Gemeindebrief Frühjahr 2019

Gedanken von Marisa Mann

Titelbild Gemeindebrief Frühjahr 2019
Titelbild Gemeindebrief Frühjahr 2019

Liebe Gemeindebriefleserinnen und -leser, kennen Sie den Ausspruch: „Seid friedlich!“?
Mir ist er als Kind begegnet und ich habe ihn nach längerer Zeit an so mancher Stelle selbst gebraucht. „Seid friedlich!“.

Denn in einigen Fällen kann schon ein Wort oder sogar eine Geste einen Vulkan auslösen. Da fällt es schwer einfach darüber hinwegzuhören oder -zusehen und schon ist die kurze Zündschnur angefeuert und der augenscheinliche Frieden vorbei. Denn es gibt sie überall, diejenigen, die mit Begeisterung darauf warten, verborgen wieder ein Kämpfchen anfangen zu können. Dann ist die Provokation da und der liebe Friede gefährdet. Da hinein wird es gesprochen, das kleine Machtwort „seid friedlich“.

Beim näheren Hinsehen fällt auf, Frieden zu wahren ist nicht einfach, sich in einem friedlichen Miteinander zu bewegen nicht selbstverständlich. Sei es in unseren Familien, Freundeskreisen oder in Kirchen und Gemeinden, Stolperfallen auf dem Weg zum Frieden gibt es überall. Zerbrechlich ist er und auch oft genug viel zu leicht aufs Spiel gesetzt.

„Suche Frieden und jage ihm nach!“, fordert David im 34. Psalm. Dies ist die gewählte Jahreslosung für das schon angebrochene Jahr 2019. Doch diese Losung ist bedeutungsschwanger, denn sie geht an die Grundfesten von Beziehungsgeschehen und ist daher aktueller denn je.
Vielfach wird von Frieden geredet: „Den Frieden wahren“; „Um des lieben Friedens willen“; „Den Weg des Friedens gehen“. Und es ist gut darüber zu reden, denn die allgemeine gesellschaftliche Großwetterlage zeigt momentan eher Bruch – statt Beistand, eher die harte, kalte Schulter – statt Schulterschluss. Es zeigt sich, viele sehnen sich nach Frieden. Doch Anspruch und Wirklichkeit klaffen oft weit auseinander. Wie oft sind der neidvolle Blick auf andere oder unterschwellige Sorgen, im Leben zu kurz zu kommen, Ursachen für Streit und Auseinandersetzungen.

Daher eine tiefgründige Jahreslosung, die aber auch ein zusagendes „Machtwort“ ist. Denn sie bringt eines der facettenreichsten Worte wieder ins Gespräch: Frieden! Auf Hebräisch Schalom, was nach Gesenius und bibelwissenschaft.de u.a. „ungefährdetes Wohlergehen, Glück, Ruhe und Sicherheit“, „lebensfördernde Geordnetheit der Welt“ oder auch „Zufriedenheit“ unter dem Schirm Gottes bedeuten kann.
Renate Karnstein drückt es so aus: „ ‚Schalom‘ meint eine tiefe Sehnsucht nach einer heilen, unversehrten Welt, in der keine Gefahr mehr droht. ‚Schalom‘ ist die unverbrüchliche Hoffnung auf ein gerechtes und alle Feindschaft überwindendes Miteinander der ganzen Schöpfung.“

Der Friede bzw. ‚Schalom‘ ist also für die allgemeine Großwetterlage eine Grundfeste. Sei es also in unserer Beziehung zu Gott, in persönlichen Beziehungen oder auf der Großen Weltbühne, überall kann ein Stück des Schalom werden bzw. ich ihm nachjagen. Im Kleinen z.B. indem ich mich frage, gibt es etwas, was eine Beziehung zum Zerbrechen gebracht oder gestärkt hat? Was im Handeln lähmt oder bereichert? Oder auch im Großen mit dem kritischen Blick, tut es Not immer auf die populistischen Laute zu hören oder spitzt man doch lieber mal die Ohren für die Zwischentöne des Friedens?
Einfach ist es nicht, aber es lohnt sich. Ich selbst kann aktiv werden, mich einbringen, Frieden suchen und ihm nachjagen. So wünsche ich Ihnen und uns allen ein gutes Jahr 2019 mit vielen Begegnungen, die ein Stück von der heilen Welt Gottes auf Erden spürbar werden lassen.

Es grüßt herzlich, Marisa Mann

Veröffentlicht von

Team Gemeindebrief

Gemeindebriefredaktion der evangelischen Kirchengemeinde Garbenteich und Hausen/Petersweiher