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Der Mitgehgottesdienst am 5. Juli fällt aus. Stattdessen findet der Gottesdienst um 10:00 Uhr in der Kirche in Garbenteich statt.

Wir können die Gemeindebüros aus aktuellem Anlaß nicht öffnen. Bitte hinterlassen Sie auf dem Anrufbeantworter Ihre Fragen oder schicken Sie Pfarrer Teichmann persönlich eine E-Mail.
Die weiteren Kontaktdaten finden sich hier.

Kirche ist, wo Menschen feiern …
… zum Beispiel auf dem Dorffest in Garbenteich

Der Pfarrer, der nicht aufgeben wollte und anders auf das Leben blickt

Merten Teichmann (54) wird zum 1. Februar 2020 neuer Pfarrer der Kirchengemeinden Garbenteich und Hausen. Der Seelsorger kämpfte in den zurückliegenden Jahren gegen die Folgen eines schweren Schlaganfalls vor sieben Jahren. Die Ärzte machten ihm und seiner Familie wenig Hoffnung. Jetzt hat seinen Beruf zurückerobert.

Er kennt Krisen im Leben, sagt Merten Teichmann. Doch das ist untertrieben. Es ist ein Abgrund, an dem er gestanden hat. Denn der Schlaganfall reißt ihn urplötzlich mitten aus dem Leben, aus der Familie und seiner geliebten Arbeit als „Dorfpfarrer“ in Rodheim-Vetzberg (Biebertal). Künstliches Koma nach dem Schlaganfall, danach Reha. Das sind die ersten Wochen. Der Rollstuhl droht und Ärzte sprechen von einem Pflegefall. Dass er jemals wieder seinen Arm und seine Hand würde benutzen, wieder klar denken und sprechen können, das scheint aussichtslos zu sein. Vom Dienst des Pfarrers würde er sich verabschieden müssen. Die Mediziner rechnen nicht mit seinem Gottvertrauen und seinem unglaublichen Willen. Und der Stärke seiner Frau Susanne, die das Leben der Familie nun zusammenhält und trägt. Ihre Kinder, Zwillinge, sind mitten in der Pubertät.

Geboren wurde Pfarrer Teichmann in Göttingen. Nach dem Abitur in Mainz, dem Zivildienst im Evangelischen Dekanat Oppenheim studierte er Theologie in Marburg, Bern und Bonn. Das Leben hat er damals schon aus anderen Perspektiven wahrgenommen. Seine ersten Erfahrungen in der Arbeitswelt machte er außerhalb der Kirche. Nach dem Studium war er Pflegehelfer in einer Bonner Klinik. Das Vikariat absolvierte in Bad Homberg. Im Spezialvikariat, der zweiten praktischen Ausbildungsphase für Pfarrer, ging er in die Personalabteilung der Degussa-Bank in Frankfurt. In seinem Probedienst als Pfarrer war er neben der gemeindlichen Arbeit ebenfalls in Bad Homburg mit einer halben Stelle bei der Jugendberufshilfe der Stadt angestellt.

Seelsorgerliche Gespräche, Menschen Zuhause besuchen, am Leben der Vereine und Gruppen im Dorf teilhaben, davon schwärmt Merten Teichmann heute noch immer und sieht die neue Stelle im pfarramtlich verbundenen Garbenteich und Hausen als Glücksfall. In Rodheim unter der Burg Vetzberg, nahe des Dünsbergs, war er zehn Jahre Gemeindepfarrer.

Schon bald nach der Reha will der Pfarrer so schnell wie möglich zurück ins Leben und ins Pfarramt. Doch die körperlichen Einschränkungen sind groß. „Nach dem schweren Schlaganfall bin ich nicht mehr beziehungsweise noch nicht in der Lage, diese volle Stelle mit ihrer Komplexität und den formal 54 erwarteten Wochenstunden auszufüllen.“ So verabschiedet er sich 2014 wehmütig aus der Rodheimer Gemeinde. Seine Vorgesetzten in der Kirche wollen ihn schützen und schonen, verhindern, dass er sich übernimmt und Rückschläge und Enttäuschungen erleidet. Vermutlich haben auch einige nicht an seine Gesundung glauben können. Und können seine Stelle nicht unbesetzt lassen.

Er wird in den Wartstand versetzt, d.h. die Familie bekommt weniger Geld. Eine existenziell bedrohliche Situation. Aus dem Pfarrhaus müssen sie ausziehen, weil die Pfarrstelle neu besetzt wird.

Zugleich erfährt er viel Unterstützung von Kollegen, von Dekan Frank-Tilo Becher und Propst Matthias Schmidt, auch nahen Freunden und erstklassigen Therapeuten, sagt Teichmann. Mit ihnen allen, und vor allem mit der Frau an der Seite, hat es sich leichter gekämpft.

Wenn Teichmanns Mitte Januar das Hausener Pfarrhaus beziehen, kommen die Umzugskisten aus Grüningen, wo die Familie in den letzten Jahren gewohnt hat. Von dort aus mühte sich der Pfarrer, der nicht aufgeben wollte, in das Berufsleben zurück. Wie ein Berufsanfänger hospitiert der 40-jährige 2015, drei Jahre nach dem Schlaganfall, bei der Klinikseelsorge in Gießen und bildete sich in Klinischer Seelsorge fort. Und hört nicht auf, Vorgesetzte von seiner Gesundung überzeugen zu wollen. Schritt für Schritt kehrt er in den Dienst zurück. 2016 wird er mit wenigen Stunden zunächst für die Seelsorge im St. Josefskrankenhaus beauftragt. Schon ein Jahr später, fünf Jahre nach dem Schlaganfall, kann er eine halbe Seelsorger-Stelle übernehmen.

Im Uniklinikum begleitet und tröstet er schwerkranke Menschen auf der Krebs-Station. Als er zu Beginn des Jahres 2019 mit einer halben Stellen in der Stephanus-Gemeinde in der Gießener Weststadt anfängt, hat er eine weitere Hürde genommen. Noch bleibt er im Wartestand. Noch bleiben Zweifel. Zwar kann er wieder Tischtennis und Klavier spielen oder Auto fahren, doch sein Konzentrationsvermögen und die Fähigkeit vor einer lauten Geräuschkulisse etwa in der Schule oder in einem Kirmes-Zelt Gespräche zu führen, bleiben eingeschränkt.

Und doch stockt er weiter auf. Bis auf 100 Prozent. Im August 2019 übernimmt er in der Kirchengemeinde Lang-Göns eine weitere halbe Stelle.

Jetzt haben ihm Ärzte und Therapeuten das okay gegeben. Pfarrer Teichmann kehrt aus dem Wartestand zurück. Obwohl er ein bedächtiger und bescheidener Mann ist, sagt er frei heraus: „Darauf bin ich stolz!“ In den zurückliegenden Jahren hat er erfahren, dass er anderen Menschen, die in Grenzbereiche des Lebens gelangten, Hoffnung geben kann. Er hat einen veränderten Blick auf das Dasein, auf Krankheit Angst, Enttäuschung, Sorgen und die Kraft Gottes.

Merten Teichmann geht mit dem Schicksalsschlag offensiv um. Vielleicht war das ausschlaggebend für seine Gesundung. „Das Entscheidende war bestimmt der unbedingte Wille, wieder in den Beruf zurückzukehren, in dem ich so viele Jahre mit Leib und Seele gearbeitet habe. Die Seele war wohl immer soweit und hat dann den Leib mitgezogen, wenn man das so ausdrücken kann.“

Der Autor, Matthias Hartmann, kennt Merten Teichmann seit 2005, hat mit ihm eine Spendenkampagne für die Sanierung des Rodheimer Kirchendaches organisiert und hat seit 2012 beobachtet, wie Merten Teichmann gekämpft und neue Kraft gewonnen hat.

Pfarrer Merten Teichmann wird am Sonntag, 16. Februar, 14 Uhr, von Dekan André Witte-Karp in der Kirche von Hausen in sein Amt eingeführt.

Wie geht es nun weiter?

Am 10. Februar nahmen wir als Kirchengemeinden gemeinsam
Abschied von Pfarrerin Christine und Pfarrer Andreas Specht, die nun beide neue Herausforderungen suchen. Vielleicht haben Sie sich auch schon gefragt, wie es eigentlich in den Kirchengemeinden weitergeht. Ich darf Sie beruhigen, wir werden nun nicht sonntags die Kirche abschließen und auch sonst wird unser Gemeindeleben erfüllt und erfüllend sein.

Bis Ende 2019 wird Pfarrer Frank Paulmann die Vertretung der Pfarrstelle ausüben und sich um all die „alltäglichen Aufgaben“ – von Verwaltungsfragen, über die Begleitung von Gruppen und Kreisen, seelsorgerliche Gespräche und Kasualien (Ihnen vielleicht besser
bekannt als „Freud und Leid“) bis hin zu den Gottesdiensten – kümmern.
Selbstverständlich ist auch Pfarrerin Marisa Mann weiterhin in unseren
Kirchengemeinden tätig. Sie wird sich hauptsächlich um Konfirmandinnen und Konfirmanden kümmern, aber mit Sicherheit treffen Sie sie auch einmal bei einem Gottesdienst oder einer Beerdigung an. Beide sind für Sie als direkte Ansprechpartner erreichbar (die Kontaktdaten finden Sie auf der vorletzten Seite unseres Gemeindebriefs).

Wir als Kirchenvorsteher*innen und in der Gemeinde Tätige bemühen uns, den Übergang für Sie so fließend und reibungslos wie möglich zu gestalten. Was wir aber auch nicht verschweigen wollen: Es kann nicht alles so weitergeführt werden, wie es mit Christine und Andreas Specht war – manches wird anders gestaltet werden (siehe z.B. die Veränderungen bei den Gottesdiensten, die wir Ihnen auf der nächsten
Seite erläutern) und vielleicht werden auch liebgewonnene Traditionen
wegfallen oder ersetzt werden. Auch mag an der einen oder anderen Stelle mal nicht alles glatt laufen oder auch nur nicht so wie gewohnt funktionieren. Sehen Sie es unseren haupt- und auch den vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen daher bitte nach, wenn es mal irgendwo „im Gebälk knirscht“.

Wir wollen, dass dieser doppelte Abschied zu einem umso größeren
Aufbruch wird, einem „Neu anfangen“, wie von Pfarrerin Mann auf den vorigen Seiten beschrieben – schwierig, aber mit einer in ihm wohnenden Kraft und Stärke.

In wenigen Monaten wollen wir eine neue Pfarrerin oder einen neuen
Pfarrer – oder vielleicht auch wieder beide – in unseren Gemeinden begrüßen. Jemanden, der Garbenteich, Hausen und Petersweiher zu „seiner“ oder „ihrer“ neuen Gemeinde machen will und, ebenso wie Christine und Andreas Specht, jahrelang mit uns gemeinsam Gemeinde leben und gestalten wird. Dafür haben sich beide Kirchenvorstände bereits mit Propst Schmidt zusammengesetzt und eine Stellenanzeige im Amtsblatt der EKHN veröffentlicht. Darin stellen wir unsere Kirchengemeinden mit ihren Strukturen und Anliegen vor und formulieren auch unsere Wünsche an eine neue Pfarrerin oder einen neuen Pfarrer. Sollte sich auf diese Stellenanzeige niemand finden, besteht auch die Möglichkeit, dass die Stelle als Pfarramt auf Probe besetzt wird. Das bedeutet, dass ein ganz „neuer“ Pfarrer oder eine ganz neue Pfarrerin, die ihre Vikariatszeit und alle Prüfungen bereits hinter sich haben, ihre erste Pfarrstelle bei uns antreten und dann mit uns gemeinsam in ihren Beruf und ihre Gemeinde „hineinwachsen“.

In jedem Fall ist es aber unser Ziel, die Pfarrstelle zum 1.1.2020 neu zu besetzen und dann gemeinsam zu neuen Ufern aufzubrechen, den Neuanfang zu wagen.

Veränderungen im Kirchenvorstand Hausen

Im Gottesdienst am 13. Januar wurde Rolf Heilmann als Mitglied des Kirchenvorstandes verabschiedet. Er war seit 2009 im Kirchenvorstand und hat sich im Liegenschaftsausschuss engagiert. Außerdem hat er im Mittwochskreis mitgearbeitet und dort auch einen Teil des Fahrdienstes übernommen. Herr Heilmann trat schon im Herbst von seinem Amt zurück.

Der Kirchenvorstand hat Matthias Hartmann nachberufen, der in Hausen wohnt und bei der Kirchenvorstandswahl 2009 kandierte. Matthias Hartmann wurde am 13. Januar von Pfarrerin Specht in sein Amt eingeführt und vom Kirchenvorstandsvorsitzenden Dr. Stefan Brenne begrüßt.

Im Namen der Kirchengemeinde dankte Pfarrerin Specht dem scheidenden und dem neuen Kirchenvorsteher für ihre Bereitschaft sich für die Belange der Kirchengemeinde einzusetzen.

Wenn es am Schönsten ist….

Es ist schön, in Garbenteich und Hausen/Petersweiher als Pfarrerin und Pfarrer zu arbeiten. Das sehen wir auch nach fast 17 bzw. 13 Jahren noch so: Da sind zwei Kirchenvorstände, die engagiert und kompetent die Gemeindeleitung zusammen mit den Pfarrern übernehmen. Es gibt zwei ehrenamtliche Kirchenvorstandsvorsitzende, die sich um vieles kümmern, vor allem auch um die Kontakte in den jeweiligen Ort und zu den Vereinen. Neue Ideen und Vorschläge werden offen in der Gemeinde aufgenommen. Und es gibt haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter, die das Gemeindeleben prägen und mitgestalten. Ja, wir waren und sind hier glücklich und zufrieden und haben in Garbenteich und auch in Hausen/Petersweiher ein zu Hause gefunden.

Trotzdem werden wir unsere Arbeit hier nach beinahe 17 Jahren (Garbenteich) bzw. 13 Jahren (Hausen/Petersweiher) beenden. Es fällt uns schwer, denn wie gesagt: Es ist schön, hier bei Ihnen und mit Ihnen zusammen in der Kirchengemeinde zu leben und zu arbeiten. Und trotzdem erscheint es uns nach langem Überlegen der richtige Schritt für uns zu sein.

Wenn wir uns beruflich noch einmal verändern wollen, dann ist jetzt die passende Zeit: Andreas Specht möchte in Zukunft mit halber Stelle als stellvertretender Dekan arbeiten und Christine Specht wird die 0,5 Pfarrstelle in Allendorf/Lahn übernehmen.

Wir werden weiterhin in unserem Haus in Garbenteich wohnen und Mitglieder der Kirchengemeinde Garbenteich bleiben, aber ab 1. März 2019 nicht mehr hier arbeiten.

Wir bedanken uns bei Ihnen, dass Sie uns so freundlich aufgenommen haben und wir mit Ihnen eine gute Zeit erleben konnten. Wir nehmen viele gute Erinnerungen mit und wünschen uns, dass wir auch in Zukunft ein Teil der Gemeinschaft im Dorf und den Kirchengemeinden sein können.
Ihre

Christine und Andreas Specht


PS: Am 10. Februar werden wir um 17.00 Uhr im Gottesdienst in der Garbenteicher Kirche von Propst Schmidt verabschiedet.