Gemeindebrief Herbst 2018

Sich erinnern

Titelbild Gemeindebrief Herbst 2018
Titelbild Gemeindebrief Herbst 2018

Ich hoffe, das Titelbild unseres Gemeindebriefes hat sie neugierig gemacht. Worum könnte es in diesem Gemeindebrief wohl gehen? Um Gedichte? Um die Schulzeit? Fast richtig. Es geht um verschiedene Facetten des Erinnerns. Wer ein Poesiealbum oder auch ein Fotoalbum in die Hand nimmt, taucht in eine Zeit ein, die vergangen ist. Wenn man den Vers liest und den Namen des Menschen, der ihn aufgeschrieben hat, dann sind da auf einmal ganz viele Erinnerungen. Man erinnert sich an Schulfreundinnen und -freunde, an schöne Erlebnisse, auch an Ärger. Es fällt einem auf, was sich seitdem alles verändert hat. Wie man sich selbst verändert hat. Manchmal denkt man „Gut, dass ich das hinter mir habe.“ Ein anderes Mal seufzt man „Es war doch eine schöne Zeit.“

Erinnern tut gut. Schöne Erinnerungen machen glücklich, zufrieden und dankbar. Erinnerungen an schwere Zeiten, lassen einen daran denken, wie man mit dieser Situation zurecht gekommen ist und machen Mut, wenn es im Leben wieder einmal schwer ist. „Damals habe ich es ja auch geschafft …“ Manchem fällt auch ein, wo und wie Gott geholfen hat und das lässt ihn hoffen, dass Gott ihm auch jetzt beisteht.

Für mich ist besonders der Herbst eine Zeit des Erinnerns. Wenn die Blätter bunt werden, die Sonne noch mal warm scheint, erinnere ich mich an schöne Sommertage, an Urlaub und gute Zeit. Am Erntedankfest erinnern mich die Blumen und Früchte daran, wie gut es mir geht und dass ich allen Grund habe Gott zu danken. Im November kommen dann mit dem Volkstrauertag und dem Ewigkeits- oder Totensonntag die Tage, die mich daran erinnern, dass jeder Mensch sterben muss – auch ich. Ich denke an die Menschen, die mir fehlen und die mein Leben geprägt haben und auch an die, die in den Kriegen ihr Leben verloren haben und heute unter Krieg leiden. Ich bin dankbar, dass ich in Frieden leben kann, und weiß, das ist nicht selbstverständlich.

Schöne und schwere Erinnerungen machen mich darauf aufmerksam, was ich in meinem Leben Gott verdanke. Wo er mich begleitet, was er mir Gutes geschenkt hat. Diese Erinnerungen bestärken mich in meinem Vertrauen, dass Gott für uns da ist. Komme was wolle.

Er vergisst uns nicht, er denkt an uns. Beim Propheten Jesaja in Kapitel 49,14-16 lesen wir: „Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: Ich vergesse dich nicht. Siehe her: Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände.“

Es tut gut, sich das immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Mir gibt es jedenfalls viel Sicherheit zu wissen, dass Gott mich sieht und an mich denkt.

Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihre Christine Specht

Veröffentlicht von

Team Gemeindebrief

Gemeindebriefredaktion der evangelischen Kirchengemeinde Garbenteich und Hausen/Petersweiher