Gemeindebrief Sommer 2015

Titelseite des Gemeindebriefes Sommer 2015
Titelseite des Gemeindebriefes Sommer 2015

Im Sommer brechen viele Menschen in den Urlaub auf. Sie erfüllen sich einen Traum und reisen. Viele Reisende kommen dann nach dem Urlaub auch gerne wieder nach Hause und manche sagen dann: „In der Heimat ist es doch am Schönsten!“

Ich lade Sie ein einmal darüber nachzudenken, was Ihnen bei dem Stichwort Heimat einfällt.

Für viele Menschen ist Heimat der Ort an dem sie aufgewachsen sind. Für andere Menschen ist Heimat der Ort, an dem sie gerade leben. Für manche ist der Geburtsort auch noch immer der Wohnort und sie können es sich nicht vorstellen, nicht dort zu leben. Für andere Menschen ist das gar kein Problem. Sie sagen: „Heimat ist da, wo die Menschen sind, die ich liebe.“

„Heimat“, so singt der Sänger Herbert Grönemeyer, „ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl.“

Wer Heimat nicht mit einem bestimmten Ort verbindet, hat es leichter sich heimisch zu fühlen, wenn er umziehen muss. Es ist gut, wenn es Menschen gelingt, eine neue Heimat zu finden und sie dort glücklich und zufrieden leben können.

Am 20. September können Sie in einem Konzert in der Garbenteicher Kirche erleben, dass auch Musik Heimat sein kann. In den 1920er Jahren wanderte eine Frau namens Rosa mit ihrer Familie nach Brasilien aus. Zu den Erinnerungen an ihre Heimat Deutschland gehörten auch deutsche Volkslieder. Sie schrieb sie in einem Heft auf und überlieferte sie an ihre Tochter, die sie ihren Kindern weitergab. „Rosas Heft“ ist der Titel des Konzertes, der an das Liederheft von Rosa Hetzel erinnert. Durch die Lieder war Rosa Hetzel in ihrer neuen Heimat Brasilien mit der alten Heimat Deutschland verbunden. Rosas Urenkel, Dago Schelin, hat die deutschen Lieder mit brasilianischen Rhythmen versehen. Sie bringen ihm in Deutschland seine Heimat Brasilien nahe.

Für viele Menschen, die ihre ursprüngliche Heimat verlassen mussten, ist ihre Muttersprache Heimat. Wenn sie diese Sprache sprechen, dann werden Erinnerungen an ihr Herkunftsland wach und sie fühlen sich auch durch diese Sprache besonders mit anderen Menschen aus der alten Heimat verbunden. Um auch in der neuen Heimat anzukommen, gehört es dann aber auch dazu, die entsprechende Landessprache zu lernen. Für die syrisch-orthodoxen Christen ist ihre Kirche und das Feiern des Gottesdienstes in aramäischer Sprache Heimat. Die Kirchengemeinde als Heimat, ein Ort, wo ich Menschen getroffen habe mit denen ich auf einer Wellenlänge war, wo ich mich wohlgefühlt habe, das habe ich im Studium in Tübingen erlebt. Heimat ist für mich auch da, wo ich mit anderen meinen Glauben leben kann. Das Neue Testament weist an verschiedenen Stellen darauf hin, dass die Heimat eines Christen im Himmel ist, dass wir hier „keine bleibende Stadt“ haben, sondern gewissermaßen auf der Durchreise sind. Deshalb dürfen wir aber trotzdem unser Leben hier genießen und uns auch zu Hause fühlen.

Vielleicht denken Sie in den kommenden Sommertagen, wenn der Himmel blau ist und das Gefühl von Freiheit und Weite vermittelt, einmal darüber nach, was für Sie Heimat ist und was dazu beiträgt, dass Sie sich wohl und heimisch fühlen.

Ihre Christine Specht

Weitere Inhalte aus dem Gemeindebrief:
Neue Wege zur Kirche – Auftaktveranstaltung und weitere Termine
Große Orgelreinigung in Garbenteich
Evangelische Behindertenseelsorge in Gießen
Konzerte
u.v.m.

Veröffentlicht von

Team Gemeindebrief

Gemeindebriefredaktion der evangelischen Kirchengemeinde Garbenteich und Hausen/Petersweiher