Ich, mein Smartphone und Gott! Das, woran mein Herz hängt!

Eines der aufregendsten Ereignisse in der Konfirmandenzeit ist sicher der Vorstellungsgottesdienst. Das öffentliche Sprechen liegt oder liegt noch nicht jedem, und dann noch auch noch vor der Gemeinde! Zeigen, dass man gereift ist und gelernt hat, selbständig Lebens- und  Glaubensthemen aufzubereiten und damit einen Gottesdienst von Begrüßung bis Segen eigenständig zu gestalten ist schon eine tolle Leistung und ich denke, auch die Gemeinde ist jedes Mal gespannt.

Dieses Jahr bildete den Auftakt ein Gemälde von Ferdinand Georg Waldmüller aus dem 19. Jahrhundert, auf der eine junge Frau mit Smartphone zu sehen ist.

Die Konfirmanden 2019 gestalten den Vorstellungsgottesdienst

Nun, die Auflösung dieses Rätsels wurde schnell gegeben – beileibe keine Science Fiction aus dem Jahr 1860. Aber das Thema war gesetzt und die Brücke schnell zu dem geschlagen, woran das Herz hängt: Was ist mir wichtig? Was ist gut an meinem Smartphone, was schlecht? Wie sehe und kommuniziere ich mit Gott? Das Smartphone spielt eine enorme und vielfach positive Rolle in der Kommunikation, aber während die positiven Nachrichten auch mal von Angesicht zu Angesicht kommuniziert werden, werden schlechte bis hin zu Hassäußerungen elektronisch verpackt. Und was ist mit der Verantwortung für die vielfach menschenrechtsverletzenden Arbeitsbedingungen, unter denen die Rohstoffe für die Produktion gewonnen und auch die Smartphones produziert werden? Warum muss ich regelmäßig ein neues Gerät kaufen, weil die Apps nicht mehr laufen? Was passiert mit dem ganzen Schrott?

Bild aus dem Vorstellungsgottesdienst 2019

Mit der Frage, ob das Smartphone nicht das goldene Kalb der heutigen Zeit ist, wurde die Brücke zum Lesungstext geschlagen. Moses als der, der für sein Volk mit Gott redet – den direkten Draht gab es nicht? Jedenfalls wird das Volk Israel während der 40 Tage der Abwesenheit von Moses auf dem Berg Horeb komplett orientierungslos, vergisst seinen Gott und nur mit Überredungskunst kann Moses Gott davon abhalten, sein Volk zu vernichten. Da darf doch wohl die Frage erlaubt sein, wie es gewesen wäre, wenn Moses damals ein Smartphone gehabt hätte? Hey, ich rede gerade mit big G!