Gemeindebrief Frühjahr 2013

Titelseite des Gemeindesbriefes Frühjahr 2013
Titelseite des Gemeindesbriefes Frühjahr 2013

Das Foto (siehe Gemeindebrief) zeigt die Garbenteicher Kirchturmuhr, sonntags um halb zehn (um 10.00 Uhr haben wir uns dann getroffen zum Gottesdienst zum Mitgehen). Sonntagmorgen, eine ganz besondere Stimmung herrscht im Dorf. Beim Betrachten des Bildes wurden Sonntagserinnerungen aus meiner Kindheit bei mir wach: sonntags gab es zwischen 8.30 und 9.00 Uhr Frühstück. Meistens mit Frühstücksei und zum Abschluss: ein Stück Kuchen.

Wie das Ei zum Frühstück, so gehörte auch der Gottesdienstbesuch um 10.00 Uhr zum Sonntag und nach dem Gottesdienst wartete unser Dackel schwanzwedelnd darauf, dass mein Vater mit ihm noch einen Spaziergang machte. Sonntag, das ist ein ganz besonderer Tag, das spürte auch unser Hund. Von Montag bis Samstag wäre er nie auf die Idee gekommen, dass mein Vater mit ihm einen Spaziergang machen könnte. Aber sonntags, da wartete der Hund ab 11.15 Uhr auf seinen Chef, der vom Gottesdienst nach Hause kam. Am Nachmittag machten wir einen Spaziergang und anschließend gab es Kaffee und Kuchen. Manchmal besuchten wir Freunde oder Verwandte oder wurden besucht, verbrachten als Familie Zeit miteinander. So war das sonntags bei uns zu Hause und der Sonntag unterschied sich in vielerlei Hinsicht von allen anderen Wochentagen.

Da war nicht nur der Gottesdienstbesuch, der ihn zu einem besonderen Tag machte, sondern er wurde auch zu einem besonderen Tag durch das, was nicht getan wurde. Am Sonntag wurde außer dem Kochen und Spülen keine Hausarbeit erledigt, mein Vater arbeitete auch nicht in seiner Werkstatt und der Sonntag war auch Hausaufgabenfrei. Die Hausaufgaben musste ich spätestens Samstag erledigt haben.

Ich genieße es auch heute noch, dass sonntags die Welt anders ist als sonst. Es ist ruhiger im Dorf, es gibt nichts, was man noch schnell erledigen kann, denn außer dem Bäcker hat kein Geschäft geöffnet. Das dienstliche Telefon klingelt nur selten und wenn, dann ist es etwas Dringendes. Gottesdienst halten ist außer dem Kochen und Spülen die einzige Arbeit, die ich mache, alles andere kann warten. Und der Gottesdienst am Sonntag, das ist nicht nur Arbeit, sondern er tut auch mir gut und ganz oft fahre ich vergnügt nach dem Gottesdienst nach Hause und denke, es war schön. Der Sonntag unterbricht wohltuend meine Alltagsroutine und ich erlebe, dass mein Leben auch noch ganz andere Seiten hat. Schön ist es, wenn ich diese Zeit mit anderen Menschen, die mir wichtig sind, teilen kann; wenn man beim Essen etwas länger sitzen bleiben und miteinander sprechen kann. Kleinigkeiten, die den Tag schön machen.

Der Sonntag als Feiertag ist eine gute und wichtige Tradition. Ob der Feiertag nun ein Sonntag oder der Sabbat ist, das spielt keine Rolle, wichtig ist, er ist frei und ein Geschenk Gottes. Im 2. Buch Mose im 20. Kapitel in den Versen 8 bis 11 ist das festgehalten:

„Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschicken; aber am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du kein Werk tun, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist.

Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was drinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn.“


Ich wünsche Ihnen noch viele gute, gesegnete Sonntage und freue mich, wenn sie sonntags um 9.30 Uhr oder 10.45 Uhr in den Gottesdienst kommen, um sich gemeinsam mit anderen auf diesen besonderen Tag einzustimmen.

Ihre Christine Specht

Veröffentlicht von

Team Gemeindebrief

Gemeindebriefredaktion der evangelischen Kirchengemeinde Garbenteich und Hausen/Petersweiher