Gemeindebrief Sommer 2013

Titelseite des Gemeindesbriefes Sommer 2013
Titelseite des Gemeindesbriefes Sommer 2013

Liebe Gemeindeglieder!
Liebe Leserin! Lieber Leser!

Probier’s mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit wirfst du den Alltag und die Sorgen fort, und wenn du stets gemütlich bist und etwas appetitlich ist, dann nimm es dir, egal von welchem Ort, singt der Bär Balu in dem bekannten Walt-Disney-Zeichentrickfilm „Das Dschungelbuch“. Und wer den Text liest, hat auch schnell die Melodie im Ohr und swingt mit. Der Bär ist uns sofort sympathisch, und wir beneiden ihn um seine Lebenskunst: Alltag und Sorgen über Bord zu werfen, einfach mal abzuschalten und alle Viere von sich zu strecken.

Doch dann holt uns meistens die Realität schnell wieder ein: Gemütlichkeit und Ausruhen ist unmodern geworden, wird mit Faulheit gleichgesetzt. Das Wort „Stress“ steht hoch im Kurs. Ich höre es oft in Gesprächen.

Balu der Bär ist eine Comic-Figur – beneidenswert vielleicht – aber halt eine Comic-Figur aus einer Märchenwelt. Ich frage mich: Hat er deshalb unrecht?

Während meines Studiums bin ich in der Literatur einem für mich hochinteressanten Menschen begegnet. Bernhard von Clairvaux heißt er, ein Zisterzienser-Abt, mit viel Lebenserfahrung. Er schreibt im Jahr 1150 n. Chr. in einem Brief an Papst Eugen III.:
Es ist viel klüger, du entziehst dich von Zeit zu Zeit deinen Beschäftigungen, als dass sie dich ziehen und dich nach und nach an einen Punkt führen, an dem du nicht landen willst. Du fragst, an welchen Punkt? An den Punkt, wo das Herz hart wird. Frage nicht weiter, was damit gemeint ist; wenn du jetzt nicht erschrickst, ist dein Herz schon so weit. (…) Ja, wer mit sich selbst schlecht umgeht, wem kann der gut sein? Denk also daran: Gönne dich dir selbst. Ich sage nicht: tu das immer, ich sage nicht: tu das oft, aber ich sage: tu es immer wieder einmal. Sei wie für alle anderen auch für dich selbst da, oder jedenfalls sei es nach allen anderen.

Bernhard von Clairvaux, selbst ein unermüdlicher Arbeiter, der immer für andere da war, weiß um die wertvollen Stunden und Tage, an denen er für sich selbst da ist und neue Kraft tanken kann.

In der Bibel weisen uns die Evangelien immer wieder darauf hin, dass auch Jesus für sich und seine Jünger Ruhephasen einplant. Im Markusevangelium sagt er einmal zu seinen Jüngern, die von einem „Missionseinsatz“ zurückkommen: Geht ihr allein an einen einsamen Ort und ruht euch ein wenig aus.

Jesus gönnt uns Ruhephasen in unserem Leben. Jetzt im Sommer freuen sich viele Menschen auf ihren Urlaub, auf Gemütlichkeit und Entspannung. Ich wünsche Ihnen allen, die Sie Urlaub haben und wegfahren, aber auch allen, die hier im Ort bleiben, Stunden und Tage der Erholung, der Besinnung und Gemütlichkeit. Ich wünsche Ihnen, dass Sie Zeit finden für sich, für Ihre Liebsten, aber auch für Gott. Eine gute Möglichkeit, all das an einem Punkt umzusetzen, ist der anstehende „Gottesdienst zum Mitgehen“, zu dem ich Sie am 14. Juli um 9.30 Uhr ganz herzlich einlade.

Mit den besten Grüßen und Wünschen
Ihr Alexander Klein

Veröffentlicht von

Team Gemeindebrief

Gemeindebriefredaktion der evangelischen Kirchengemeinde Garbenteich und Hausen/Petersweiher