Gemeindebrief Sommer 2017

Begeistert sein!

Titelseite des Gemeindebriefes Sommer 2017
Titelseite des Gemeindebriefes Sommer 2017

Liebe Gemeinde,
so manche Kanzel habe ich in meinem zu Ende gehenden Vikariat betreten. Eindrucksvoll bleibt mir aber vor allem die Garbenteicher Kanzel im Gedächtnis. Es war und ist immer ein besonderes Gefühl im „Schrank“ zu verschwinden, die kleine hölzerne Treppe hinaufzusteigen und dann dort oben anzukommen. Bevor ich aber herunterschauen kann und mit meiner Predigt beginne, fällt mein Blick auf etwas, das oben im Kanzeldeckel aufgemalt ist. Es ist die kleine weiße Taube, wie Sie sie auf dem Titelbild des Gemeindebriefes sehen. Die Taube ist im Christentum das Symbol für den Heiligen Geist. Oder anders gesagt: Ein Bild für Gott. Warum finden wir aber gerade dieses Gottesbild über der Kanzel? Die Taube dient uns hier als ein Zeichen. Die Taube soll uns an etwas erinnern. Sie zeigt uns, dass das was auf der Kanzel passiert – die Predigt! – nicht einfach nur eine herkömmliche Rede ist. Etwa so, wie wir sie etwa aus der Politik und den Wahlkämpfen kennen oder den Kommentaren am Ende der Tagesschau. Die Predigt will und soll etwas Besonderes sein. Sie soll als eine besondere Art der Rede über Gott verstanden werden. In der Predigt wirkt der Heilige Geist. Der Heilige Geist will es sein, der im Zuhörer das Verstehen weckt für das, was ich oder was andere Pfarrerinnen und Pfarrer in der Predigt sagen. Das klingt – zugegebener Maßen – erstmal ziemlich gewöhnungsbedürftig. Woran soll man nun so etwas wie das Wirken des Heiligen Geistes erkennen?
Der Apostel Paulus hat betont, dass es der Heilige Geist ist, der uns lebendig macht und uns dazu befähigt die Geister zu unterscheiden. Jede Predigt ist anders und soll anders sein. Hauptsache ist aber, dass eine Predigt uns von Gott und seinem Wirken in der Welt erzählt. Es geht also dabei nicht darum, dem „Zeitgeist“ nach dem Munde zu reden, sondern im Hier und Heute Gottes Spuren in unserem eigenen Leben zu entdecken. Eine Predigt kann also im wahrsten Sinne des Wortes „begeistern“. Das gelingt nicht immer auf Anhieb oder noch gleich im Gottesdienst am Sonntagmorgen. Manchmal braucht es ein wenig Zeit, sich vom Heiligen Geist überzeugen zu lassen. Das kann den Hörer der Predigt auch entlasten. Niemand muss gleich auf das gepredigte Wort laut mit einstimmen. Vielmehr geht es darum die Worte bei sich zu behalten – sie im Herzen zu bewegen. Sie abzulehnen – oder zuzustimmen. Und auch ich als Prediger bin entlastet. Nicht jeden kann ich mit den Worten meiner Predigt begeistern. Einen Teil muss und will ich dem Heiligen Geist überlassen. Wie gut also, dass er ganz nahe über mir ist, wenn ich oben auf der Kanzel stehe!
Komm Heiliger Geist mit deiner Kraft, die uns verbindet und Leben schafft!
Ihr Vikar Johannes Lohscheidt

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Veröffentlicht von

Team Gemeindebrief

Gemeindebriefredaktion der evangelischen Kirchengemeinde Garbenteich und Hausen/Petersweiher