Gemeindebrief Sommer 2012

Alles hat seine Zeit – Wer hat meine Zeit?

Titelseite des Gemeindebriefes Sommer 2012
Titelseite des Gemeindebriefes Sommer 2012

Haben Sie meine Zeit gesehen? Irgendjemand muss sie mir geklaut haben. Im letzten Urlaub war sie noch da, da hatte ich ganz viel Zeit, aber dann auf einmal war meine Zeit weg. Ich habe mich immer wieder jammern hören: „Ich habe gar keine Zeit….“

Eigentlich ist das doch merkwürdig: 24 Stunden Zeit stehen mir pro Tag zur Verfügung. Wenn ich davon 8 Stunden schlafe, bleiben 16 Stunden übrig, an denen ich etwas machen kann. Das ist doch eigentlich eine ganze Menge, oder?

Aber ich kann es drehen und wenden, wie ich will, eigentlich habe ich Zeit und trotzdem habe ich keine Zeit für alles das, was ich tun möchte. Kennen Sie das auch? – Es gibt so viele Dinge, die man tun muss, die man eigentlich auch gerne tut, aber die so viel Zeit brauchen, dass man das Gefühl hat es bleibt keine Zeit mehr für das, was ich auch noch gerne tun möchte. Dieses Gefühl macht unzufrieden und unglücklich.

Was soll ich nur machen? Ich bin mir sicher, wenn der Tag 48 Stunden hätte, würde das an dem Problem auch nichts ändern, dann gäbe es einfach nur noch mehr zu tun und sonst bliebe alles beim Alten.

Ich habe schon versucht Zeit zu sparen. Ich habe mich beeilt, um schnell mit den anfallenden Aufgaben fertig zu werden, aber da blieb in mir das Gefühl zurück, ich hetze durch den Tag, und ich hatte den Eindruck, das tut mir nicht gut. Außerdem wurde die eingesparte Zeit gleich wieder von anfallender Arbeit aufgefressen und ich hatte immer noch das Gefühl keine Zeit zu haben.

Keine Zeit zu haben, das liegt anscheinend nicht daran, dass der Tag zu wenig Stunden hat, sondern es liegt daran, was ich mit der Zeit und in der Zeit, die mir zur Verfügung steht, mache.

Vielleicht hilft es mir ja, wenn ich mich auf die Worte des Predigers Salomo einlasse, der offensichtlich auch schon viel Erfahrung im Umgang mit der Zeit gesammelt hat.

Wenn er also sagt: „Alles hat seine Zeit….“, dann will ich mir das so gesagt sein lassen und versuchen auch allem seine Zeit zuzugestehen und Zeit zum Arbeiten und Zeit für Pausen einplanen. Jammern jedenfalls hilft nichts – diese Zeit kann ich getrost einsparen und für etwas anderes verwenden.

Und was hat jetzt gerade seine Zeit? Die Sommerzeit bietet sich eigentlich dazu an, das Zeit-Nehmen einzuüben, genauso wie das Zeit-Genießen: 10 Minuten in der Sonne sitzen, den Vögeln zuhören, den Wind spüren, Pause machen, die Seele baumeln lassen, das möchte ich genießen.

Ich möchte meine Zeit auf diese Weise wertschätzen, sie nicht vertreiben, sondern als etwas Kostbares achten. Und ich möchte meine Zeit teilen, mit Menschen, die ich mag.

Meine Zeit ist geschenkte Zeit. Ein Geschenk von Gott für mich. Dafür danke ich ihm jeden Tag neu und ich denke, es ist auch eine Wertschätzung dieses Geschenkes, wenn ich mir erlaube diese Zeit zu genießen.

Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen
Ihre Christine Specht

Veröffentlicht von

Team Gemeindebrief

Gemeindebriefredaktion der evangelischen Kirchengemeinde Garbenteich und Hausen/Petersweiher