Gemeindebrief Sommer 2019

Gedanken von Jutta Hofmann-Weiß

Titelseite Gemeindebrief Sommer 2019
Titelseite Gemeindebrief Sommer 2019

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sommerzeit – das ist die Zeit, in der wir uns gerne Pausen gönnen. Ob nun in der Ferne oder zuhause. Pausen sind keine „leeren Zeiten“, sondern im Innehalten kann vieles geschehen. Pausen sind nicht nur Regenerationszeiten, wenn Körper und Seele erschöpft sind. Pausen sind nicht nur die Zeiten, in denen wir von Lebensumständen gezwungen werden unseren Alltag zu unterbrechen. In Pausen kann ich zu mir selbst finden und zu Gott. In Pausen kann ich neue Lebenskraft und neuen Lebensmut schöpfen. Solche Pausen brauchen die Achtsamkeit. Achtsam sein heißt hier nicht vorsichtig sein. Das ist etwas anderes. Achtsam sein – so habe ich es gelernt – hat etwas mit der Fähigkeit zu tun, ganz in der Gegenwart zu sein und den Moment genießen zu können. Sich nicht in der Vergangenheit zu verlieren und sich nicht um die Zukunft zu sorgen. Achtsamkeit braucht Entschleunigung, denn im Hetzen und Rennen geht uns Aufmerksamkeit verloren. Achtsamkeit hat etwas mit dem Mut zu tun, gut wahrzunehmen, mich selbst, meinen Lebensraum und auch meine Mitmenschen. Mit Achtsamkeit, das ist meine Erfahrung, werden Pausen zu Zeiten in denen wir neu wahrnehmen können, was alles unser Leben reich, wertvoll und schön macht.

Achtsam sein zu können ist nicht selbstverständlich und auch nicht immer einfach. Man kann es üben und darum gibt es dazu auch viele Anleitungen. Eine davon kann in der Sommerzeit das Lied sein: „Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser schönen Sommerzeit an deines Gottes Gaben……“ Der Liederdichter Paul Gerhardt schaut genau hin und beobachtet die Natur. Dabei müssen die Füße nicht weit gehen, das Herz ist gefragt, d.h. man sieht die Welt mit dem Herzen und mit der Seele. Tiere wie der Storch, die Glucke oder die Bienen, Pflanzen wie der Weizen, die Bäume und Blumen werden im Lied zum Zeichen dafür, wie gut Gott es mit uns meint und wie sehr er uns das Leben in Fülle schenkt. Aufmerksamkeit für die Wunder der Natur lassen uns staunen und wir können uns über die Vielfalt des Lebens freuen. Kinder sind übrigens gute „Achtsamkeitsbegleiter“, denn sie können sich noch über vieles freuen und staunen, was für uns schon längst selbstverständlich geworden ist.

Auch Jesus war äußerst achtsam, er hat zum Beispiel die Lilien auf dem Felde und die Vögel am Himmel zum Zeichen dafür gemacht, wie gut er für uns sorgt und dass wir unser Leben ihm immer wieder anvertrauen können.

Ich wünsche uns allen wunderbare achtsame Momente und Pausen gerade in diesen Sommermonaten. Dass wir Muße haben genau hinzuschauen, dass wir Wunder der Liebe und Kraft Gottes entdecken und dann die Freude finden, nach der das Herz sucht.

Es grüßt Sie herzlich
Pfarrerin Jutta Hofmann-Weiß

Veröffentlicht von

Team Gemeindebrief

Gemeindebriefredaktion der evangelischen Kirchengemeinde Garbenteich und Hausen/Petersweiher