Gemeindebrief 01/2011

„Wenn möglich, bitte wenden!“

Titelseite des Gemeindesbriefes 01/2011
Titelseite des Gemeindesbriefes 01/2011

Wenn diese Worte freundlich aber bestimmt durchs Auto tönen, macht mich das Navi unseres Autos darauf aufmerksam, dass ich umkehren muss, wenn ich das einprogrammierte Ziel erreichen will. Manchmal ignoriere ich das Navi, weil ich mir sicher bin, dass ich auf dem Weg, den ich gerade fahre, mein Ziel erreichen werde. Ich kenne da eine Abkürzung, die das Navi nicht kennt.

Manchmal, wenn ich das Gefühl habe, jetzt hast du dich verfahren, bin ich froh, wenn das Navi mich auf die richtige Route zurück bringt, dann folge ich gerne seinen Anweisungen.

„Wenn möglich, bitte wenden!“ an diese Worte unseres Navis musste ich denken, als ich vor kurzem mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden über das Kirchenjahr gesprochen habe und es um den Buß- und Bettag, die Advents- und Passionszeit ging. Die beiden Fastenzeiten im Kirchenjahr und dieser eine Tag, der seit 1995 kein bundesweiter Feiertag mehr ist, haben den Sinn uns eine Umkehr, eine Wende zu ermöglichen. In den Gottesdiensten, die in diesen Zeiten gefeiert werden, geht es darum, das eigene Leben, die Situation in unserer Gesellschaft, die Probleme der Welt in den Blick zu nehmen und dann, wenn nötig und wenn möglich, umzukehren.

Ich finde es schade, dass diese Zeiten immer mehr von anderen Dingen überlagert und uns damit mehr und mehr genommen werden. Der Buß- und Bettag wurde als Feiertag gestrichen, die Adventszeit wird mit Werbung zugeschüttet, die aus dieser Zeit eine Weihnachtseinkaufszeit macht und schon vor der Passionszeit tummeln sich die Osterhasen in den Geschäften und wir werden schon im Februar ganz auf den kommenden Frühling eingestimmt.

Ist denn Nachdenken in unserer Gesellschaft unerwünscht? Sollen wir einfach immer so weiter machen wie bisher und wie der Kurs von der Wirtschaft oder wem auch immer vorgegeben wird?

Wenn ich die Nachrichten anschaue, Zeitung lese, dann gibt es vieles, was ich mir anders wünschen würde und auch für mich und mein Leben ist es nötig, dass ich meinen Weg überdenke und dann wenn nötig und möglich wende.

Wenn Sie das auch so sehen, dann lade ich sie herzlich ein die Möglichkeiten, die unser Kirchenjahr bietet zu nutzen und in den Fastenzeiten vor Weihnachten und vor Ostern und am Buß- und Bettag einmal aus dem normalen Programm auszubrechen und sich Zeit zu nehmen herauszufinden ob und wo es in ihrem Leben möglich und nötig ist zu wenden.

Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihre Christine Specht

Veröffentlicht von

Team Gemeindebrief

Gemeindebriefredaktion der evangelischen Kirchengemeinde Garbenteich und Hausen/Petersweiher