Gemeindebrief Sommer 2014

Heilig?

Titelseite des Gemeindebriefes Sommer 2014
Titelseite des Gemeindebriefes Sommer 2014

„Wir erklären und bestimmen, dass die seligen Johannes XXIII. und Johannes Paul II. heilig sind, und wir tragen sie in das Buch der Heiligen ein und legen fest, dass sie in der ganzen Kirche als Heilige angemessen geehrt werden“, erklärte Papst Franziskus am 27. April 2014 in Rom.

Und viele hunderttausend Menschen waren gekommen, um bei diesem feierlichen Augenblick dabei zu sein. Zusätzlich wurde die Zeremonie auf Großleinwände in vielen Städten übertragen und sogar weltweit in rund 500 Kinos.

Und wie viele Menschen waren dabei, als Sie heilig gesprochen wurden?
Wie bitte – Sie sind noch gar nicht heilig gesprochen, sagen Sie?
Da bin ich mir aber ziemlich sicher, dass Sie sich irren!

Auch Sie wurden heilig gesprochen, wenn es auch kein Wunder ist, dass Sie sich vermutlich nicht mehr daran erinnern können. Bei Ihrer Taufe war das. Da hat Gott Sie als sein Kind angenommen und Willkommen geheißen. Da hat Gott Ihnen die Vergebung Ihrer Schuld zugesagt und Ihnen seinen Heiligen Geist geschenkt. Und hat Ihnen damit zugesagt: „Du gehörst zu mir und sollst Deinen Platz haben bei mir!“

Und wer zu Gott gehört, wer in seinem Einflussbereich lebt, der ist heilig. Genau das bedeutet dieses Wort. – Sie sind eine Heilige oder ein Heiliger, weil Gott Sie bei Ihrer Taufe in seine Familie, in seine Gemeinde aufgenommen und Sie mit seinem Geist begabt hat, so dass Sie Ihr Leben in seinem Sinn führen können, in der Gemeinschaft der Heiligen, zu der wir Christen alle gehören.

Und genau das bekennen wir ja auch jeden Sonntag neu im Glaubensbekenntnis: Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen.
Die Gemeinschaft der Heiligen, das sind Sie und ich und alle Christen hier in Pohlheim und auf der ganzen Welt. Evangelische und katholische genauso wie aramäische oder andere orthodoxe Christen und viele mehr.

Jeder Mensch, der getauft wurde auf den Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, gehört damit zu Gott. Sie also auch.

Jetzt kommt es eigentlich nur noch darauf an, dass wir uns auch entsprechend verhalten – so wie es uns als Heiligen entspricht. Dass wir Gottes Heiligem Geist Raum geben zum Wirken und unseren menschlichen Kleingeist zurückdrängen bei dem, was wir reden und tun. Dass wir Ernst machen mit einem Leben in Gemeinschaft statt in Neid und Missgunst. Dass wir uns für das Wohlergehen der Anderen genauso einsetzen wie für unser eigenes. Und dass wir es wenigstens immer wieder neu versuchen, den Anderen ihre Schuld zu vergeben.

Wir sind schon Heilige. Jetzt brauchen wir es nur noch zu zeigen. Da zumindest sind uns Johannes XXIII. und Johannes Paul II. in mancher Hinsicht vielleicht schon ein Stückchen voraus.

Ihr Andreas Specht

Veröffentlicht von

Team Gemeindebrief

Gemeindebriefredaktion der evangelischen Kirchengemeinde Garbenteich und Hausen/Petersweiher