucht sinkt er unter einem Ginsterstrauch müde zu Boden und betet: „Es ist genug. So nimm nun, Herr, meine Seele. Ich bin nicht besser als meine Väter.“
Erschöpft schläft er ein. Gott schickt ihm einen Engel,  so erzählt es die Bibel, der ihm mehrmals etwas zu essen und zu trinken vorsetzt und ihn auffordert, sich zu stärken, mit der Begründung: „Du hast einen weiten Weg vor dir.“

Stärkung für weite Wege

Wer weite Wege zurücklegen muss, braucht Stärkung. Elia gab die Speise so viel Kraft, dass er vierzig Tage und Nächte hindurch zum Berg Horeb gehen konnte, bei dem er eine Gottesbegegnung hatte und den Auftrag bekam, einen neuen König für Israel zu salben.
Wer weite Wege zurücklegen muss, braucht Stärkung. Menschen, die jemanden verloren haben, brauchen so eine Stärkung, um zurück ins Leben zu finden. Kranke Menschen auch.
Und uns allen dürfte längst klar geworden sein, dass auch der Weg aus der Corona-Krise heraus ein langer Weg sein wird.

Wer weite Wege zurücklegen muss, braucht Stärkung. Wie gut, dass wir wieder Gottesdienste feiern dürfen, in denen Gott uns mit seinem Wort berührt und stärkt.
„Gott ist mein Hirte, er weidet mich auf grüner Aue und erquickt die Seele“, so singt es der berühmte Psalm.
Viele erleben das im Gottesdienst. Er gibt ihnen Kraft, um die Krise, in der sie stecken, durchzustehen, um zu kämpfen, um sich auf den Weg in die Zukunft zu machen.
„Wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.“ Dieser Spruch ist wohl genau so bekannt wie der Psalm.
Dabei wird sicher auch an ein ‚Licht von oben‘ gedacht, an die Hilfe, die durch Gott geschickt wird, vielleicht durch einen leibhaftigen Engel, vielleicht auch durch einen Menschen, durch ein Wort aus der Bibel, einen wohltuenden Gottesdienst oder auch durch das Lächeln und gute Worte oder die liebevolle Zuwendung eines Anderen.

Um Gottes Segen bitten

Ich weiß aus Erfahrung heraus, dass es gut tut, bei Geburtstagsbesuchen und Telefonaten um Gottes Segen zu bitten. Und dabei vertraue ich darauf, dass Gott dem Geburtstagskind die Kraft und das Licht gibt, die er auch mir für den langen Weg damals gegeben hat.

Gott segne und stärke Sie für den Weg, der vor Ihnen liegt!


Pfarrer Merten Teichmann


Gedanken zum Pfingstfest

Liebe Gemeinde,

ich weiß, es ist allgegenwärtig! Vieles hat sich verändert, das vor wenigen Monaten noch undenkbar schien.

Nun leben wir schon eine ganze Weile mit den veränderten Bedingungen, ausgelöst durch Corona. Abstandsregeln, Shutdown, Lockerungen. Hygieneschutzmaßnahmen wurden erstellt, die uns in diesem Spannungsfeld sicherlich noch eine Weile begleiten.

Sie spüren, das geht natürlich auch an uns als Kirchengemeinde nicht spurlos vorbei. Trotz der vielen Einschränkungen und Bestimmungen, die es zu beachten gilt, bin ich frohen Mutes über das, was in den Gemeinden während dieser Wochen alles auf die Beine gestellt wurde. Kirchenöffnungen mit Mitnehmandachten, digitaler Konfi-Kontakt und verschiedene Formen der Kommunikation, wie z.B. der Ostergemeindebrief etc.

Diese Veränderungssituation erinnert mich an ein Ereignis, an dem Gottes Geist eine große Rolle spielt.                          

Pfingsten!

Denn als Geburtstag der Kirche angesehen ist es ein Fest mit großem Potential und Wirkungsgeschichte – bis heute.

Begeben wir uns auf Spurensuche:

Was haben die Jünger Jesu nicht schon alles erlebt seit er gewirkt, gekreuzigt, auferstanden und dann zum Himmel aufgefahren ist. Ein Wechselbad der Gefühle zwischen dem, was man erfahren und erlebt hat, und dem, was möglicherweise auf einen zu kommt. Das auszuhalten ist nicht leicht. So gerade bei uns, als auch bei den Jüngern.

Belebende Unruhe

Viele von ihnen sind durch Christus in den Glauben hineingewachsen, doch als er fortging und er nicht mehr persönlich bei ihnen sein konnte, wurde es schwer sich auch den drängenden Fragen und Anfechtungen zu stellen. Eine Unruhe erwächst, die nochmal ganz neu zum Tragen kommt.

Am Pfingstfest in Jerusalem sind sie alle beisammen, verschiedene Menschen verschiedener Länder mit verschiedenen Sprachen.

Da kommt Gottes Geist über sie und sie verstehen einander in ihrer jeweiligen Sprache. Petrus ergreift das Wort und spricht: „Da will Gott ausgießen von seinem Geist auf alles Fleisch.“ (Apostelgeschichte 2, 17)

Ungewohntes geschieht, in Jerusalem und heute hier. Aber in und aus dieser Veränderung entsteht Neues. Die Jünger begannen miteinander neu zu kommunizieren und versuchten, die jeweiligen Bedürfnisse und Glaubensansätze zu verstehen.

„Kirche“ wird geboren. Auch in der Corona-Situation haben wir uns als „Kirche miteinander“ auf kreative Art und Weise von Gottes Geist begleiten lassen und damit schon hoffnungsvoll erlebt, wie wir mit Veränderungen umgehen können.

Gottes Geist, er bringt in Bewegung, schafft neue Formen, so wie wir neue Formen finden müssen um miteinander im Kontakt zu sein und zu bleiben oder neue Formen des Miteinanders entwickeln.

Ideen dazu gibt es schon hier in diesem Gemeindebrief und den Ausblick, gerade zu diesem Fest unsere Kirchen wieder zu öffnen.

Lassen wir uns anstecken vom Geist Gottes und neben dem alltäglichen Ballast auch dankbar sein für seine Begleitung und für die Chancen, die er uns auftut.

Es grüßt sie herzlich

Ihre Spurensucherin

Pfarrerin Marisa Mann