Gemeindebrief Herbst 2015

Gottes Bodenpersonal

Titelseite des Gemeindebriefes Herbst 2015
Titelseite des Gemeindebriefes Herbst 2015

Ich gehöre zu Gottes Bodenpersonal“ Dieser Satz steht in großen Buchstaben auf einer Tasse, aus der ich gerne meinen Kaffee trinke. Ich gehöre zu Gottes Bodenpersonal. Ein Smiley ist dazu gemalt: Ja, es ist schön zu wissen, dass man zu Gottes Bodenpersonal gehört.

Und dieser Satz erinnert mich zugleich immer wieder an das oft zitierte Gespräch der Kinder in der Schule zur Frage, wo Gott denn wohnt und wie weit das von uns weg ist. Und als ein Junge feststellt: „Gott wohnt im Himmel.“ Und ein zweiter anmerkt: „Kein Wunder, dass man ihn hier auf der Erde so wenig sieht!“ Da entgegnet ein Mädchen, Tochter einer Ärztin: „Gott wohnt im Himmel, ja, aber hier auf der Erde hat er seine Praxis!“

Auch wenn ich davon ausgehe, dass Gott nicht nur im Himmel wohnt, sondern auch hier bei uns auf der Erde, so finde ich doch, ist das ein treffender Gedanke, dass Gott hier auf der Erde seine Praxis hat. Dass es also Räume gibt, Örtlichkeiten, zu denen man als Mensch kommen kann in der Gewissheit, dass einem dort in Gottes Namen weiter geholfen wird. Dass es dort Menschen gibt, die für Gott arbeiten, und die den Kontakt herstellen vermitteln können. Gottes Bodenpersonal eben.

Ein anschauliches Beispiel dafür ist für mich die Geschichte vom barmherzigen Samariter, die Jesus den Leuten erzählt hat (Lk 10,30-35): Da ist der Samariter, der als einziger dem Überfallenen beisteht, der anhält, um erste Hilfe zu leisten, während alle anderen achtlos oder vielleicht auch ängstlich vorbei laufen. Dementsprechend wird dieser Samariter dann auch als gutes Beispiel dafür hingestellt, wie man sich als Mensch verhalten soll einem Mitmenschen gegenüber, der in Not ist. Eine große Hilfsorganisation hat sich sogar nach diesem Vorbild benannt: Der Arbeiter-Samariter-Bund.
Ich frage mich nur, was der Samariter wohl gewesen wäre ohne den Wirt, zu dem er anschließend den Verletzten gebracht hat. Er konnte ihn ja nicht weiter mitnehmen auf seine Geschäftsreise. Wie gut, dass der Samariter offensichtlich wusste, dass da einer in der Nähe war, zu dem er den Überfallenen bringen konnte. Von dem er wusste, dass der sich kümmern würde. Bei dem er Unterstützung erhalten konnte.

Ohne den Wirt würde die ganze Geschichte mit dem barmherzigen Samariter nicht funktionieren. Dieser Wirt ist für mich ein gutes Beispiel dafür, wie ich mir Gottes Bodenpersonal vorstelle: Es muss da sein und erreichbar. Die Menschen müssen wissen, wo sie hinkommen können. Und dort erhalten sie in Gottes Namen Hilfe und Unterstützung, damit sie ihren Weg weitergehen können. So wie der Samariter dann weiter ziehen konnte.

Beide sind wichtig: Die Menschen, die erste Hilfe leisten. (Und das haben wir ja alle mal gelernt.) Und dann das Bodenpersonal, das in Gottes Praxis vor Ort dafür sorgt, dass in Gottes Namen immer jemand da ist.
Ja, es ist gut zu wissen, dass Gott hier seine Praxis hat. Und es ist schön, wenn man dort mitarbeiten darf.
Ihr Andreas Specht

Weitere Inhalte aus dem Gemeindebrief:
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u.v.m.

Veröffentlicht von

Team Gemeindebrief

Gemeindebriefredaktion der evangelischen Kirchengemeinde Garbenteich und Hausen/Petersweiher