Andacht zum Gemeindebrief Frühling 2022

Spot an!

Vor gerade mal 4 Jahren waren wir im Rahmen einer Konfifreizeit zu Gast in einem namhaften Fernsehstudio in Mainz.

Momentan leider kaum denkbar. Doch eindrucksvoll wirkt es bis heute allemal nach, wenn es dort dann hieß „Spot an!“ Der Scheinwerfer surrte und „ZACK“, das was in Szene gesetzt werden sollte – war im Fokus und hell erleuchtet.

Ein Wechselspiel zwischen Licht und Schatten, zwischen hell und dunkel.
In einem solchen Wechselspiel bewegen wir uns auch in unserem Kirchenjahr. Höhen und Tiefen werden abwechselnd von einem „Spotlight“ in Szene gesetzt.
Der Scheinwerfer schwenkt dabei zwischen Himmel und Erde hin und her oder konkret gesprochen zwischen Mensch und Gott.

In der Weihnachtszeit hat man das Gefühl, dass nicht nur ein Spotlight den Himmel erleuchtet, sondern ganze Heerscharen den Blick gen Himmel wenden. Denn in der weihnachtlichen Botschaft heißt es, Gottes Liebe soll unter uns Menschen wohnen und zu uns auf Erden kommen!

Doch sobald die weihnachtliche Zeit vorbei ist, scheinen die Scheinwerfer verschwunden und der Schatten bemächtigt sich des Kirchenjahres.

Die Passionszeit hat nichts Glanzvolles auf den ersten Blick. Sie fristet ihr Dasein im Stillen, in sich gekehrten, bedächtigen. Doch gerade dort im Verborgenen finden sich die Eckpunkte, die es verdienen ebenso in Szene gesetzt zu werden. Ist nicht gerade die Zeit der Passion eine Zeit, die sich hier auf Erden unter uns Menschen abspielt? Also der Scheinwerfer auf uns, die Menschen, gerichtet. Das was uns berührt, womit wir ringen oder gar was uns innerlich aufwühlt und bewegt. Eine Zeit die das Schwere ins Licht rückt. Eine Zeit die Spannung aufbaut, indem wir in jedem neuen Kirchenjahr erspüren sollen, Christus, der Mensch wurde, ist auch in unserem Leid an unsere Seite und ist uns nah, wenn wir die Welt als hart und ungerecht empfinden. Hier liegt das verborgene Licht, der göttliche Funke unter uns Menschen. Nach 40 Tagen Zeit der Passion, schwenkt der Scheinwerfer erneut und erleuchtet das Dunkel. Die Ostertage, an denen der Sieg des Lebens über den Tod gefeiert wird, werden zum Lichtfest. Im „Spotlight“ nun wieder der Himmel, von dem wir Hilfe erwarten können.

Gerade in der Passions- und Osterzeit berühren sich Himmel und Erde, das Menschliche und das Göttliche besonders. Denn in der Auferstehung hat Christus das Licht in die ganz persönliche Dunkelheit gebracht und er schenkt neues Leben – neues Licht. Nicht von Ungefähr findet auch gerade an Ostern die neue Osterkerze ihren Platz im Kirchraum, im Gedenken an den Sieg des Lebens über den Tod, den Sieg des Lichts über das Dunkel.

Himmel und Erde – hell und dunkel- immer im Wechsel ausgeleuchtet von den Scheinwerfern des Kirchenjahres und wir mittendrin in den Höhen und Tiefen des Lebens.

Verwurzelt auf der Erde und in den Zusammenhängen unseres Lebens (er)leuchtet Gott unseren Weg, gibt Zuversicht und Kraft, richtet uns auf und erhält uns.
Ich wünsche Ihnen und uns allen, dass Gottes Kraft zwischen Himmel und Erde, zwischen dem Hell und Dunkel in allen Lebenslagen, Ihr und unser persönliches Spotlight ist. Der helle Schein von Ostern möge Ihnen und uns leuchten und die österliche Hoffnung immer wieder ganz persönlich ins Szene setzen.

Eine gesegnete Passions- und österliche Zeit wünscht Ihnen und Euch,
Marisa Mann

Gemeindebrief Frühling 2022

Liebe Leserinnen und Leser!

In den kommenden Monaten erleben wir mit Karfreitag und Ostern wichtige Stationen im Kirchenjahr, welche die ganze Tiefe christlichen Glaubens umspannen – vom Tod am Kreuz bis zur Auferstehung und wir wünschen Ihnen, dass die österliche Botschaft bei Ihnen ankommt und Sie erfasst.

Erstmals mit der vorliegenden Ausgabe erscheint unser Gemeindebrief in einem neuen Gewand. Das Redaktionsteam hat sich zum Schutz der Ressourcen entschlossen, von Glanzpapier auf eine Naturschutz-Kollektion mit dem Produktnamen „Dachs“ umzustellen. Hierdurch sparen wir pro Ausgabe 3329 Liter Wasser, 285 kWh Energie und 209 kg Holz ein. „Dachs“ ist mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnet. Eine weitere Neuerung ist die Aufnahme einer Kinderseite, womit wir die ganze Familie am Gemeindebrief teilhaben lassen.

Leider bleibt die Corona-Lage auch in den nächsten Wochen ungewiss. Im Januar führten drastisch steigende Infektionszahlen dazu, den Landkreis Gießen zum Hochinzidenzgebiet zu erklären. Wir hoffen sehr, dass sich die Infektionslage im Frühjahr deutlich verbessert und wir die Gottesdienste und andere Gemeindeveranstaltungen wieder in einem halbwegs normalen Rahmen begehen können. Aber – zum jetzigen Zeitpunkt (Ende Januar) – lassen sich keine verlässlichen Prognosen erstellen. Wie bereits im letzten Gemeindebrief bitten wir Sie auch jetzt wieder, sich über aktuelle Entwicklungen auf der Website unserer Kirchengemeinden oder in den Pohlheimer Nachrichten zu informieren.

Wir hoffen, dass die neue Ausgabe unseres Gemeindebriefes mit Rückblicken und Ausblicken wieder auf Ihr Interesse stößt, und freuen uns sehr über Ihre Rückmeldungen. Bitte informieren Sie uns, wenn Sie bestimmte Themen im Gemeindebrief behandelt sehen wollen oder reichen Sie uns eigene Beiträge ein.

Mit dem Osterlied (EG 116) Er ist erstanden, halleluja
grüßen herzlich
Ihre/Eure
Susann Balser-Hahn
Christina Gregor-Schmidt
Horst-Werner Korf
Sieglinde Lang-Altmann
Angelika Weis

(Foto: Lotz)

Andacht zur Ausgabe Weihnachten 2021/2022

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Herbst ist da! Vorbei sind die „goldenen“ Herbsttage mit angenehmen Temperaturen und mildem Sonnenschein. Nun kommen vermehrt Tage mit dunklem Nebelgrau und auch der Winter ist schon nicht mehr weit.

Wie geht es in dieser Zeit unserer Seele? Wonach sehnen wir uns? Nach wohliger, kuscheliger Wärme? Nach einem – auch innerlich wärmenden – Getränk oder deftigem Essen? Nach mehr Licht und Sonnenschein? – Mit den zunehmend dunklen Tagen sehnen wir uns nach et-was, was uns gut tut – körperlich und ebenso auch seelisch. Aufmerksame Worte, die uns innerlich aufrichten und unsere evtl. niedergedrückte Stimmung aufhellen, können da zu einem wahren Lebenselixier werden.

„Mache dich auf und werde licht!“ – Vielleicht haben Sie diese Worte schon einmal gehört, kennen das gleichnamige Lied als Kanon oder gar die „Originalverse“ aus der Bibel?

Im Alten Testament, im Buch des Propheten Jesaja, heißt es in Kapitel 60:

„Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Völker werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.“

– Was für ein Zuspruch! Ganz besonders in den vergangenen tristen, nebligen, düsteren Novemberwochen und den nachfolgenden dunklen Dezembertagen.

Wer nun mit persönlicher Betroffenheit aus dem „dunklen Land der Trauer“ vom Totensonntag herkommt: da scheint – bei manchen Gräbern auch äußerlich durch Grablichter angedeutet –mit den Worten des Propheten Jesaja schon das Licht auf, das uns aus der Dunkelheit, der Trauer und der Todverfallenheit einen Lichtblick hinschenkt in die Denkrichtung „Ewigkeitssonntag“; denn für Christen hat nicht der Tod das letzte Wort, sondern Gott kommt uns in Jesus Christus als dem Auferstandenen und dem „Licht des Lebens“ entgegen und mit ihm haben wir die Verheißung am „ewigen Leben“ teilzuhaben.

Aber auch wenn wir nicht direkt in der Trauer um einen verstorbenen Menschen stehen, so sind auch wir von mancherlei anderen Finsternissen (Sorgen,
Krankheit, …) umfangen.

In welcher Art von Finsternis wir nun gerade leben – ob in Trauer oder in Sorgen – lassen wir uns doch mit den Worten des Propheten Jesaja einladen: „Mache dich auf und werde licht – denn: DEIN LICHT KOMMT!“ Wir sind eingeladen, uns in Hoffnung und Zuversicht auf Gott hin auszurichten, der uns mit seinem Licht der Liebe, der Versöhnung und des Segens unser Leben erhellen, ja „hell machen“ will.

Unabhängig von „emotionalen“ seelischen Finsternissen (Trauer, Sorgen, Krankheit, …) geht unser Leben dabei mit dem Rhythmus der Natur. Winter- und Sommersonnenwende prägen die jeweilige Tageshelligkeit und -dunkelheit.

Was setzen wir in diesen dunklen Zeiten für ein Zeichen? Na klar doch: Ein Licht! Besser noch: Mehrere Lichter! Licht(er) gegen die Dunkelheit! Licht(er) gegen die astronomische ebenso wie die emotionale „innere, seelische“ Dunkelheit! Offen-sichtlich wird dies z.B. auch am Adventskranz. Mit jeder Woche der zunehmenden astronomischen Dunkelheit setzen wir eine brennende Adventskerze entgegen. Damit es in unserem Leben nicht nur räumlich hell(er) werden möge, sondern auch emotional und seelisch! Getoppt wird die zunehmende Lichterfülle dann wenige Tage nach der Wintersonnenwende mit den vielen Lichtern am Weihnachtsbaum. Natürlich stehen auch diese vielen Weihnachtsbaumlichter als „Lichterbaum“ für eine „emotionale“ Wende: Trotz aller Dunkelheit(en) um uns herum: Es wird hell! Das Licht siegt gegen alle Dunkelheit und Finsternis. Es siegt gegen astronomische wie gegen emotionale Finsternis.

So erinnert uns jede Advents- und Weihnachtskerze daran: Es wird licht und Licht in unserem Leben, denn: Gott kommt uns entgegen, wird Mensch und schenkt uns in seinem Sohn Jesus „das Licht der Welt und des Lebens“.

Mit diesem Wissen wird es hell in unserem Leben!
Welch ein Grund zur Freude!
Deshalb:

„Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!“

Eine gesegnete Licht-Zeit
wünscht Ihnen Pfarrerin
Claudia Kuhn

Gemeindebrief Winter 2021/2022

Liebe Leserinnen und Leser!

Nach dunklen Zeiten mit Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag kommt nun das Licht in der Adventszeit und zu Weihnachten. Mögen Sie in den kommenden Wochen die Liebe und Nähe Gottes in besonderer Weise erfahren. Für das kommende Jahr wünschen wir Ihnen Gesundheit und Gottes reichen Segen.

Wir hoffen, dass auch die neue Ausgabe unseres Gemeindebriefes mit Rückblicken und Ausblicken für Sie von Interesse ist, und freuen uns sehr über Ihre Rückmel-dungen. Bitte informieren Sie uns, wenn Sie bestimmte Themen im Gemeindebrief behandelt sehen wollen oder reichen Sie uns eigene Beiträge ein.

Im Hinblick auf die Corona-Lage bleibt gerade in der kalten Jahreszeit vieles un-gewiss. Daher bitten wir Sie herzlich, sich über aktuelle Entwicklungen auf der Website unserer Kirchengemeinden oder in den Pohlheimer Nachrichten zu infor-mieren.

In eigener Sache können wir berichten, dass sich Frau Susann Balser-Hahn aus Garbenteich zur Mitarbeit in unserem Redaktionsteam bereit erklärt hat. Hierüber freuen wir uns sehr.

Mit den Worten der Jahreslosung für 2022 aus Johannes 6,37

Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen

grüßen herzlich Ihre/Eure
Susann Balser-Hahn
Christina Gregor-Schmidt
Horst-Werner Korf
Sieglinde Lang-Altmann
Angelika Weis

Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir werd‘ ein guter Baum, und lass mich Wurzel treiben….

Eine Andacht von Pfarrerin Marisa Mann zu Paul Gerhardts „Geh aus mein Herz“, Strophe 14

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn sie diesen Gemeindebrief in ihren Händen halten, stehen die Bäume des Waldes sicherlich noch in vollem Grün. Doch schon in ein paar Wochen werden die ersten Blätter fallen, bis dann der Baum in den herbstlich, winterlichen Monaten majestätisch kahl sein Dasein fristet, bevor er dann im nächsten Frühjahr neue Jungblätter treibt.

Der jahreszeitliche Kreislauf ersichtlich am Baum hat auch christlich eine große Symbolkraft.

Das Motiv des Baumes durchzieht die ganze Bibel. Es beginnt mit den Bäumen im Garten Eden und endet mit dem Baum in der himmlischen Stadt Jerusalem, der zwölfmal Früchte trägt und an dem Strom gepflanzt ist, der die Stadt durchfließt. Das Motiv Baum prägt wohl auch deshalb so stark, weil er ein Symbol für das Leben überhaupt ist.

Auch in dem musikalischen Sommergesang, dem bekannten und beliebten Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud“ von Paul Gerhardt, geht der Theologe und Liederdichter so weit, dass er sich als Mensch dazu anhält, symbolisch ein guter Baum im Paradiesgarten Gottes zu werden.

Ein schönes Bild, unsereins als guter Baum in Gottes Garten.

Doch was müssen wir als guter Baum im Lebensalltag alles aushalten? Die Stürme des Lebens mit allem Gegenwind, der sich in vielen Bereichen des Lebens auftut, sei es in der Politik, Gesellschaft oder auch im Privaten. So manches Mal lässt sich ein Baum auch biegen, um den Sturm gut durchstehen zu können. Ein anderes Mal, bricht der Stamm, weil er nicht mehr standhalten kann, oder wird sogar entwurzelt.

So stellt sich nicht nur bei einem Baum die Frage, wie stark er ist? Sondern auch bei uns. Wie fest sind wir verwurzelt, so dass wir gut und standhaft werden oder bleiben können in den allumfassenden Bereichen des Lebens. Doch was braucht es zu gutem Wurzelwerk, das den Baum stark machen kann?

Natürlich Wasser, Sonne, guter und nährstoffreicher Boden. Viele Stoffe dringen durch das Wurzelwerk in den Stamm. So auch bei uns. Viele Gegebenheiten formen uns zu dem Menschen, der wir sind. Doch wie beim Baum braucht es neben den äußerlichen Dingen, wie Sonne und Wasser auch bei uns einen guten Grund, aus dem wir Kraft gewinnen können und der uns stark macht.

Unser Untergrund, in dem wir unser Wurzelwerk schlagen lassen können, ist der Glaube an den Dreieinigen Gott. Dessen Kraft kann uns in den Herbststürmen des Lebensalltags durchströmen, unseren Wurzeln Halt geben, den Stamm versorgen und bis hinauf in die kleinsten Verästelungen vordringen, sodass wir selbst auch gespeist aus seiner Kraft wieder selbst davon Fruchtknospen anlegen können.

Gott ist unser Grund, von dem wir zehren, der uns erblühen und austreiben lässt, der uns Kraft gibt in den heutigen unsicheren und verletzlichen Zeiten und wie auch Paul Gerhardt den Stürmen des Lebens zu trotzen.

So wünsche ich uns allen von Gottes Kraft durchdrungen zu werden, sodass wir Stärkung erfahren können und Liebe, Mut und Besonnenheit als Früchte unseres persönlichen Baumes ernten und weitergeben können.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihre Marisa Mann


 

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit

Auch das Editorial dieses Gemeindebriefes handelt wieder von Ab-, Um- und Aufbrüchen

Liebe Leserinnen und Leser!

Von Umbrüchen und Aufbrüchen handelte unser Gemeindebrief zu Ostern. Dass Umbrüche und Abbrüche unser Leben begleiten, davon lesen Sie auch in der heute vor Ihnen liegenden Ausgabe.

Umbrüche gab es im Redaktionsteam des Gemeindebriefes. So schieden Matthias Hartmann, Martina Bender und Anja Partes aus dem Redaktionsteam aus. Ihnen allen sei herzlich gedankt für ihre umsichtige und oft mühselige Arbeit. Ein ganz besonderes Dankeschön gilt Matthias Hartmann, der in den letzten Jahren der „Gute Geist“ des Gemeindebriefes war und oft den Beiträgen im wahrsten Sinne des Wortes „hinterher“- laufen musste und nach diesem anstrengenden Marathonlauf immer mit einem gelungenen Layout glänzte. Also: Drei Neue mussten her, um gemeinsam mit Angelika Weis, die als konstante Größe im Redaktionsteam blieb, den Gemeindebrief mit Inhalt zu füllen – und sie wurden gefunden, siehe Ende dieses Vorworts. Die Erstellung des Layouts übernehmen Sabine Scheele-Brenne und Stefan Brenne. Euch beiden ein dickes Danke für die Übernahme dieser wichtigen Aufgabe, denn Inhalt und Form müssen stimmen.

Einen Umbruch gab es auch in der pfarramtlichen Vertretung, die nach dem Ausscheiden von Pfarrer Merten Teichmann zunächst von Dekan Andre Witte-Karp übernommen wurde und nun durch Pfarrerin Kuhn auf Seelsorge- und Kasualebene, sowie durchMarisa Mann in einem 10% Verwaltungsauftrag ausgefüllt wird. Ihnen, lieber Herr Witte-Karp, gilt unser Dank für die Unterstützung in den letzten Monaten. Mit welchen Hoffnungen Marisa Mann ihr neues altes Amt antritt, davon berichtet sie selbst auf den folgenden Seiten. Wir wünschen Ihnen, liebe Frau Mann, bei der Ausübung Ihres Amtes alles Gute und Gottes Segen.

Aufbrüche erleben unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden. Mit der Konfirmation treten sie in einen neuen Lebensabschnitt ein; sie erhalten erstmals das aktive Wahlrecht, nämlich für die Wahl zum Kirchenvorstand (die zwar in Hausen schon hinter uns liegt, aber in Garbenteich noch kommt). Die Konfirmanden werden hier vorgestellt und wie sie und ihre Mütter und Väter den Konfirmandenunterricht und Vorstellungsgottesdienst, die ja wegen der Pandemie ganz anders als in früheren Zeiten waren, erlebt haben, wird in Statements einiger Betroffener deutlich.

Über die Konsequenzen einer etwas holprigen (Brief-)Wahl des Hausener KVs berichtet Stefan Brenne. Ein erfreuliches Ergebnis ist das überzeugende Votum für unsere beiden Jugendvertreter im Hausener KV, Jennifer Weis und Jennifer Rempel.

Über Stoff-Süchtige berichtet Cornelia Liese-Heilmann und Karin Schoner eröffnet die Perspektive, wie es mit dem Seniorenkreis weitergeht. Über die Lage beim Männertreff und Fototreff berichtet Edgar Viertel-Harbich.

Umbrüche gibt es auch bei der Kinder-und Jugendarbeit. Nach dem Ausscheiden von Beate Korf und Birte Steiß wird Ulrich Berck die Kinder-und Jugendarbeit übernehmen – und  in Waldwochen zu neuen Ufern führen. Mit Adele Franz werden zur Zeit Verhandlungen geführt, um einen nahtlosen Übergang in der Leitung der Kinderchöre zu garantieren und so eine gute Voraussetzung für die Gründung einer Kindersingschule zu schaffen, die von  Dekanatskantorin Cordula Scobel geplant ist. Wir wünschen allen Beteiligten eine gute Hand und guten Mut bei der Erfüllung ihrer wichtigen Aufgaben.

Was zunächst wie ein Abbruch aussah, könnte sich als Aufbruch entpuppen. Der Hausener Kirchenchor wird nicht abgewickelt, sondern soll um Männerstimmen ergänzt werden. Stimmen von bisherigen Chorsängerinnen und Eintrittswilligen können Sie in dieser Ausgabe lesen.

Ob der Volkstrauertag ein Relikt aus dem vergangenen Jahrhundert ist, dieser Frage geht eine Stellungnahme vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge nach. Was meinen Sie dazu? Und wie sollte der Gottesdienst in das Gedenken zum Volkstrauertag eingebunden werden?

Nach dunklen Zeiten mit Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag kommt Licht in der Adventszeit und hoffentlich können wir den Garbenteicher Adventstreff gemeinsam feiern.

Vieles ist ungewiss. Daher bitten wir Sie herzlich, sich über aktuelle Entwicklungen auf der durch Udo Altmann exzellent verwalteten Website unserer Kirchengemeinden oder in den Pohlheimer Nachrichten zu informieren. Perspektivisch streben wir eine engere Verzahnung unseres Gemeindebriefes mit der website an, um besser und schneller auf aktuelle Entwicklungen eingehen zu können.

Und zum Schluss: dieses ist Ihr Gemeindebrief, bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wenn Sie bestimmte Themen behandelt sehen wollen, reichen Sie eigene Beiträge ein, schreiben Sie uns Ihre Kommentare.

Bei allen Umbrüchen, Abbrüchen und Aufbrüchen sollten uns die Worte des 2. Timotheus 1, 7 begleiten:

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

                                   Mit herzlichen Grüßen
                                   Ihre/Eure
                                   Christina Gregor-Schmidt
                                   Horst-Werner Korf
                                   Sieglinde Lang-Altmann
                                   Angelika Weis

Kraft tanken in der Natur

„Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben.“ So beginnt das fröhliche Sommerlied von Paul Gerhardt, das einen Spaziergang durch die Natur beschreibt und in den Sommergottesdiensten nicht fehlen darf. (Evangelisches Gesangbuch 503)

Da geht jemand mit Achtsamkeit spazieren und nimmt die Bäume wahr, die im vollen Laub stehen, die Lerche, die sich in die Lüfte schwingt, die Bienenschar auf der Suche nach Nektar und vieles mehr. Und derjenige, der da spazieren geht, kann gar nicht anders, als Gott zu loben und darum heißt es im Lied: “ich singe mit, wenn alles singt.“ Ich mache immer gerne Spaziergänge und in dieser Zeit der Pandemie sind sie mir noch einmal besonders wichtig geworden. Darum freue ich mich wie in kaum einem anderen Jahr auf schönes Wetter und meine Spaziergänge.

Ich tanke Kraft durch das Beobachten der Natur. Die Natur hat eine heilsame Wirkung auf meine Seele.

Ich staune, wie vielfältig und wunderbar Gott seine Schöpfung gemacht hat, die immer wieder neues Leben hervorbringt. So spürt man in der Natur Gottes Kraft, die diese Erde bewegt. Bei einem kleinen Spaziergang kann ich mich ein wenig erholen von den betrüblichen Seiten, die das Leben in der Pandemie so mit sich bringt. So erging es Paul Gerhard auch, als er das Lied geschrieben hat. Es klingt so fröhlich und man könnte glauben, er wäre ein glücklicher unbeschwerter Mensch gewesen. In Wirklichkeit aber prägt der dreißigjährige Krieg sein Leben. Dörfer und Städte liegen in Schutt und Asche. Dem Krieg folgt der schwarze Tod, die Pest. Paul Gerhardt muss geliebte Menschen gehen lassen – ein Leben lang. Schon als Kind verliert er seine Eltern. Vier seiner fünf Kinder muss er zu Grabe tragen, ebenso seine Frau. Der Pastor und Barockdichter zieht sich oft zurück in seine „Schwermuthöhle“, wie er es nannte. Aber sein Glaube gibt ihm Kraft und Hoffnung – über den Tod hinaus.

Dieses Vertrauen in Gott wird gestärkt beim Sommerspaziergang. Auch dann, wenn nicht bei allen Spaziergängen das Beobachten der Natur im Mittelpunkt steht, sondern eher das, was uns Menschen gerade an Sorgen im Herzen bewegt. Ich habe mich gerade in diesen Pandemiezeiten ganz bewusst mit Freundinnen oder Gemeindemitgliedern zum Spaziergang verabredet. Ein schöner Ausgleich für die fehlenden Kontakte. So manches Problem kann bei einem gemeinsamen Spaziergang eine Lösung finden. So manchen Kummer kann man sich von der Seele reden. Manchmal vielleicht noch besser, wie wenn man sich in einem Raum gegenübersitzt. Wie oft bin ich gestärkt von einem solchen Spaziergang im vergangenen Jahr schon zurückgekommen, mit viel Freude und neuem Mut im Herzen. Wie schön, dass es Sommer ist.

Ich freue mich auf neue Spaziergänge und wünsche auch Ihnen Zeit und Muße draußen in der Natur, in der Sie Kraft tanken können.

Es grüßt Sie herzlich

Jutta Hofmann-Weiß
Pfarrerin der Ev. Kirchengemeinde
Watzenborn-Steinberg

Endlich Sommer

Zu dieser Ausgabe

Ein bisschen Normalität scheint auch in unseren Kirchengemeinden in greifbare Nähe zu rücken. Seit Pfingsten feiern wir wieder Gottesdienste in den Kirchen in Garbenteich und Hausen. Vorläufig weiter mit Abstand und Masken.

Die Jugendlichen, die am 12. September konfirmiert werden, treffen sich wieder  in den Gemeindehäusern. 

Einige der Konfis werden vor fünf oder zehn Jahren vielleicht an einem Samstag in Hausen bei „Bibel auf. Hereinspaziert!“ dabei gewesen sein, bei einem Krippenspiel eine Rolle übernommen, im Kinderchor mitgesungen oder Spaß bei den Ferienspielen gehabt haben. Liebevoll vorbereitet war das alles von Beate Korf und Birthe Steiß. Beide haben zuletzt in den Monaten der Pandemie intensiv auf verschiedenen Wegen die Beziehung zu Kindern aufrechterhalten. Unterstützt von zahlreichen Jugendlichen.

Nun hören sie im Sommer nach vielen, vielen Jahren auf. Eine Ära der Kinder- und Jugendarbeit geht zu Ende. Wir blicken zurück.

Zugleich blicken wir voraus auf die nächsten sechs Jahre. Für diesen Zeitraum werden am 13. Juni in Hausen und am 5. September in Garbenteich Kirchenvorsteher:innen gewählt, die Verantwortung für die Zukunft der Gemeinden übernehmen.

Sollten Sie als Hausener:in noch einen Stimmzettel im roten Umschlag zuhause haben … bis um 18 Uhr am Wahltag können Sie ihn im Gemeindehaus einwerfen. Dann wird ausgezählt!

Matthias Hartmann

Für die Gemeindebrief-Redaktion

Der HERR ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

Andacht von Pfarrerin Claudia Kuhn

Mit diesem traditionellen Ostergruß grüße ich Sie ganz herzlich!

Was für eine Botschaft: „Der HERR ist auferstanden!“ .

Und was für eine Bestätigung: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“

So beginnt Ostern. Mit neuer Hoffnung und Zuversicht. Wo vorher Enttäuschung, Tod und Trauer waren, bekommen wir von Gott „Rettung“. Gott erweckt Jesus vom Tod. „Tod, wo ist dein Stachel?“

Mit Karfreitag hat Jesus den Todesstachel mit in den Tod genommen. Der Todesstachel bleibt dort. Jesus aber nicht. Gottes Auferweckung schenkt Jesus, dem Christus, neues Leben ganz anderer Art. Und wir, die wir daran glauben und darauf vertrauen, werden in diese Auferstehung mit hineingenommen. Auch wir dürfen uns über dieses neu geschenkte Leben freuen und daran teilhaben. Ein Grund zur Freude, zum Jubel und Jubilieren.

„Lasst uns lobsingen vor unserem Gott, der uns erlöst hat aus Sünde und Tod.“Ja, Christus ist erstanden, halleluja!  Eine neue Perspektive, eine neue Lebensperspektive wird uns geschenkt. „Siehe, ich mache alles neu!“ Diese Verheißung (Offb. 21,5) beginnt mit Ostern.

Die liturgischen Wochen der Passionszeit und der Karfreitag liegen hinter uns. Eine Zeit, die uns sowohl an Jesu Leidenszeit erinnert als auch an unsere Sorgnisse. Die Passionszeit erinnert somit auch uns jedes Jahr wiederkehrend an unsere Schuldhaftigkeit, an Schweres und Belastendes in unserem Leben und lädt uns ein, auf das Wesentliche im Leben zu schauen.

Das führen uns all die vergangenen Monate mit Corona auch wieder ganz deutlich vor Augen. Auch dieses vergangene Corona-Jahr  hat für uns – in ganz unterschiedlichem Maße und ganz unterschiedlicher Weise – gar manche Veränderungen gebracht. Auf manches, was uns lieb und wichtig war, mussten wir verzichten. Ein Leben auf Distanz und mit Distanz war – und ist zunächst noch weiterhin – angesagt.

Von manchen Menschen mussten wir sogar coronabedingt Abschied nehmen. Ja, auf sehr unterschiedliche Weise haben wir seit und in dieser Zeit gelitten. Jene Corona-Zeit ist in gewisser Hinsicht ebenfalls eine Passionszeit für uns, in der uns vieles schmerzlich bewusst wird. Und auch hier dürfen wir hoffen: auch nach dieser Corona-Passionszeit gibt es ein Ostern.

Die Zeit der Corona-Impfungen hat begonnen. Vertrauen wir den neuen Wegen, die uns damit eröffnet werden! Sehen wir diesem Ostern, das uns nach dieser Corona-Zeit geschenkt wird, hoffnungsvoll und zuversichtlich entgegen. Jedes jährliche Osterfest erinnert uns daran: Gott ist mit uns. Gott ist für uns. Mit jedem Osterfest kommt er uns neu entgegen. Darum: Vertrauen wir den neuen Wegen seit Ostern und mit Ostern. Wandern wir mit Ostern in die neue Zeit, „die Tore stehen offen, das Land ist hell und weit“ (EG 395).  

Ein neues Land liegt pfarramtlich nun auch vor Ihnen. Für die nächste Zeit werde ich als Pfarrerin vertretungsweise bei Ihnen Dienste übernehmen. Ähnlich wie bei meinem Vertretungsdienst für Pfrn. Marisa Mann in Watzenborn-Steinberg wird mein Aufgabengebiet bei Ihnen dabei die Bereiche Seelsorge, Gottesdienst und kirchliche Amtshandlungen umfassen.

Auf ein Kennenlernen mit Ihnen freue ich mich. Scheuen Sie sich nicht, mich zu kontaktieren, auch wenn Corona manches zunächst noch erschwert.

Zu meiner Person: Ich bin verheiratet mit Jürgen Kuhn, Gemeindepfarrer in Großen-Buseck. Wir wohnen im dortigen Pfarrhaus und haben drei Kinder. Neben der Pfarrstelle meines Mannes bin ich in Großen-Buseck mit einer halben Pfarrstelle im Dienst. So ist es mir nun möglich, vertretungsweise hier bei Ihnen und in der Kirchengemeinde Watzenborn-Steinberg zur Entlastung mitzuarbeiten.

Vertrauen wir Gottes Wegen und sehen neuen Wegen hoffnungsvoll entgegen. Mit Ostern steht uns eine neue Zuversicht und verheißungsvolle Zukunft offen, „das Land ist hell und weit“. Denn, es gilt: „Der HERR ist auferstanden!  Er ist wahrhaftig auferstanden!“

Pfarrerin Claudia Kuhn

Von Umbrüchen und Aufbrüchen

Dieser Gemeindebrief spiegelt Abbrüche und Umbrüche, aber auch Aufbrüche im Leben der Kirchengemeinden in Garbenteich und Hausen/Petersweiher wie der gesamten evangelischen Kirche wider.

Obwohl seit einem Jahr wegen Corona der Ausnahmezustand herrscht, gelingt es Beate Korf, den Kontakt zu Kindern in der Gemeinde zu halten.

Stadtjugendpfarrer Alexander Klein führt Jugendliche aus unseren Gemeinden wie auch aus Watzenborn-Steinberg in persönlichen Begegnungen und Video-Konferenzen zur Konfirmation, die im Herbst gefeiert wird. Zugleich hat er in den letzten Monaten mit zahlreichen jugendlichen Mitarbeiter:innen die Junge Kirche Gießen eröffnet.

Dass der grundlegende Auftrag der Kirche, Nächstenliebe durch persönliche Seelsorge, während der Pandemie möglich ist, wird in den Berichten von der Klinikseelsorge sowie der Telefonseelsorge und dem Besuchskreis sichtbar.

Schon lange vor Corona zeichnete sich ab, dass unsere Kirche zukünftig deutlich kleiner sein wird. Weniger Mitglieder, das bedeutet weniger Kirchensteuern, mithin Reduzierung und Konzentration kirchlicher Aufgaben. An dieser Stelle danken wir Ihnen, die Sie an der Kirchenmitgliedschaft festhalten und dafür einen Beitrag oder Spenden zu entrichten bereit sind, ausdrücklich!

Mittlerweile ist allen Verantwortlichen deutlich, dass nur Zusammenarbeit zwischen benachbarten Gemeinden die kirchliche Arbeit sichert.

Die Kirche bleibt auch zukünftig im Dorf. Doch bedeutet das nicht, dass es in jedem Ort kirchliche Präsenz in dem Umfang gibt, den wir in den zurückliegenden Jahrzehnten des Wachstums gewohnt waren. In Pohlheim und Fernwald beginnen wir konkret mit einem gemeinsamen Gemeindebüro.

Verantwortlich für die Umgestaltung und Zukunftssicherung der Gemeinde sind die Kirchenvorsteher und Kirchenvorsteherinnen . Am 13. Juni wählen die Hausener Gemeindemitglieder den Kirchenvorstand für die nächsten sechs Jahre neu; wegen Corona in Allgemeiner Briefwahl. Sie müssen sich um nichts kümmern, die Wahlunterlagen werden Ihnen automatisch mit der Post zugesandt. In Garbenteich wird im September gewählt, weil die erforderliche Anzahl von Kadidierenden jetzt nicht erreicht werden konnte.

Auch persönliche Veränderungen kennzeichnen Umbrüche und Aufbrüche in Garbenteich und Hausen. Pfarrer Merten Teichmann verabschiedet sich von den Gemeinden. In den kommenden Monaten wird Pfarrerin Claudia Kuhn aus Großen-Buseck Gottesdienste feiern, Kinder taufen, Paare trauen oder Verstorbene bestatten sowie seelsorgerlich tätig werden. Bis die freigewordene Pfarrstelle wieder neu besetzt ist, übernimmt Dekan André Witte-Karp als Vakanzvertreter Verantwortung, um die beiden Kirchenvorstandsvorsitzenden, Angelika Weis und Stefan Brenne, zu entlasten.

Helmut Johanns folgt Markus Dobler als Küster in Hausen. Andrea Aff übernimmt die Aufgaben der Hausener Gemeinde-Sekretärin von Sabine Hickmann, die nach Watzenborn-Steinberg gewechselt ist. In Garbenteich steht die Neubesetzung im Gemeindebüro noch aus.

Über all das können Sie auf im Gemeindebrief lesen.

Frohe Ostern wünscht Ihnen im Namen der Gemeindebrief-Redaktion

Matthias Hartmann