Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde Hausen
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Gott sagt: Fürchte dich nicht, ich bin mit dir, weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.
Jesaja 41,10
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Gemeindebrief

Gemeindebrief Sommer 2018
Titelseite des Gemeindebriefes Sommer 2018

Titelseite des Gemeindebriefes Sommer 2018

Gedanken von Marisa Mann

Liebe Gemeindebriefleserin, lieber Gemeindebriefleser
Sommerzeit. Urlaubszeit. Mal aus dem Alltag ausbrechen, sich andere Länder, Kulturen und Eindrücke verschaffen. Mal was anderes sehen oder einfach mal den Alltag entschleunigen, sich in die Sonne setzen und den Tag genießen. Oder sich von diesem unbeschreiblichen Gefühl berauschen lassen, das einen überkommt, wenn man ans Meer fährt, die Meeresluft in vollen Zügen einatmet, den Sand unter den Füßen spürt und diese unbändige Kraft spürt, die das Meer in sich birgt. Dieses Gefühl von Unendlichkeit.
Wenn man nicht ans Meer oder in den Urlaub fahren kann – aus welchen Gründen auch immer – sucht man sich oftmals Rückzugsorte, z.B. im heimischen Garten, dem Baggersee oder dem Schwimmbad. Ganz keck sprach neulich auch eine junge Frau, Teamerin in der Konfiarbeit, vom Urlaub auf Balkonien.
Leider sind diese Orte meistens zu nahe an unserem eigenen Alltag, sodass es schwerfällt, diesen völlig aus seinem Kopf zu streichen. Geht es Ihnen auch so?
Was oftmals kurzerhand hilft, um den Alltag mal in weite Ferne rücken zu lassen, ist das Aufsetzen einer Sonnenbrille. Vielleicht so einer, wie sie auf dem Titelblatt abgebildet ist. Sonnenbrille auf die Nase und schon sieht die Welt ganz anders aus.
Sie lässt einen dieses Gefühl von sehnsüchtigem Urlaubsgenuss und sehnsüchtigem Innehalten mitten im Alltag so ein kleines bisschen spüren.
Muss man also, um dieses Gefühl von Unendlichkeit in den Alltag zu bekommen, diesem entfliehen? Oder können wir es auch schaffen im Alltagstrott einzuatmen, sich selbst zu spüren, und der Unendlichkeit, und so auch Gottes schöpfungsumspannender Liebe ganz nahe zu fühlen?
Setzen wir die Sonnenbrille auf, sorgt sie an... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 15.05.2018


Gemeindebrief Frühjahr 2018
Titelseite des Gemeindebriefes Frühjahr 2018

Titelseite des Gemeindebriefes Frühjahr 2018

Der Herr ist mein Hirte

Hirte - Schafe, das war in der Fotogruppe die erste Assoziation zu Psalm 23. Wo ein Hirte ist, da muss es Schafe geben. Schafe wie auf dem Titelbild. Versehen mit einer Nummer oder sogar einem eigenen Namen. Dass es auch Hirten gibt für Ziegen und Rinder, für Schweine und Gänse und für manch andere Tiere – das dämmerte uns erst etwas später. Dabei: Ganz egal, wo auf der Welt Tiere draußen gehalten werden – überall gibt es Menschen, die sich um sie kümmern. Die mit Sachverstand und Überblick und einer gehörigen Portion Know-How dafür sorgen, dass die Tiere es gut haben. Dass Sie versorgt sind und ihnen möglichst wenig zustoßen kann. Und dass sie Hilfe bekommen, wenn Ihnen doch einmal etwas passiert ist. Gute Hirten eben, die sich kümmern. Und denen die Tiere am Herzen liegen.

Und wie ist das bei uns Menschen – brauchen wir auch so einen Hirten?
Mein erster Impuls ist: Wofür brauche ich einen Hirten, ich habe doch mein Leben selbst im Griff und weiß, was gut für mich ist und was nicht. Ich kann und will selbst entscheiden.

Und dann schaue ich manchmal zurück auf das, was ich alles schon erlebt habe. Welchen Menschen ich begegnet bin. An welchen Orten und auf welchen Wegen ich unterwegs war. Und wenn ich ehrlich bin, kann ich nur feststellen: Das Wenigste, von dem, was meinen Werdegang und mein Leben ausmacht, habe ich selbst entschieden. Und trotzdem ist so vieles so erstaunlich gut geworden.

Der Herr ist mein Hirte - dieser Satz, dieser ganze Psalm hält für mich fest, dass ich als Mensch keine Laune der Natur bin, kein Zufall in der Evolutionsgeschichte, sondern Gottes Absicht. Und weil Gott mich als sein Gegenüber und als seinen Ansprechpartner will, deshalb lässt er mich auch... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 23.04.2018


Gemeindebrief Winter 2017/2018
Titelseite des Gemeindebriefes Winter 2017/2018

Titelseite des Gemeindebriefes Winter 2017/2018

Wintertraum

Alle Jahre wieder wünsche ich mir einen kalten Winter mit Schnee und Eis.
Adventssonntage an denen es Freude macht die Kerze am Adventskranz anzuzünden, in Ruhe Tee zu trinken und es zu genießen in einer gemütlichen Wohnung zu sitzen, während es draußen kalt ist.

Ich wünsche mir klare, kalte Wintertage mit blauem Himmel und Sonnenschein, die dazu einladen spazieren zu gehen. Ich möchte dann einen zugefrorenen Teich oder Bach fotografieren und festhalten, wie die Eiskristalle im Licht blitzen. Spuren im Schnee sind auch sehr fotogen und einen Schneemann zu bauen, macht auch Spaß. Mit Bing Crosby träume ich von einer "weißen Weihnacht" und erwische mich dabei dass ich "I m dreaming of a white christmas" vor mich hin summe.

Warum eigentlich? Was steckt hinter diesem Weihnachts-Winter-Traum?

Der Winter bringt manches mit sich, was mir gut tut, wonach ich mich sehne.

Wenn Schnee liegt, ist alles leiser. Der Schnee dämpft die Geräusche. Man hört ganz deutlich, dass es draußen leiser ist als sonst. Mir tut das gut.

Der Schnee bremst auch meine Geschwindigkeit. Wenn ich draußen zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs bin, bin ich vorsichtiger als sonst. Ich kann nicht mal eben schnell noch etwas erledigen. Ich werde durch Schnee und Eis entschleunigt. Ich gebe zu, manchmal erhöht das auch meinen inneren Druck und macht Stress, aber andererseits könnte ich es ja auch einfach genießen, dass alles seine Zeit braucht und auch hat.

Die Natur erlebt ihre Winterruhe und ich habe das Gefühl, diese Ruhe, die brauche ich auch.

Wenn draußen alles von Schnee bedeckt ist, sieht die Welt ganz verändert aus. Diese Veränderung ist wie ein Hinweis auf die große Veränderung, die wir an Weihnachten feiern.... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 22.11.2017


Gemeindebrief Herbst 2017
Titelseite des Gemeindebriefes Herbst 2017

Titelseite des Gemeindebriefes Herbst 2017

Alles hat seine Zeit

Ein Gemeindebrief für drei ganz verschiedene Monate: Für die Einen sind im September die Ferien schon Wochen her - und damit auch der Urlaub. Andere freuen sich noch auf einen schönen Spätsommer an der See oder in den Bergen.
Es kommt das Erntedankfest in den Blick - und in so mancher Küche wird Gelee und Marmelade gekocht oder einfach Saft gepresst. Und beim Genießen des reichhaltigen Angebots kommt oft die Dankbarkeit von selbst, dass wir es hier so gut haben.
Die ersten Kürbisse werden reif und verlocken Kinder und Jugendliche, Fratzen hineinzuschneiden und Laternen damit zu basteln, während manche Erwachsenen lieber kulinarische Delikatessen daraus zaubern.
Währenddessen ist draußen der Spätsommer längst vergangen. Es gibt vielleicht noch ein paar Tage Goldenen Oktober. Aber die ersten Nachtfröste sind schon da. Und dann kommt auch der Nebel. Die Tage werden trüber und dunkler. Viele verknüpfen in ihrer Erinnerung diese Zeit um das Reformationsfest, um Allerheiligen, Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag mit tristem Novembergrau. Auf dem Friedhof werden die Gräber für den Winter gerichtet. Und dann steht schon der Advent vor der Tür.
So viele ganz unterschiedliche Ereignisse und Stimmungen in so kurzer Zeit. Sind es zu viele? Zu viele Jahreszeiten, zu viele Themen für einen einzigen Gemeindebrief?
Andererseits: Ist das nicht das ganz normale Leben? Liegen nicht ganz oft an ein und demselben Tag Arbeit und Pause, Freude und Enttäuschung, Glücklich-Sein und Ärger, Begrüßung und Abschied dicht beieinander - und noch vieles mehr.
So wie es schon der Prediger Salomo in seinen bekannten Worten beschreibt (Buch des Predigers Salomo, Kapitel 3): Alles hat seine Zeit. - Und dann zählt er auf, noch... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 20.08.2017


Gemeindebrief Sommer 2017
Titelseite des Gemeindebriefes Sommer 2017

Titelseite des Gemeindebriefes Sommer 2017

Begeistert sein!

Liebe Gemeinde,
so manche Kanzel habe ich in meinem zu Ende gehenden Vikariat betreten. Eindrucksvoll bleibt mir aber vor allem die Garbenteicher Kanzel im Gedächtnis. Es war und ist immer ein besonderes Gefühl im „Schrank“ zu verschwinden, die kleine hölzerne Treppe hinaufzusteigen und dann dort oben anzukommen. Bevor ich aber herunterschauen kann und mit meiner Predigt beginne, fällt mein Blick auf etwas, das oben im Kanzeldeckel aufgemalt ist. Es ist die kleine weiße Taube, wie Sie sie auf dem Titelbild des Gemeindebriefes sehen. Die Taube ist im Christentum das Symbol für den Heiligen Geist. Oder anders gesagt: Ein Bild für Gott. Warum finden wir aber gerade dieses Gottesbild über der Kanzel? Die Taube dient uns hier als ein Zeichen. Die Taube soll uns an etwas erinnern. Sie zeigt uns, dass das was auf der Kanzel passiert - die Predigt! - nicht einfach nur eine herkömmliche Rede ist. Etwa so, wie wir sie etwa aus der Politik und den Wahlkämpfen kennen oder den Kommentaren am Ende der Tagesschau. Die Predigt will und soll etwas Besonderes sein. Sie soll als eine besondere Art der Rede über Gott verstanden werden. In der Predigt wirkt der Heilige Geist. Der Heilige Geist will es sein, der im Zuhörer das Verstehen weckt für das, was ich oder was andere Pfarrerinnen und Pfarrer in der Predigt sagen. Das klingt – zugegebener Maßen - erstmal ziemlich gewöhnungsbedürftig. Woran soll man nun so etwas wie das Wirken des Heiligen Geistes erkennen?
Der Apostel Paulus hat betont, dass es der Heilige Geist ist, der uns lebendig macht und uns dazu befähigt die Geister zu unterscheiden. Jede Predigt ist anders und soll anders sein. Hauptsache ist aber, dass eine Predigt uns von Gott und seinem Wirken in der... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 30.05.2017


Gemeindebrief Frühjahr 2017
Titelseite des Gemeindebriefes Frühjahr 2017

Titelseite des Gemeindebriefes Frühjahr 2017

Ein kostbares Geschenk

Ist Ihnen die „goldene“ Schale auf unserem Titelbild aufgefallen?
Vielleicht haben Sie überlegt: „Was ist denn das?“ „Warum ist so eine Schale auf dem Titelbild des Frühjahr-Gemeindebriefes?“
Wer von Ihnen in Hausen und Petersweiher wohnt, hat in der Schale vielleicht die Hausener Taufschale wiedererkannt. Die Garbenteicher haben diese Schale eventuell noch nie gesehen. Die goldfarbene und glänzende Schale ist natürlich nicht aus Gold, sondern aus Messing. Wo sie herkommt, wie alt sie ist, dazu finden Sie in diesem Gemeindebrief noch mehr Informationen.
Mir ist aufgefallen, dass die Taufschalen in unseren Gemeinden edel und kostbar aussehen. Die Garbenteicher Taufschale sieht silbern, die Hausener golden aus. Was meinen Sie, ob das wohl einen besonderen Grund hat? Haben Sie in ihrem Schrank auch besonderes Geschirr für festliche Anlässe? Schönes Porzellan, edle Gläser? So ist es nicht nur im Haushalt einer Familie, sondern auch in der Kirche.
Die Taufe ist etwas Besonderes und das wird durch eine schöne Taufschale unterstrichen. Die Taufe ist ein Geschenk Gottes, ein Zeichen seiner Liebe. Der Täufling wird im Namen Gottes gesegnet und Gott verspricht ihm „Ich begleite dich und bin immer für dich da.“ Zu diesem großen Geschenk passt eine kostbare Verpackung. Der Mensch, der getauft wird, ist in Gottes Augen ein wichtiger und wertvoller Mensch und auch das wird durch diese schöne Schale zum Ausdruck gebracht.
In den ersten christlichen Gemeinden war Ostern der Tag, an dem getauft wurde. Ein passender Termin. Jesus ist vom Tod auferstanden und der Täufling, der im Namen Gottes getauft wird, wird durch die Taufe ein neuer Mensch, der unter dem Segen Gottes lebt. Durch die Taufe wird er... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 01.02.2017


Gemeindebrief Winter 2016
Titelseite des Gemeindebriefes Winter 2016

Titelseite des Gemeindebriefes Winter 2016

Liebe Gemeindemitglieder,
Liebe Leserin! Lieber Leser,
Printen, Spekulatius, Marzipan, Stollen.... ganze Phalangen von Köstlichkeiten zur Advents- und Weihnachtszeit säumen die Wege in den Supermärkten. Sie erinnern mich daran, es ist nicht mehr weit! Allein diese Köstlichkeiten mit ihrem Duft lassen schon Erinnerungen an vergangene Advents- und Weihnachtstage mit Ausblick auf Neujahr in mir aufleben. Vieles ist bereits lange im Voraus geplant. Daran hängt das Herz, an eingespielten Abläufen, ohne die ein gelungenes Weihnachtsfest undenkbar wäre. Alle Jahre wieder....
Das eigene Herz als Ort, in dem sich alle Gefühle, Erinnerungen und Erwartungen abspielen. Alles was in dieser besonderen Zeit zwischen Advent, Weihnachten und Neujahr auf uns einwirkt und aus uns heraus strahlen kann.
Bin ich gestresst? Einsam? Oder freue ich mich darauf, dass diese Zeit endlich wieder beginnt und mir statt vor stressiger Aufregung mein Herz vor Überschwang buchstäblich bis zum Halse schlägt?
Letztlich geht es ja nicht nur um eine gute Weihnachtszeit, sondern generell auch darum einen Funken des weihnachtlichen Wunders mit durch das ganze Jahr zu nehmen. Das ist bei all diesen gemischten Gefühlen gar nicht so einfach. Denn so ist Weihnachts- und Neujahrszeit ganz oft auch Beziehungszeit. Denn ob in der Familie oder unter Freunden, oder schlicht und ergreifend zwischen Gott und uns Menschen, es geht um eine tiefe Beziehung, in der sich jeder wechselseitig ganz auf sein Gegenüber einlassen will. Das außergewöhnlichste Gegenüber schenkt uns Gott am Heiligen Abend in seinem Sohn. Gott schenkt uns das, was es für eine lebendige Beziehung braucht, sich selbst als Mensch. In Jesus kommt er uns ganz nah, lässt sich ganz auf das Mensch-Sein ein.... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 01.02.2017


Gemeindebrief Herbst 2016
Titelseite des Gemeindebriefes Herbst 2016

Titelseite des Gemeindebriefes Herbst 2016

Durst

Die Taube auf dem Marktplatz in Weikersheim hat Durst. Und sie weiß, wo und wie sie ihren Durst stillen kann. Wasser im Überfluss bietet der Brunnen. Auf einen Tropfen mehr oder weniger kommt es nicht an.

Wie gut das tut, wenn man Durst hat und es gibt Wasser im Überfluss.

Das hat mich schon als Kind besonders beeindruckt, wenn ich mit meinen Eltern in den Bergen wandern war. Und als Kind war Wandern für mich nicht immer nur die reine pure Freude. In der Sonne schwitzend bergauf. Immer zwei Schritte machen müssen, wo meinen Eltern einer reichte. Und dann waren auch noch die Getränke rationiert - zumindest kam es mir so vor: "Trink nicht alles auf einmal aus, der Tag ist noch lang!" Ich habe die Worte meiner Mutter noch im Ohr.

Wie paradiesisch erschien es mir dann, wenn wir an einen der häufigen Brunnen kamen. Als Tränke für das Vieh gefasst oder vielleicht wirklich auch für durstige Wanderer. Oder auch an eins der klarer Bächlein, die auch meine Eltern für sauber genug hielten, dass ich daraus trinken durfte: Trinken ohne sparen zu müssen. Trinken, dass es dabei gluckerte und spritzte, dass das ganze Gesicht nass wurde und manchmal noch mehr. Das tat gut. Das machte Lust auf mehr: Vorneweg laufen und schauen, wo es die nächste Möglichkeit gab, so den Durst zu stillen.

Manchmal mache ich das heute noch, wenn ich Durst habe: Ich drehe den Wasserhahn auf und halte die Hand unter und den Mund und trinke direkt aus dem fließenden Wasserstrahl.

Und ich erwische mich dabei, dass ich bei jedem Brunnen, an den ich komme, als erstes schaue, ob da Trinkwasser fließt. Ob ich die Hand hineinhalten und wenigstens mal probieren kann, wie das Wasser schmeckt, selbst wenn ich gar keinen Durst habe.

Denselben... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 21.08.2016


Gemeindebrief Sommer 2016
Titelseite des Gemeindebriefes Sommer 2016

Titelseite des Gemeindebriefes Sommer 2016

Liebe Gemeinde,

manchmal hat man so "Aha-Erlebnisse". So ging es mir als ich auf der Suche nach einem Titelbild für den Gemeindebrief, den Sie gerade lesen, unsere Fotos anschaute. Ein Foto zum Thema Seelsorge sollte es sein. Es sollte sommerlich sein, ansprechend, vielleicht meditativ und zum Seele baumeln lassen. Ich hatte ein schönes Foto entdeckt auf dem mein Mann auf der Gartenschau in Gießen in einer orangen Hängematte seine Seele baumeln lässt. Ich erinnerte mich noch gut an diesen Tag. Blauer Himmel, Sonnenschein, wir bewunderten die Blumen und es ging uns gut.

Beim Durchstöbern der Fotos blieb mein Blick an einem anderen Foto hängen. Sie sehen es als Titelfoto auf dem Gemeindebrief. Auf der Gartenschau war mit grauen Steinwänden ein Raum aufgebaut worden. Die Wiese war der Fußboden, der Himmel war die Decke, graue Wände bildeten den Raum, Fenster hoch oben ermöglichten den Blick auf die Außenwelt. Wer wollte, konnte die Wände mit farbiger Kreide beschriften.

Als ich das Foto gesehen habe, hatte ich das Gefühl, ja, das ist es. Dieses Foto drückt für mich aus, was Seelsorge bewirkt. Seelsorge öffnet einem Menschen ein Fenster.

Manchmal sieht man durch dieses Fenster den Himmel und spürt Freiheit, Weite und Gottes Liebe. Manchmal sieht man den neuen Weg, der sich eröffnet, manchmal den nächsten Schritt, den man gehen kann. Manchmal sieht man sich selbst in einem neuen Licht. Manchmal spürt man: das tut jetzt einfach nur gut.

Nicht nur Pfarrerinnen und Pfarrer sind Seelsorger. Manchmal sind es Familienmitglieder, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen. Manchmal ist man selbst Seelsorger für andere. Immer wieder ist es auch nötig, dass man auf sich selbst achtet und selbst für seine Seele sorgt.

Seelsorge hat... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 18.06.2016


Gemeindebrief Frühjahr 2016
Titelseite des Gemeindebriefes Frühjahr 2016

Titelseite des Gemeindebriefes Frühjahr 2016

Liebe Gemeinde,

als ich mir neulich die Wiese vor unserer Kirche betrachte, fällt mein Blick auf einen einzelnen grünen Grashalm. An seiner Spitze ballt sich der morgendliche Tau zu einem kleinen Wassertropfen. Das Sonnenlicht bricht sich darin und ich kann ein Farbenspiel beobachten. Während ich den Tropfen weiter betrachte, gerate ich immer mehr ins Staunen. Ins Stauen über die Vielfalt der Schöpfung. Gerne möchte ich den Moment des Staunens festhalten. Leider ziehen Wolken auf und alles vergraut. Das Farbspiel nimmt sein Ende und auch mein „Staunensmoment“ bricht in sich zusammen. Da fallen mir Worte eines berühmten Theologen des 19. Jahrhunderts ein, die ich aus dem Studium im Kopf behalten habe: Flüchtig und durchsichtig.
Diese beiden Worte beschreiben für DANIEL FRIEDRICH SCHLEIERMACHER einen zutiefst religiösen Moment: „Flüchtig ist er und durchsichtig wie der erste Duft womit der Thau die erwachten Blumen anhaucht, schamhaft und zart wie ein jungfräulicher Kuß <..>“ Doch was soll das bedeuten?

Schleiermacher spricht hier von einem ganz bestimmten Gefühl. Eine Empfindung, die uns ergreift und uns deutlich macht, dass etwas Unendliches hinter dieser Schöpfung stehen muss. Dass nicht wir die Urheber dieser Schönheit sind. Dass nicht alles von uns abhängt, sondern wir von einer nicht fassbaren Größe. In einer Zeit, in der die Aufklärung mit den großen Programmen der Vernunft und der Freiheit Europa grundlegend verändert hatte, waren das vermutlich eher eigenartige Überlegungen. Nicht gerade en vogue. Heute vielleicht auch?

In gewisser Weise schon: Wir erleben uns heute als tätige Menschen. Wir sind es die unser Leben gestalten. Dabei wollen wir möglichst kreativ sein. Wir sind es die arbeiten, wir sind... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 24.02.2016


Gemeindebrief Winter 2015/2016
Titelseite des Gemeindebriefes Winter 2015/2016

Titelseite des Gemeindebriefes Winter 2015/2016

Ein Licht geht mir auf

Nanu? Was ist denn das? Ein schneebedecktes Windlicht. Sieht das Zusammenspiel von einer in gefrorenem Eis geborgener Kerze und Einmachglas nicht wunderschön aus?

Betrachte ich mir das Windlicht genauer fällt auf, dass die Kerze in ihm nicht brennt. Kann es auch nicht. Die Flamme der Kerze ist von dem aufkommenden Niederschlag ausgelöscht worden und die Kerze ist nun gänzlich mit Schnee bedeckt.
Für uns heute kein Problem. Wir holen uns ein Streichholz oder ein Feuerzeug herbei und zünden die Kerze im Windlicht schnell wieder an.

Versuchen wir uns aber in Zeiten zurück zu versetzen, in denen es noch kein elektrisches Licht gab. Streichhölzer kosteten noch ein Vermögen und es leuchtete noch in keiner Straße eine Laterne.

Wie finster muss es gewesen sein. So dunkel, dass man in einer mondlosen Nacht mit bedecktem Himmel die eigene Hand vor Augen nicht erkannte. In solch einer Nacht stellen wir uns nun unser Windlicht vor.

An einen Baum gehängt und für alle sichtbar, die im Dunklen noch draußen sind. Es ist der einzige Orientierungspunkt weit und breit. Es ist das einzige, was einen davor bewahrt in einer dunkeln, kalten Nacht vom rechten Weg abzukommen und vielleicht zu erfrieren. Es ist überlebensnotwendig.

Plötzlich merken wir, wie sich unser Verhältnis zum Licht ändert. Jetzt geht von ihm eine unglaubliche Wirkung auf uns aus.
Ein Licht im Dunkel. Es ist Orientierungspunkt, auf den ich meinen Blick richten kann. Vielmehr noch: Ich bin vollständig auf die Leuchtkraft des Lichtes in der Dunkelheit angewiesen. Es bietet mir Schutz und erleuchtet mir den Weg - Schritt für Schritt. So weiß ich wohin ich gehe und es ist mir gleichsam ein Wegweiser. Außerdem geht von dem... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 19.11.2015


Gemeindebrief Herbst 2015
Titelseite des Gemeindebriefes Herbst 2015

Titelseite des Gemeindebriefes Herbst 2015

Gottes Bodenpersonal

Ich gehöre zu Gottes Bodenpersonal" Dieser Satz steht in großen Buchstaben auf einer Tasse, aus der ich gerne meinen Kaffee trinke. Ich gehöre zu Gottes Bodenpersonal. Ein Smiley ist dazu gemalt: Ja, es ist schön zu wissen, dass man zu Gottes Bodenpersonal gehört.

Und dieser Satz erinnert mich zugleich immer wieder an das oft zitierte Gespräch der Kinder in der Schule zur Frage, wo Gott denn wohnt und wie weit das von uns weg ist. Und als ein Junge feststellt: "Gott wohnt im Himmel." Und ein zweiter anmerkt: "Kein Wunder, dass man ihn hier auf der Erde so wenig sieht!" Da entgegnet ein Mädchen, Tochter einer Ärztin: "Gott wohnt im Himmel, ja, aber hier auf der Erde hat er seine Praxis!"

Auch wenn ich davon ausgehe, dass Gott nicht nur im Himmel wohnt, sondern auch hier bei uns auf der Erde, so finde ich doch, ist das ein treffender Gedanke, dass Gott hier auf der Erde seine Praxis hat. Dass es also Räume gibt, Örtlichkeiten, zu denen man als Mensch kommen kann in der Gewissheit, dass einem dort in Gottes Namen weiter geholfen wird. Dass es dort Menschen gibt, die für Gott arbeiten, und die den Kontakt herstellen vermitteln können. Gottes Bodenpersonal eben.

Ein anschauliches Beispiel dafür ist für mich die Geschichte vom barmherzigen Samariter, die Jesus den Leuten erzählt hat (Lk 10,30-35): Da ist der Samariter, der als einziger dem Überfallenen beisteht, der anhält, um erste Hilfe zu leisten, während alle anderen achtlos oder vielleicht auch ängstlich vorbei laufen. Dementsprechend wird dieser Samariter dann auch als gutes Beispiel dafür hingestellt, wie man sich als Mensch verhalten soll einem Mitmenschen gegenüber, der in Not ist. Eine große Hilfsorganisation hat sich sogar nach diesem... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 21.09.2015


Gemeindebrief Sommer 2015
Titelseite des Gemeindebriefes Sommer 2015

Titelseite des Gemeindebriefes Sommer 2015

Im Sommer brechen viele Menschen in den Urlaub auf. Sie erfüllen sich einen Traum und reisen. Viele Reisende kommen dann nach dem Urlaub auch gerne wieder nach Hause und manche sagen dann: "In der Heimat ist es doch am Schönsten!"

Ich lade Sie ein einmal darüber nachzudenken, was Ihnen bei dem Stichwort Heimat einfällt.

Für viele Menschen ist Heimat der Ort an dem sie aufgewachsen sind. Für andere Menschen ist Heimat der Ort, an dem sie gerade leben. Für manche ist der Geburtsort auch noch immer der Wohnort und sie können es sich nicht vorstellen, nicht dort zu leben. Für andere Menschen ist das gar kein Problem. Sie sagen: "Heimat ist da, wo die Menschen sind, die ich liebe."

"Heimat", so singt der Sänger Herbert Grönemeyer, "ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl."

Wer Heimat nicht mit einem bestimmten Ort verbindet, hat es leichter sich heimisch zu fühlen, wenn er umziehen muss. Es ist gut, wenn es Menschen gelingt, eine neue Heimat zu finden und sie dort glücklich und zufrieden leben können.

Am 20. September können Sie in einem Konzert in der Garbenteicher Kirche erleben, dass auch Musik Heimat sein kann. In den 1920er Jahren wanderte eine Frau namens Rosa mit ihrer Familie nach Brasilien aus. Zu den Erinnerungen an ihre Heimat Deutschland gehörten auch deutsche Volkslieder. Sie schrieb sie in einem Heft auf und überlieferte sie an ihre Tochter, die sie ihren Kindern weitergab. "Rosas Heft" ist der Titel des Konzertes, der an das Liederheft von Rosa Hetzel erinnert. Durch die Lieder war Rosa Hetzel in ihrer neuen Heimat Brasilien mit der alten Heimat Deutschland verbunden. Rosas Urenkel, Dago Schelin, hat die deutschen Lieder mit brasilianischen Rhythmen versehen. Sie bringen ihm in Deutschland seine Heimat... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 10.05.2015


Gemeindebrief Frühjahr 2015
Titelseite des Gemeindebriefes Frühjahr 2015

Titelseite des Gemeindebriefes Frühjahr 2015

Neue Wege zur Kirche. Das ist das Motto zur Neugestaltung der Außenanlage an der Hausener Kirche. Die alten Wege dort sind inzwischen regelrechte Stolperfallen. Da ist schnell mal jemand hingefallen. Der Anblick ist auch nicht mehr schön. Und gehbehinderte Menschen werden durch die Treppen gleich ganz ausgesperrt. Deshalb: Neue Wege zur Kirche brauchen wir. Damit wir guten Gewissens auch alle einladen können zur Kirche.

Denn neue Wege zur Kirche brauchen wir auch im übertragenen Sinn: Wege, die es attraktiv machen, zur Kirche zu kommen. Einladende Wege, auf denen man gerne unterwegs ist, am besten miteinander. Schließlich ist Kirche mehr als nur ein Haus aus Stein. Kirche sind alle Menschen, die in Gottes Namen unterwegs sind. Christen, die etwas in dieser Welt bewegen und erreichen wollen. Gemeinden, die sich für die Stärkung des christlichen Abendlandes einsetzen, indem sie sich um alle Menschen kümmern. Sie sind für die eigenen Gemeindeglieder genauso da wie für Flüchtlinge. Sie begleiten Asyl-Suchende und geben an Hungrige Essen aus. Ohne Rücksicht auf Glaube oder Herkunftsland.

Christliche Kirche ist die Gemeinschaft all der Menschen, die auf Gott hören. Denen wichtig ist, was Gottes Sohn Jesus Christus verkündigt hat. Die sich ermutigen lassen durch Gottes Heiligen Geist. So dass sie sich trauen, neue Wege auszuprobieren. Dass sie auch mal unorthodoxe Möglichkeiten in Betracht ziehen. - Immer im Vertrauen darauf: Gott selbst ist in seiner Kirche am Wirken. Gott steht seinen Menschen bei. Gott geht mit und oft genug auch voran.

Deshalb können wir uns trauen, ab und zu neue Wege zu beschreiten. Und damit es die richtigen Wege sind, brauchen wir auch neue Wege zur Kirche. Für uns und für andere auch. Wege,... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 16.02.2015


Gemeindebrief Winter 2014/2015
Titelseite des Gemeindebriefes Winter 2014/2015

Titelseite des Gemeindebriefes Winter 2014/2015

Liebe Gemeindeglieder!
Liebe Leserin! Lieber Leser!

Als klar war, dass ich die Stelle des Stadtjugendpfarrers für das Dekanat Gießen übertragen bekäme, war noch nicht ganz abzusehen, ab wann ich den neuen Dienst beginnen würde. Ich war sehr froh, als sich herausstellte, dass der Dienstbeginn auf den 1.1.2015 festgelegt wurde.
Denn das heißt für mich, noch einmal die Möglichkeit zu haben, Advent und Weihnachten in den Gemeinden Watzenborn-Steinberg, Garbenteich und Hausen/Petersweiher erleben und gemeinsam feiern zu können.
Ich habe in den letzten zehn Jahren unwahrscheinlich gerne Advent und Weihnachten in den drei Gemeinden gefeiert. Ich habe in unseren gemeinsamen Adventsandachten, den Hausabendmahlsfeiern, der Hirtenandacht und den Advents- und Weihnachtsgottesdiensten erlebt, wie persönlich die Botschaft der Weihnacht Menschen berühren kann. Die Botschaft des Engels an die Hirten auf dem Feld während ihrer Nachtschicht ist für mich einer der Höhepunkte dieser zusammen erlebten Wochen. "Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids."

"Fürchtet euch nicht!" Diese Botschaft hören die Hirten in ihrem Alltag, während der Arbeit, mitten in der Nacht.
Diese Botschaft gilt auch heute noch jeder und jedem einzelnen von Ihnen und euch ganz persönlich. Sie wird Jahr für Jahr, Tag für Tag in die je eigene Lebenssituation hineingesprochen. Garant dieser Botschaft ist das Kind in der Krippe, aus dem ein Mann wurde, der vorgelebt hat, was es heißt, den einzelnen wahrzunehmen, so anzunehmen, wie er oder sie ist und der mit seiner Botschaft Veränderung in persönlichen... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 09.11.2014


Gemeindebrief Herbst 2014
Titelseite des Gemeindebriefes Herbst 2014

Titelseite des Gemeindebriefes Herbst 2014

Wenn wir mit unserem Hund spazieren gehen, kommen wir immer wieder einmal an einer Birke vorbei, die ein Herz in oder an ihrem Stamm trägt. Das Herz am Baumstamm (auf der Titelseite ist es zu sehen) gefällt mir gut. Es sieht nicht nur schön aus, es fühlt sich auch gut an. Ganz glatt ist die weiße Rinde an dieser Stelle.

Wenn ich das Herz betrachte, dann fällt mir alles mögliche zum Thema "Herz" ein:
  • Ich denke an Menschen, die mir am Herzen liegen, die ich in mein Herz geschlossen habe.
  • Mir fallen Dinge ein, die mir wichtig sind, Herzensangelegenheiten.
  • Ich erinnere mich an Erlebnisse und Momente, die mein Herz erfreut haben.
  • Mir wird manchmal auch bewusst, was mir das Herz schwer macht, mir wie ein Stein auf dem Herzen liegt.
  • Wie schön, dass es Menschen gibt, die mich lieben.
Ich freue mich über diesen Denkanstoß am Wegesrand. Das Herz am Baum bringt mich auf andere Gedanken und das tut mir manchmal gut. Wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir auf, eigentlich ist es für mich mehr als nur ein Denkanstoß. Das Herz hat auch eine Botschaft. Ein Herz ist das Symbol für die Liebe. Ein Herz, das Verliebte in die Rinde eines Baumes schnitzen ist für alle, die es sehen, ein Zeichen ihrer Liebe. Dieses Herz am Baum, das dort gewachsen ist, ist für mich eine Erinnerung vom Schöpfer an sein Geschöpf: Du liegst mir am Herzen. Ich liebe dich.

Wer lässt sich das nicht gerne sagen?

Falls Sie sich diesen Gruß persönlich abholen wollen, dann gehen Sie doch mal vom Grüninger Weg aus auf dem Höhenweg Richtung Watzenborn-Steinberg spazieren. Auf einer Wiese - mit Blick auf Grüningen - steht die Birke am Wegesrand.

Herzliche Grüße
Ihre Christine Specht

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Gemeindebriefteam am 27.08.2014


Gemeindebrief Sommer 2014
Titelseite des Gemeindebriefes Sommer 2014

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Heilig?

"Wir erklären und bestimmen, dass die seligen Johannes XXIII. und Johannes Paul II. heilig sind, und wir tragen sie in das Buch der Heiligen ein und legen fest, dass sie in der ganzen Kirche als Heilige angemessen geehrt werden", erklärte Papst Franziskus am 27. April 2014 in Rom.

Und viele hunderttausend Menschen waren gekommen, um bei diesem feierlichen Augenblick dabei zu sein. Zusätzlich wurde die Zeremonie auf Großleinwände in vielen Städten übertragen und sogar weltweit in rund 500 Kinos.

Und wie viele Menschen waren dabei, als Sie heilig gesprochen wurden?
Wie bitte – Sie sind noch gar nicht heilig gesprochen, sagen Sie?
Da bin ich mir aber ziemlich sicher, dass Sie sich irren!

Auch Sie wurden heilig gesprochen, wenn es auch kein Wunder ist, dass Sie sich vermutlich nicht mehr daran erinnern können. Bei Ihrer Taufe war das. Da hat Gott Sie als sein Kind angenommen und Willkommen geheißen. Da hat Gott Ihnen die Vergebung Ihrer Schuld zugesagt und Ihnen seinen Heiligen Geist geschenkt. Und hat Ihnen damit zugesagt: "Du gehörst zu mir und sollst Deinen Platz haben bei mir!"

Und wer zu Gott gehört, wer in seinem Einflussbereich lebt, der ist heilig. Genau das bedeutet dieses Wort. – Sie sind eine Heilige oder ein Heiliger, weil Gott Sie bei Ihrer Taufe in seine Familie, in seine Gemeinde aufgenommen und Sie mit seinem Geist begabt hat, so dass Sie Ihr Leben in seinem Sinn führen können, in der Gemeinschaft der Heiligen, zu der wir Christen alle gehören.

Und genau das bekennen wir ja auch jeden Sonntag neu im Glaubensbekenntnis: Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen.
Die Gemeinschaft der Heiligen, das sind Sie und ich und alle Christen hier in Pohlheim und auf der ganzen Welt.... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 21.05.2014


Gemeindebrief Frühjahr 2014
Titelseite des Gemeindebriefes Frühjahr 2014

Titelseite des Gemeindebriefes Frühjahr 2014

Liebe Gemeindeglieder!
Liebe Leserin! Lieber Leser!

Vor kurzem auf dem Schulhof. Eine Schülerin sagt zu einer anderen: „Du, ich mag dich gern leiden.“ Ich war erstaunt über diesen Satz. Nicht über die Aussage an sich, sondern über die Formulierung. „Du, ich mag dich gern leiden.“ Das sagt doch heute eigentlich keiner mehr aus der jüngeren Generation. Ich tippe mal, das Mädchen hat diese Redewendung irgendwo von ihren Eltern oder Großeltern aufgeschnappt und sie gleich bei passender Gelegenheit bei der Freundin angebracht.

Diese Formulierung hat mich daran erinnert, wie uns unsere Sprache manchmal auf tiefere Geheimnisse hinweist. „Du, ich mag dich gern leiden“, sagen Menschen, die einander mögen und lieben. Und damit sagen sie etwas Wesentliches über die Liebe – vielleicht sogar ganz unbewusst: Liebe ist mehr als ein angenehmes Gefühl, echte Liebe umfasst auch das Leiden. Das Leiden an und mit dem anderen lässt die Liebe wachsen. Darin besteht für mich auch das Geheimnis der Passionszeit, die wir jetzt in den Monaten März und April wieder begehen. In diesen sieben Wochen vor Ostern bedenken Christinnen und Christen weltweit das Leiden und Sterben Jesu. In dieser Zeit kann neu deutlich werden, dass sich die Liebe Gottes in ihrer wahren Größe nur erahnen lässt, wenn wir das Leiden Gottes an und mit uns Menschen mit einbeziehen.

Die Passionszeit lädt dazu ein, sich nicht nur an den Sonnenseiten des Lebens zu erfreuen und auf diese zu achten, sondern bewusst auch die Schattenseiten mit zu bedenken. Unser Leben gewinnt doch seine ganze Fülle erst, wenn wir die dunklen Momente unseres Lebens nicht verdrängen. Es gibt keine Liebe ohne Leiden, keine Freude ohne Trauer, kein Leben ohne Abschied. Die Passionszeit... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 18.02.2014


Gemeindebrief Winter 2013/2014
Titelbild des Gemeindebriefes Winter 2013/2014

Titelbild des Gemeindebriefes Winter 2013/2014

..... nahe zu sein ist mein Glück.

Heute gibt es zu Beginn des Gemeindebriefes nicht nur Gedanken, die ich mir gemacht habe, sondern ich lade Sie ein sich selbst Gedanken zu machen. Machen Sie sich einen Kaffee oder Tee, machen Sie es sich gemütlich, nehmen Sie sich Zeit und begeben Sie sich mit den folgenden Fragen auf Gedankenreise:

Stellen Sie sich vor, Sie sollen die Überschrift ergänzen. Welches Wort, welche Worte oder welchen Namen würden Sie anstelle der Pünktchen einsetzen?

Sie haben den Satz „....nahe zu sein ist mein Glück“ durch einen Namen, ein Wort ergänzt. Setzen Sie diesen Namen/dieses Wort in die folgenden Fragen ein und denken Sie darüber nach.

Wie ist das, wenn Sie …... nahe sind? Wie fühlen Sie sich dann?
Fehlt Ihnen etwas, wenn Sie …... nicht nahe sind? Woran merken Sie das?
Was können Sie dafür tun, um ….... nahe sein zu können?

Ich weiß nicht, was Sie für die ….. eingesetzt haben. Der Beter des 73. Psalms sagt: „Gott nahe zu sein ist mein Glück.“ Das sagt er, nachdem er Gott sein Leid geklagt und sich beschwert hat, warum es den Gottlosen so gut geht. Er macht seinem Ärger und Unverständnis Luft. Ich stelle mir vor, da schwingt auch Neid darüber mit, dass die Gottlosen reich sind und er sich plagen muss. Warum sorgt Gott nicht für Gerechtigkeit und belohnt die, die an ihn glauben mit einem guten Leben?

Diese Fragen nagen an ihm. Er geht in den Tempel und betet. Er findet schließlich seinen inneren Frieden wieder, weil er entdeckt, ohne Gott will und kann ich nicht leben. „Gott nahe zu sein ist mein Glück!“ Das, was Sie empfinden, wenn Sie …..nahe sind, empfindet der Psalmbeter, wenn er Gott nahe ist. Was Ihnen fehlt, wenn Sie …..nicht nahe sind, fehlt dem Psalmbeter, wenn... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 06.11.2013


Gemeindebrief Herbst 2013
Titelseite des Gemeindesbriefes Herbst 2013

Titelseite des Gemeindesbriefes Herbst 2013

Entschuldigung!

Leicht und unbedacht kommt uns dieses Wort oft über die Lippen: Entschuldigung, ich muss mal eben vorbei. Entschuldigung, ich habe es eilig. Entschuldigung, das war nicht so gemeint.

Oder wir sagen, wenn wir merken, dass wir jemandem auf die Füße getreten sind, egal ob sprichwörtlich oder tatsächlich: Ich entschuldige mich dafür!

Und dann? Dann, davon gehen wir aus, dann ist alles wieder gut. Wir haben schließlich unsere Pflicht getan und uns entschuldigt. Wenn der oder die Andere jetzt noch sauer ist, dann ist das jedenfalls nicht unsere Schuld.

Aber das ist ein Irrtum, wenn auch ein weit verbreiteter Irrtum. Wir können uns gar nicht selbst entschuldigen.

Schauen Sie sich einmal das Bild auf der Titelseite an: Das Tor ist geschlossen, fest verschlossen. Und oben drüber geht es auch nicht. Am Pfosten ist sogar noch ein Einbahnstraßenschild befestigt, das besagt: In dieser Richtung geht es nicht hinein.

So ist es auch beim Entschuldigung-Sagen. Wenn wir etwas vermasselt haben oder jemandem weh getan, oder uns sonst wie falsch verhalten, dann ist die Tür erst einmal zu. Und wir bekommen sie von unserer Seite aus auch nicht wieder auf. Selbst dann nicht, wenn wir Entschuldigung sagen.

Die einzige Möglichkeit, die wir haben, ist zu sagen: Ich bitte um Entschuldigung. Ich sehe ein, dass es verkehrt war, was ich getan habe. Es tut mir Leid. Und dann können wir nur hoffen, dass die oder der Andere unsere Entschuldigung annimmt und das Tor von innen wieder öffnet. Dass er oder sie das tut, was wir selbst nicht tun können, nämlich uns entschuldigen.

Dann geht das Tor auf. Und der Zugang ist wieder frei.

Dann geht es so offen und ehrlich und auch vertrauensvoll zu wie es Jesus uns Menschen wünscht,... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 21.08.2013


Gemeindebrief Sommer 2013
Titelseite des Gemeindesbriefes Sommer 2013

Titelseite des Gemeindesbriefes Sommer 2013

Liebe Gemeindeglieder!
Liebe Leserin! Lieber Leser!

Probier’s mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit wirfst du den Alltag und die Sorgen fort, und wenn du stets gemütlich bist und etwas appetitlich ist, dann nimm es dir, egal von welchem Ort, singt der Bär Balu in dem bekannten Walt-Disney-Zeichentrickfilm "Das Dschungelbuch". Und wer den Text liest, hat auch schnell die Melodie im Ohr und swingt mit. Der Bär ist uns sofort sympathisch, und wir beneiden ihn um seine Lebenskunst: Alltag und Sorgen über Bord zu werfen, einfach mal abzuschalten und alle Viere von sich zu strecken.

Doch dann holt uns meistens die Realität schnell wieder ein: Gemütlichkeit und Ausruhen ist unmodern geworden, wird mit Faulheit gleichgesetzt. Das Wort "Stress" steht hoch im Kurs. Ich höre es oft in Gesprächen.

Balu der Bär ist eine Comic-Figur – beneidenswert vielleicht – aber halt eine Comic-Figur aus einer Märchenwelt. Ich frage mich: Hat er deshalb unrecht?

Während meines Studiums bin ich in der Literatur einem für mich hochinteressanten Menschen begegnet. Bernhard von Clairvaux heißt er, ein Zisterzienser-Abt, mit viel Lebenserfahrung. Er schreibt im Jahr 1150 n. Chr. in einem Brief an Papst Eugen III.:
Es ist viel klüger, du entziehst dich von Zeit zu Zeit deinen Beschäftigungen, als dass sie dich ziehen und dich nach und nach an einen Punkt führen, an dem du nicht landen willst. Du fragst, an welchen Punkt? An den Punkt, wo das Herz hart wird. Frage nicht weiter, was damit gemeint ist; wenn du jetzt nicht erschrickst, ist dein Herz schon so weit. (…) Ja, wer mit sich selbst schlecht umgeht, wem kann der gut sein? Denk also daran: Gönne dich dir selbst. Ich sage nicht: tu das immer, ich sage nicht: tu das... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 19.05.2013


Gemeindebrief Frühjahr 2013
Titelseite des Gemeindesbriefes Frühjahr 2013

Titelseite des Gemeindesbriefes Frühjahr 2013

Das Foto (siehe Gemeindebrief) zeigt die Garbenteicher Kirchturmuhr, sonntags um halb zehn (um 10.00 Uhr haben wir uns dann getroffen zum Gottesdienst zum Mitgehen). Sonntagmorgen, eine ganz besondere Stimmung herrscht im Dorf. Beim Betrachten des Bildes wurden Sonntagserinnerungen aus meiner Kindheit bei mir wach: sonntags gab es zwischen 8.30 und 9.00 Uhr Frühstück. Meistens mit Frühstücksei und zum Abschluss: ein Stück Kuchen.

Wie das Ei zum Frühstück, so gehörte auch der Gottesdienstbesuch um 10.00 Uhr zum Sonntag und nach dem Gottesdienst wartete unser Dackel schwanzwedelnd darauf, dass mein Vater mit ihm noch einen Spaziergang machte. Sonntag, das ist ein ganz besonderer Tag, das spürte auch unser Hund. Von Montag bis Samstag wäre er nie auf die Idee gekommen, dass mein Vater mit ihm einen Spaziergang machen könnte. Aber sonntags, da wartete der Hund ab 11.15 Uhr auf seinen Chef, der vom Gottesdienst nach Hause kam. Am Nachmittag machten wir einen Spaziergang und anschließend gab es Kaffee und Kuchen. Manchmal besuchten wir Freunde oder Verwandte oder wurden besucht, verbrachten als Familie Zeit miteinander. So war das sonntags bei uns zu Hause und der Sonntag unterschied sich in vielerlei Hinsicht von allen anderen Wochentagen.

Da war nicht nur der Gottesdienstbesuch, der ihn zu einem besonderen Tag machte, sondern er wurde auch zu einem besonderen Tag durch das, was nicht getan wurde. Am Sonntag wurde außer dem Kochen und Spülen keine Hausarbeit erledigt, mein Vater arbeitete auch nicht in seiner Werkstatt und der Sonntag war auch Hausaufgabenfrei. Die Hausaufgaben musste ich spätestens Samstag erledigt haben.

Ich genieße es auch heute noch, dass sonntags die Welt anders ist als sonst. Es ist... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 18.02.2013


Gemeindebrief Winter 2012
Titelseite des Gemeindesbriefes Winter 2012

Titelseite des Gemeindesbriefes Winter 2012

"Es gibt Tage, da wünscht ich, ich wär mein Hund ..." - Reinhard Mey hat das so gesungen und auch ich denke mir manchmal, das müsste auf jeden Fall spannend sein: Da laufe ich mit unserer Bella durch den Wald und dauernd geht ihre Nase hierhin und dorthin, auf dem Boden nach rechts und dann wieder nach links. Dann hebt sie auf einmal den Kopf und schnuppert hoch oben in der Luft, bevor sie sich plötzlich ins Gebüsch stürzt - so weit ihre Leine eben reicht.

Das müsste spannend sein, mitzubekommen, was der Hund so alles riecht. Mäuse, Rehe und Hasen, andere Hunde und auch Menschen und ich weiß nicht, was noch alles. Eine ganze Welt scheint es da zu geben, die mir als Menschen verschlossen ist. Und mir geht auf, wie vieles um mich herum offensichtlich Tag für Tag geschieht, von dem ich überhaupt nichts mitbekomme, weil ich die vielen Spuren nun einmal nicht erschnuppern kann.

Nur im Winter - dann, wenn es frisch geschneit hat: Dann kann ich wenigstens sehen, was der Hund erschnuppert: Spuren von Kaninchen und Mäusen, von Amseln und Katzen, von einem Fuchs - oder auch, dass der Marder wieder um unser Auto geschlichen ist.

Ja, es gibt vieles, was Tag für Tag um mich herum geschieht - ohne dass ich es sehe oder höre oder gar rieche. Und dann ist es für mich als Mensch gar nicht einfach, trotzdem herauszubekommen, wer oder was da meinen Weg gekreuzt oder mich gar eine Weile begleitet hat.

So sitze ich manches Mal auch da mit den trauernden Angehörigen eines Verstorbenen und wir machen uns auf die Suche nach den Spuren, die von Gottes Hilfe und Begleitung in diesem zu Ende gegangenen Menschenleben zu entdecken sind. Und dann wünschte ich mir schon, ich könnte wie ein Hund solche Spuren erschnuppern und einfach riechen,... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 18.02.2013


Gemeindebrief Herbst 2012
Titelseite des Gemeindebriefes Herbst 2012

Titelseite des Gemeindebriefes Herbst 2012

Liebe Gemeindeglieder!
Liebe Leserin!
Lieber Leser!

Geht es Ihnen manchmal auch so, dass Sie irgendwann am Tag ein Lied hören und sich danach ständig dabei erwischen, wie Sie dieses Lied auch nach Stunden noch summen oder im Kopf haben? Ich habe immer wieder mal solch einen „Ohrwurm“, gerade bei Liedern, die mir gut gefallen.

Unser Kirchenchor in Hausen feiert in diesem Jahr seinen 85. Geburtstag. Dafür dürfen wir Gott loben und ihm danken.

Musik tut unserer Seele gut! Das haben wir alle an der einen oder anderen Stelle in unserem Leben schon einmal mitbekommen. Daher verwundert es nicht, dass Menschen schon seit Jahrtausenden musizieren.
Im ersten Teil unserer Bibel, im Alten Testament, findet sich eine wunderbare Sammlung von Liedern. Wir nennen sie Psalmen. In den Psalmen wird das ganze Leben vor Gott gebracht:

Höhen und Tiefen, Lachen und Weinen, Schuld und Versagen, der zuversichtliche Glaube wie der bohrende Zweifel.

In Psalm 98 heißt es: „Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. Jauchzet dem Herrn, alle Welt, singet, rühmet und lobet! Lobet den Herrn mit Harfen, mit Harfen und mit Saitenspiel! Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem Herrn, dem König!“

Psalm 98 wirft zutiefst menschliche Fragen auf und er ermutigt uns, gegen die vielfachen Missklänge in dieser Welt, die unser Leben begleiten, Gott zu loben. Der Psalmbeter hat erfahren, dass Musik eine schöne – eine von Gott geschenkte Gabe ist.

Johann Sebastian Bach überschrieb alle seine Musikstücke mit den Worten „Soli deo gloria", - allein zur Ehre Gottes. Alle Musik wollte er von Gott her und auf Gott hin verstanden wissen.

Musik begleitet uns durch die Hoch- und die Tiefzeiten unseres Lebens. Sie stiftet aber auch... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 05.09.2012


Gemeindebrief Sommer 2012
Titelseite des Gemeindebriefes Sommer 2012

Titelseite des Gemeindebriefes Sommer 2012

Alles hat seine Zeit - Wer hat meine Zeit?

Haben Sie meine Zeit gesehen? Irgendjemand muss sie mir geklaut haben. Im letzten Urlaub war sie noch da, da hatte ich ganz viel Zeit, aber dann auf einmal war meine Zeit weg. Ich habe mich immer wieder jammern hören: "Ich habe gar keine Zeit...."

Eigentlich ist das doch merkwürdig: 24 Stunden Zeit stehen mir pro Tag zur Verfügung. Wenn ich davon 8 Stunden schlafe, bleiben 16 Stunden übrig, an denen ich etwas machen kann. Das ist doch eigentlich eine ganze Menge, oder?

Aber ich kann es drehen und wenden, wie ich will, eigentlich habe ich Zeit und trotzdem habe ich keine Zeit für alles das, was ich tun möchte. Kennen Sie das auch? - Es gibt so viele Dinge, die man tun muss, die man eigentlich auch gerne tut, aber die so viel Zeit brauchen, dass man das Gefühl hat es bleibt keine Zeit mehr für das, was ich auch noch gerne tun möchte. Dieses Gefühl macht unzufrieden und unglücklich.

Was soll ich nur machen? Ich bin mir sicher, wenn der Tag 48 Stunden hätte, würde das an dem Problem auch nichts ändern, dann gäbe es einfach nur noch mehr zu tun und sonst bliebe alles beim Alten.

Ich habe schon versucht Zeit zu sparen. Ich habe mich beeilt, um schnell mit den anfallenden Aufgaben fertig zu werden, aber da blieb in mir das Gefühl zurück, ich hetze durch den Tag, und ich hatte den Eindruck, das tut mir nicht gut. Außerdem wurde die eingesparte Zeit gleich wieder von anfallender Arbeit aufgefressen und ich hatte immer noch das Gefühl keine Zeit zu haben.

Keine Zeit zu haben, das liegt anscheinend nicht daran, dass der Tag zu wenig Stunden hat, sondern es liegt daran, was ich mit der Zeit und in der Zeit, die mir zur Verfügung steht, mache.

Vielleicht... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 18.05.2012


Gemeindebrief Frühjahr 2012
Titelseite des Gemeindebriefes Frühjahr 2012

Titelseite des Gemeindebriefes Frühjahr 2012

Wachsen wie Rosen und Clematis

"Im Vorgarten unseres Hauses haben wir drei Rankbalken aus Metall aufgestellt. An diesen Säulen aus Metallgitter sollen Rosen und Clematis wachsen und die Rankbalken begrünen. Wenn alles so gelingt, wie wir es uns vorgestellt haben, dann werden an den drei Metallsäulen zu verschiedenen Zeiten, in verschiedenen Farben und verschiedenen Höhen die Rosen und Clematis blühen und uns mit ihrem Anblick erfreuen.

Rosen und Clematis sollen sich verbinden und miteinander wachsen.
Genau das wünsche ich mir auch für unsere beiden Kirchengemeinden Garbenteich und Hausen/Petersweiher."

So hat meine Frau vor fünf Jahren ihre Gedanken für den Gemeindebrief 2007 begonnen. Der 01.01.2007 ist das Datum, seit dem meine Frau und ich jeweils mit halber Stelle und Pfarrer Klein mit einem 30%-Dienstauftrag für Garbenteich und Hausen mit Petersweiher zuständig sind.

Seitdem ist allerhand geschehen: Wenn Sie sich das Bild auf der Titelseite anschauen, dann sehen Sie, dass Rosen und auch Clematis längst gewachsen sind und blühen. Manchmal gleichzeitig, manchmal abwechselnd und manchmal auch einfach nur wild durcheinander.
So ähnlich, habe ich den Eindruck, geschieht es auch in unseren Gemeinden: Vieles wächst oder blüht sowohl aufeinander zu als auch ganz unabhängig von einander: Die Konfirmandengruppen haben sich längst (wieder) ganz selbstverständlich daran gewöhnt, dass der Grenzweg für sie keine Grenze mehr ist. Hausener Konfirmanden bewirten auf dem Garbenteicher Adventstreff die Leute mit frisch gebackenen Waffeln. Garbenteicher Kinder spielen beim Hausener Weihnachtsspiel und machen mit beim Musical im nächsten Sommer. Die Krabbelgruppe trifft sich seit neuestem gemeinsam. Gottesdienste... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 28.02.2012


Gemeindebriefteam am 20.01.2012


Gemeindebrief 01/2012
Titelseite des Gemeindebriefes 01/2012

Titelseite des Gemeindebriefes 01/2012

Liebe Gemeindeglieder!
Liebe Leserin! Lieber Leser!

Gestern Abend (26.10.2011) wollte ich gerade die Tür unseres Jugendcafés im Thomashaus in Watzenborn-Steinberg aufschließen, als ich aus dem darüber liegenden großen Saal den Kirchenchor singen hörte „Herbei, o ihr Gläubgen, fröhlich triumphieret, o kommet, o kommet nach Bethlehem! Sehet das Kindlein, uns zum Heil geboren! O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König!“

Mit einem Male wurde mir bewusst: Ja, es ist gar nicht mehr so lange, dann ist schon wieder Weihnachten. Dieses Weihnachtslied Ende Oktober ließ mich kurz stehen bleiben und darüber froh werden, dass die Weihnachtsbotschaft nicht nur für ein paar Tage im Dezember reserviert ist, sondern das ganze Jahr hindurch Gültigkeit besitzt, gerade auch jetzt, wo wir in den Nachrichten dieser Tage nur noch die Wörter „drohende Weltwirtschaftskrise, Krisenfonds EFSF, Risikovorsorge, Euro-Rettungsschirm, Hilfspaket,…“ hören.
Das Lied des Kirchenchores hat mich aber auch daran erinnert, dass wir noch genug Zeit haben, uns auf Weihnachten vorzubereiten. Vor uns liegt der Advent. In diesen Tagen steckt eine große Chance für Weihnachten – obwohl das Risiko groß ist. Allein schon wirtschaftlich betrachtet sehen viele in den vor uns liegenden Feiertagen Gefahren für die Wirtschaft – gerade in diesen Zeiten einer erneut drohenden Wirtschaftskrise. Ein ganzes Land macht Pause. Die Fließbänder stehen still. Und viele befürchten, dass das Weihnachtsgeschäft im Advent auch nicht so rosig ausfällt.

Aber auch menschlich gesehen ist Weihnachten ein Risiko. Viele Menschen haben Angst vor Weihnachten: weil die Vorbereitung ein einziger Stress ist und der Streit in den Familien zunimmt.

Eigentlich hat... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 14.11.2011


Gemeindebriefteam am 01.09.2011


Gemeindebrief 04/2011
Titelseite des Gemeindebriefes 04/2011

Titelseite des Gemeindebriefes 04/2011

Leben unter extremen Bedingungen

Mein Mann und ich waren zum Sommerurlaub in Südtirol und dazu gehörte für uns auch das Wandern in den Bergen. Neben der fantastischen Aussicht auf die Berge, begeisterten mich auch die vielen Blumen auf den Bergwiesen: Feuerlilie, Türkenbund, Knabenkraut waren die besonderen Schönheiten, die ich so bei uns in den Wiesen noch nicht gesehen habe. Aber auch Margeriten, Glockenblumen, Arnika und viele andere häufig anzutreffende Blumen haben mir gefallen. Manchmal wusste ich gar nicht, wo ich zuerst hinsehen sollte, so üppig blühte es auf den Bergwiesen.

Am meisten beeindruckt hat mich aber eine kleine Blume, die dort wächst, wo sonst kaum eine andere Pflanze gedeiht. Mitten im Geröll, in einer Art Mondlandschaft aus weißem Dolomitengestein, da wächst ganz überraschend der rhätische Alpenmohn, der auch gelber Mohn genannt wird. Die Pflanze wirkt mit ihren dünnen Stängeln und den durchscheinenden Blütenblättern sehr zart und empfindlich, kaum zu glauben, dass sie in so unwirtlichem Gelände wächst und gedeiht. Sie wächst aber auch nur dort, nur im Geröll, im steinigen, trockenen Boden. Auf den Wiesen sucht man diesen Mohn vergebens. Dieser Mohn, der im Geröll wächst, da wo Leben kaum möglich scheint, hat meine Gedanken beschäftigt. Ich musste an Menschen denken, die mir in unseren Gemeinden begegnen. Auch da staune ich immer wieder über Menschen, die unter schwierigen Bedingungen leben und dabei Lebensfreude und Zufriedenheit ausstrahlen. Vielleicht kennen sie ja auch solche Menschen oder gehören selbst zu ihnen. Ich staune immer wieder, dass oft die, die Grund zum Jammern und Klagen hätten, das nicht tun, sondern versuchen so gut wie möglich mit ihrer Lebenssituation zurecht zu kommen und trotz allem... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 17.08.2011


Gemeindebrief 02/2011
Hausener Gemeindebrief 02/2011

Hausener Gemeindebrief 02/2011

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Gemeindebriefteam am 16.06.2011


Gemeindebrief 03/2011
Titelseite des Gemeindebriefes 03/2011

Titelseite des Gemeindebriefes 03/2011

Staunen über das Besondere

Nein, das auf dem Foto unten ist nicht die Mandelblüte in Italien, die ich im Urlaub so oft fotografiert habe. Das ist auch kein Blaustern aus dem wunderbaren Blütenteppich in Montagnola, keine Kamelie von der Uferpromenade in Lugano und auch keine Strelizie aus dem Palmengarten, sondern ein einfacher gelber Krokus aus unserem Vorgarten in Garbenteich. Dort reckte er sich im März der Frühlingssonne entgegen. Und auch wenn es keiner der tief violetten Sorte war mit dem leuchtend orangen Stempel, die ich so gerne mag, war dieser Krokus doch etwas Besonderes: Er war nämlich einfach so gewachsen, genau zwischen zwei Buchsbäumchen, ohne dass jemand die Zwiebel gesteckt hätte. Und dieser kleine Krokus war nicht der Einzige, der sich selbst seinen Platz bei uns im Garten gesucht hatte: Sogar mitten im Lavendel war ein Fleck leuchtend gelber Krokusse aufgegangen. Und nicht nur die Hummeln und Bienen, sondern auch wir haben uns daran erfreut.

So geht es mir manches Mal - nicht nur beim Fotografieren, sondern auch bei der Arbeit in der Gemeinde und wohl auch so manches Mal im Leben: Ich staune über die wunderbaren, manchmal fast exotischen Blüten, die anderswo aufgehen und denke: So etwas müsste es bei mir oder bei uns auch geben. Und dann entdecke ich auf einmal, dass da hier vor meinen Füßen etwas entsteht, das so von mir gar nicht geplant war, das vielleicht sogar meine vorgesehene und gewohnte Ordnung stört – und das beim genaueren Hinschauen trotzdem gut und schön ist.

Da bleibt mir eigentlich nur, mich darüber zu freuen, dass Wachsen und Gedeihen nicht allein in meiner Hand liegen. Dass meine Rolle – auch in der Kirchengemeinde – oft genug einfach die des staunenden und dankbaren Zuschauers ist, der... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 09.05.2011


Gemeindebriefteam am 09.03.2011


Gemeindebrief 02/2011
Titelseite des Gemeindebriefes 02/2011

Titelseite des Gemeindebriefes 02/2011

Liebe Gemeindeglieder! Liebe Leserin! Lieber Leser!

Es ist Februar. Ich komme von unserem Pfarrhaus und gehe auf den Friedhofsweg. Ein junges Mädchen läuft hinter einem anderen Mädchen her. Ein Junge steht ruhig daneben und begrüßt mich: "Hallo, Pfarrer Klein." Die Mädchen kommen auf mich zugelaufen. "Warum hast du eine Serviette an?" Das Mädchen ist vor mir stehen geblieben und zeigt auf mein Beffchen (das von uns Pfarrern am Halsausschnitt getragene rechteckige weiße Leinenstück). Ich erkläre ihr kurz, warum ich diese Serviette trage. Wir gehen gemeinsam, uns fröhlich unterhaltend zu den Erwachsenen, die bei der Urne warten. Gemeinsam gehe ich mit den Erwachsenen und den drei Kindern zum Grab. Die Trauernden müssen sich von einem geliebten Menschen verabschieden. Die Kinder sind sehr aufmerksam dabei. Ein wichtiger Moment für sie. Gut, dass sie mit dabei sind und Abschied nehmen können. Gerade als die Urne ins Grab gelassen wird und ich die Worte "Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub" sage, höre ich zum ersten Mal in diesem Jahr Kraniche über uns herziehen. Vorboten des Frühlings, Vorboten neuen Lebens. Wir beten noch miteinander das Vaterunser, ich spreche der Familie den Segen Gottes zu. Die Familie bleibt vor dem Grab stehen. Sie werfen Blumen hinein und nehmen weinend Abschied. Die Kraniche sind noch leise zu hören.

Kaum auszuhalten ist manchmal die Spannung, in der unser Leben steht. Zwischen Schönem und Schwerem, Leben und Tod. Nicht nur an diesem Mittag auf dem Friedhof. Sondern fast jeden Tag neu. Da bekomme ich morgens einen Anruf und höre: Unser Kind ist geboren. Es lief alles sehr gut. Wir freuen uns so sehr. Kurze Zeit später erzählt mir jemand, dass die Tochter sich von ihrem Mann trennt. Die Enkelkinder... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 14.02.2011


Gemeindebriefteam am 10.01.2011


Gemeindebrief 01/2011
Titelseite des Gemeindesbriefes 01/2011

Titelseite des Gemeindesbriefes 01/2011

„Wenn möglich, bitte wenden!“

Wenn diese Worte freundlich aber bestimmt durchs Auto tönen, macht mich das Navi unseres Autos darauf aufmerksam, dass ich umkehren muss, wenn ich das einprogrammierte Ziel erreichen will. Manchmal ignoriere ich das Navi, weil ich mir sicher bin, dass ich auf dem Weg, den ich gerade fahre, mein Ziel erreichen werde. Ich kenne da eine Abkürzung, die das Navi nicht kennt.

Manchmal, wenn ich das Gefühl habe, jetzt hast du dich verfahren, bin ich froh, wenn das Navi mich auf die richtige Route zurück bringt, dann folge ich gerne seinen Anweisungen.

"Wenn möglich, bitte wenden!" an diese Worte unseres Navis musste ich denken, als ich vor kurzem mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden über das Kirchenjahr gesprochen habe und es um den Buß- und Bettag, die Advents- und Passionszeit ging. Die beiden Fastenzeiten im Kirchenjahr und dieser eine Tag, der seit 1995 kein bundesweiter Feiertag mehr ist, haben den Sinn uns eine Umkehr, eine Wende zu ermöglichen. In den Gottesdiensten, die in diesen Zeiten gefeiert werden, geht es darum, das eigene Leben, die Situation in unserer Gesellschaft, die Probleme der Welt in den Blick zu nehmen und dann, wenn nötig und wenn möglich, umzukehren.

Ich finde es schade, dass diese Zeiten immer mehr von anderen Dingen überlagert und uns damit mehr und mehr genommen werden. Der Buß- und Bettag wurde als Feiertag gestrichen, die Adventszeit wird mit Werbung zugeschüttet, die aus dieser Zeit eine Weihnachtseinkaufszeit macht und schon vor der Passionszeit tummeln sich die Osterhasen in den Geschäften und wir werden schon im Februar ganz auf den kommenden Frühling eingestimmt.

Ist denn Nachdenken in unserer Gesellschaft unerwünscht? Sollen wir einfach immer so weiter... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 21.11.2010


Gemeindebrief 04/2010
Titelseite des Gemeindebriefes 04/2010

Titelseite des Gemeindebriefes 04/2010

Wo ein Mensch Vertrauen schenkt

Ein Versuch: Ein Kind sitzt mutterseelenallein allein im Zimmer. Vor sich auf dem Tisch liegt ein Marshmallow (ein Stück Mäusespeck). Das Kind hat vom Versuchsleiter gesagt bekommen: "Du kannst Dich entscheiden. Wenn Du willst, darfst Du den Marshmallow gleich essen. Du kannst aber auch warten, bis ich wieder zu Dir ins Zimmer komme. Wenn Du so lange wartest, bekommst Du von mir zur Belohnung die doppelte Menge."

Es gibt manchen Film (z.B. bei www.mamatogo.de), der zeigt, wie die Kinder versuchen, ihre Lust in den Griff zu bekommen und die Spannung auszuhalten, was sie für Grimassen schneiden oder wie sie sich selbst von der Süßigkeit abzulenken versuchen. Aber 20 Minuten sind lang ...
Es ist ein berühmtes Experiment, das der Psychologe Walter Mischel da erfunden hat. Und der Tragweite der Ergebnisse war er sich anfangs überhaupt noch nicht bewusst. Erst Jahre später ging ihm langsam auf, was er da herausgefunden hatte. Er stellte nämlich fest, dass die Kinder, die seinen Test als Vierjährige erfolgreich absolviert und die Wartezeit ausgehalten hatten – dass diese Kinder später in ihrem Leben als Jugendliche und junge Erwachsene viel besser zurecht kamen als die anderen: Sie hatten in der Schule bessere Noten, konnten Stress-Situationen besser bewältigen und hatten ganz allgemein weniger Probleme. - Der "Marshmallow-Test" scheint also ideal dafür zu sein, um Kindern schon im Kindergartenalter eine fundierte Schul- und Lebensprognose zu erstellen.

Walter Mischel hat bei der Auswertung seines Versuchs nur leider etwas vergessen, obwohl er selbst in früheren Jahren bei Vorversuchen auf Trinidad entsprechende Erfahrungen beschrieben... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 17.08.2010


Gemeindebrief 03/2010
Titelseite des Gemeindebriefes 03/2010

Titelseite des Gemeindebriefes 03/2010

Liebe Gemeindeglieder!
Liebe Leserin! Lieber Leser!

„Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ Psalm 103,1-2

Dieser Satz gehört zu einem meiner liebsten Sätze aus der Bibel. Er fiel mir ein, als mich die Gemeindebriefredaktion der Kirchengemeinde Garbenteich fragte, ob ich mir vorstellen könnte, für die Sommerausgabe des Gemeindebriefs ein Bild vom joggenden Pfarrer mit Sohn zu machen. Ich war von der Idee angetan, das Ergebnis liegt vor Ihnen.

Der Psalmbeter des 103. Psalms fordert sich hier selbst auf, Gott zu loben. Damit fordert er sich auch auf, genau hinzuschauen, wofür er in seinem Leben dankbar sein kann. Er blickt daraufhin auf sein Leben zurück und erkennt: Gott hat mir ganz viel Gutes geschenkt.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der auf ganz hohem Niveau gejammert und geklagt wird. Es gibt Lebenssituationen – und ich bekomme gerade als Pfarrer etliche davon mit – in denen es wichtig ist, dass Menschen klagen. Sie erleben Situationen, die so bedrückend sind, dass nur noch geklagt werden kann. Aber ich beobachte auch, dass wir ganz oft jammern, nur weil es gerade „in“ ist.

Der Psalmbeter ermutigt uns aber dazu, bei uns selbst eine Kultur der Dankbarkeit wachsen zu lassen. Er fordert auf, den Blick auf die Dinge zu richten, für die wir dankbar sein können. Und da gibt es viele, wenn man genau hinschaut: ein gutes Gespräch, ein lieber Gruß, der Partner oder die Partnerin, Menschen, die in einer schweren Zeit zu einem stehen und Trost spenden, die kleine Blume am Wegesrand, Freundinnen und Freunde, die Möglichkeit, dass Väter Elternzeit nehmen und viel wertvolle Zeit mit dem Kind verbringen können... (weiter lesen)
Claudia Unkelbach am 16.07.2010


Gemeindebrief 02/2010
Titelseite des Gemeindebriefes 02/2010

Titelseite des Gemeindebriefes 02/2010

Ostern - Freie Fahrt

Ein Grab auf dem Garbenteicher Friedhof, im Hintergrund an der Bahnlinie ein Signal. Vielleicht haben Sie sich schon gefragt, was das für merkwürdiges Titelbild auf der Vorderseite des neuen Gemeindebriefes ist.
Der Sinn des Bildes erschließt sich erst, wenn man weiß: Dieses Signal bedeutet „freie Fahrt“.

Wenn man auf dem Friedhof steht und die Grabsteine sieht, hat man den Eindruck jeder Grabstein steht für ein Leben, das zu Ende gegangen ist. Jeder Grabstein, beschriftet mit Namen und Lebensdaten sagt: die „Fahrt“ ist zu Ende; ein steinernes Zeichen der Endlichkeit unseres Lebens.
Aber dieser erste Eindruck ist falsch. Viele Symbole auf den Grabsteinen sprechen von der Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod. Diese Hoffnung ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern hat ihren Grund in der Auferstehung Jesu Christi, die wir an Ostern feiern.

Gott hat seinen Sohn von den Toten auferweckt, ihn wieder ins Leben zurückgerufen. Der Tod konnte ihn nicht festhalten. Die Frauen, die am Ostermorgen zum Grab kamen, fanden es leer vor und ein Engel sagte ihnen: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat.“ (Mt 28,5.6)

Seit diesem Ostermorgen gilt für uns alle, der Tod kann uns nicht festhalten, das Signal steht auf „freie Fahrt“. Dafür hat Jesus Christus gesorgt, der für uns am Kreuz gestorben ist und den Gott von den Toten auferweckt hat.

Die Grabsteine auf dem Friedhof, so massiv sie auch sind, können uns nicht täuschen. Der Friedhof, das Grab, ist nicht die Endstation. Es gibt ein Leben nach dem Tod. Das Signal dafür ist schon gestellt

Das ist ein Grund sich zu freuen. Ich wünsche ihnen frohe Ostern.
Ihre... (weiter lesen)
Gemeindebriefteam am 04.03.2010


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