Gemeindebrief Winter 2015/2016

Ein Licht geht mir auf

Titelseite des Gemeindebriefes Winter 2015/2016
Titelseite des Gemeindebriefes Winter 2015/2016

Nanu? Was ist denn das? Ein schneebedecktes Windlicht. Sieht das Zusammenspiel von einer in gefrorenem Eis geborgener Kerze und Einmachglas nicht wunderschön aus?

Betrachte ich mir das Windlicht genauer fällt auf, dass die Kerze in ihm nicht brennt. Kann es auch nicht. Die Flamme der Kerze ist von dem aufkommenden Niederschlag ausgelöscht worden und die Kerze ist nun gänzlich mit Schnee bedeckt.
Für uns heute kein Problem. Wir holen uns ein Streichholz oder ein Feuerzeug herbei und zünden die Kerze im Windlicht schnell wieder an.

Versuchen wir uns aber in Zeiten zurück zu versetzen, in denen es noch kein elektrisches Licht gab. Streichhölzer kosteten noch ein Vermögen und es leuchtete noch in keiner Straße eine Laterne.

Wie finster muss es gewesen sein. So dunkel, dass man in einer mondlosen Nacht mit bedecktem Himmel die eigene Hand vor Augen nicht erkannte. In solch einer Nacht stellen wir uns nun unser Windlicht vor.

An einen Baum gehängt und für alle sichtbar, die im Dunklen noch draußen sind. Es ist der einzige Orientierungspunkt weit und breit. Es ist das einzige, was einen davor bewahrt in einer dunkeln, kalten Nacht vom rechten Weg abzukommen und vielleicht zu erfrieren. Es ist überlebensnotwendig.

Plötzlich merken wir, wie sich unser Verhältnis zum Licht ändert. Jetzt geht von ihm eine unglaubliche Wirkung auf uns aus.
Ein Licht im Dunkel. Es ist Orientierungspunkt, auf den ich meinen Blick richten kann. Vielmehr noch: Ich bin vollständig auf die Leuchtkraft des Lichtes in der Dunkelheit angewiesen. Es bietet mir Schutz und erleuchtet mir den Weg – Schritt für Schritt. So weiß ich wohin ich gehe und es ist mir gleichsam ein Wegweiser. Außerdem geht von dem Licht eine behagliche Wärme aus, die mich, obwohl es so klein ist, innerlich erwärmt.

Zünden wir also die Kerze in dem Windlicht erneut an, damit es wieder zu einem Orientierungspunkt werden kann. Die Kraft des Lichts lässt die Dunkelheit leuchten.

Eben solch einen Orientierungspunkt bietet uns der Psalmist, indem er Gottes Wort mit der Kraft des Lichtes vergleicht:
„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“ (Psalm 119,105)

Sehe ich also ein Windlicht in der dunklen Jahreszeit, oder zünde eine Kerze an, kann ich mich gleich dieser Kraft erinnern, die diese kleine Flamme in sich birgt. Sowohl die Kraft des Lichts als auch die Kraft, die sich in Gottes Wort birgt.

„Ein Licht geht mir auf, in der Dunkelheit!“
Ihre Marisa Mann

Weitere Inhalte aus dem Gemeindebrief:
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Klinik- und Krankenhausseelsorge
Eine neue Altarplatte
u.v.m.

Veröffentlicht von

Team Gemeindebrief

Gemeindebriefredaktion der evangelischen Kirchengemeinde Garbenteich und Hausen/Petersweiher