Fern der Heimat – und wo sind Milch und Honig? Das Kindermusical 2019 nicht nur über den Auszug aus Ägypten

Das diesjährige Kindermusical – eine Welturaufführung mit der Musik von Johanna Korf und dem Text von Beate Korf – war erneut ein Augen- und Ohrenschmaus, bei dem es trotz der durchaus ernsten Thematik auch viel Situationskomik zu Lachen gab.

Ausgehend von einem handfesten Schulhofstreit zwischen Kindern ohne, mit und auch zwischen Kindern mit Migrationserfahrung, um Fleiß, Lernerfolg, Religion, Vorurteile und gegenseitige Vorwürfe, versucht die Religionslehrerin mit einer alten Geschichte Verständnis füreinander zu wecken.

Der Auszug der Israeliten aus Ägypten ist natürlich eine DER Geschichten, die für soviel Aspekte auch heutiger Fluchtgründe und Fluchterfahrungen exemplarisch ist.

Das Volk Israel leistet Sklavenarbeit zum Aufbau der Pyramiden

Angetrieben von Auspeitschern müssen die Israeliten beim Aufbau der Pyramiden Sklavenarbeit leisten – die Lage ist unerträglich. Da tritt Moses auf den Plan und fordert unter Androhung der Plagen den Pharao auf, sein Volk freizulassen – und kaum lehnt dieser ab, regnet es Frösche von der Empore (durchaus zur Erheiterung des Publikums). Es folgen weitere Plagen – der Ausgang ist bekannt: erst als es zum Äußersten, dem Tod aller Erstgeborenen kommt, darf das Israel wegziehen.

Moses führt sein Volk aus der Gefangenschaft

Doch nach dem Weg durch das Rote Meer beginnt die Flucht anstrengend zu werden und das Volk murrt und sehnt sich nach den Fleischtöpfen Ägyptens zurück. Aber Gott sorgt mit Wachteln für die Israeliten, und als es auch noch Manna gibt, haben die Israeliten den Mund so voll, dass das Musical zum Amusement aller Anwesenden erst nach dem Herunterschlucken weitergehen kann.

Moses erklärt seinem Volk die zehn Gebote

Moses erklärt seinem Volk die zehn Gebote, doch als er auf den Berg Sinai geht, um mit Gott zu reden, verlieren die Israeliten die Führung und beten das goldene Kalb an.

Moses zerdeppert wütend die Gesetzestafeln

Moses schmeißt bei der Rückkehr wütend die Gesetzestafeln zu Boden, legt aber ein gutes Wort bei Gott ein, und die Israeliten ziehen noch viele Jahre durch die Wüste, ehe sie in das Land Kanaan, in dem Milch und Honig fließen dürfen.

Und hier kehrt die Geschichte zurück in die Schule. Die Kinder sind beeindruckt, hören auf einmal Anderen zu und entdecken, dass es in ihren Religionen viele Gemeinsamkeiten gibt. Sie beschließen, zusammen ein Fest zu gestalten.

Das Publikum applaudiert anhaltend und dankt so den Mitwirkenden und dem Team. Das Thema Flucht und die Erwartungen an eine neu Heimat ist gelungen umgesetzt. Besonders ist anzumerken, dass Kinder aus ganz verschiedenen Religionen mitgewirkt haben.

Und anschließend gibt es tatsächlich das beschlossene Fest bei bestem Wetter vor der Kirche, zu dem viele weitere helfende Hände viele Leckereien vorbereitet haben.

Das Musical wurde in einer Woche Ferienspiele mit Birthe Steiß und den Teamern Rie und Julius Schöffmann einstudiert.  Die Kinder haben täglich von Sonntag bis Samstag drei Stunden geprobt, und die Kindergartenkinder hörten bereits in der ersten Ferienwoche zwei Stunden täglich die Geschichte von Moses und haben die Refrains der Lieder einstudiert – ein tolles Engagement.