Auch in dieser Zeit ist Ihre Kirche für Sie da!

Liebe Gemeindemitglieder der Kirchengemeinden Garbenteich und Hausen!

„Wann kann ich meine Enkel wieder sehen?“ „Ich sorge mich, wohin das alles führt.“ „Ich bin so viel allein.“ „Wann können wir wieder gemeinsam Gottesdienst feiern?“

Das höre ich derzeit in vielen Gesprächen am Telefon.

Familien leiden, weil mancher Besuch nicht mehr stattfinden soll. Vereine stellt das Kontaktverbot auf eine harte Probe. Schließlich ist man doch im Verein, weil dort Gemeinschaft gelebt wird.

Aber: Abstand halten, um andere Menschen zu schützen, das ist Gebot der Stunde. Wie lange das noch gilt, kann im Moment niemand sagen.

Miteinander verbunden bleiben ist jetzt für unsere Kirchengemeinde eine große Herausforderung. Doch, auch in dieser Zeit ist Ihre Kirche für Sie da!

Telefonisch, zum stillen Gebet Einzelner in der Kirche, mit dem Glockenläuten und auch im Internet. Genaues lesen Sie weiter unten.

Ich schreibe Ihnen diesen Brief als Ihr Pfarrer und im Namen meiner Kollegin, Pfarrerin Marisa Mann, sowie der Kirchenvorstände. Wir wollen deutlich machen, dass niemand in dieser aufgewühlten Zeit vergessen ist, und dass wir weiter miteinander verbunden sind.

Vielleicht haben Sie es schon bemerkt, dass täglich um 18.00 Uhr die Glocken läuten. Sie tun das übrigens in ganz Pohlheim und auch in Gießen und allen Dörfern um Gießen herum.

„Macht die Fenster auf!“ ist eine Gemeinschaftsaktion der evangelischen und katholischen Gemeinden in der Region. Fenster aufmachen – Glocken hören – innehalten – aneinander denken – füreinander beten. Das Läuten gilt auch den Nachbarn, denen das Gebet vielleicht fremd ist.

Für uns Christinnen und Christen ist die Gemeinschaft im Glauben ein zentrales Element. Wir wissen, dass „wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind“, Christus unter uns ist. Auch wenn wir einander nicht sehen und miteinander Gottesdienste feiern können, dürfen wir uns zu dieser Zeit besonders verbunden wissen.

Das Glockenläuten drückt das bei allem Abstand auf unüberhörbare Weise aus.

Ich fühle mich – wie Sie wahrscheinlich auch – Familienmitgliedern verbunden, von denen ich gerade Abstand halten muss. Doch denke ich genauso an diejenigen, die in dieser belastenden Zeit für andere da sind, beispielsweise Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger, Polizisten, Verkäuferinnen, Lkw-Fahrer. Wir werden uns in diesen Tagen bewusst, wie wichtig sonst unterschätzte und unterbezahlte Berufe für uns alle sind.

Die große weltweite Krise kann – wie auch alle persönlichen Krisen – eine Chance sein, wirklich Wichtiges wertzuschätzen, mit einem freundlichen Blick, einem herzlichen Telefongespräch, praktischer Solidarität, gelebtem Zusammenhalt, überhaupt: Nähe im gebotenen Abstand!

Ich hoffe, dass wir das in dieser Corona-Zeit entdecken und dauerhaft wertschätzen lernen.

Ich höre und lese in diesen Tagen oft: Das Virus hält die Welt im Griff.

Bei aller Sorge und ängstlichen Gedanken halte ich daran fest:

Nein! Gott hält die Welt in seiner Hand!

Ich erkenne das in der Solidarität, die jetzt an vielen Stellen aufblüht:

Jugendliche bieten ihre Hilfe Menschen an, die nicht einkaufen gehen können.

Menschen musizieren auf der Straße, vor Pflegeheimen oder stellen Videos davon ins Internet, um anderen eine Freude zu bereiten.

Restaurants bieten frisches Essen kostenlos an für die, die sich kein Essen leisten können.

Eine Floristin stellt gebundene Sträuße vor ihr Geschäft und jeder, der vorbeikommt, darf sich einen nehmen.

Viele tröstende Worte, Andachten und Gottesdienste werden ins Internet gestellt, weil wir uns nicht in den Kirchen treffen können.

Für mich ist all das die Wirkung des göttlichen Geistes.

Nicht ein Virus hat uns in den Klauen, sondern wir sind in Gottes Hand!

Auch in dieser Zeit ist Ihre Kirche für Sie da!

1. Die Kirchen in Garbenteich und Hausen sind täglich für das stille Gebet von 16-18 Uhr geöffnet. (ab 4. April)

Es liegt eine Leseandacht aus. Ich bin donnerstags in Garbenteich und dienstags in Hausen anwesend und stehe zu einem Gespräch zur Verfügung, wenn Sie das wünschen.

2. Unsere Glocken rufen täglich um 18 Uhr zum Gebet.

3. Pfarrerin Mann und ich sind für Gespräche und bei Fragen telefonisch erreichbar:

Pfarrerin Mann: 06403 – 96 31 92 | Pfarrer Teichmann: 0641-58 17 00 99

4. Wenn Sie mir eine E-Mail schreiben, können wir Sie regelmäßig über das Gemeindeleben informieren: merten.teichmann@ekhn.de

5. Auf den Internetseiten der Evangelischen Kirche finden Sie Impulse, Gebete, Videoandachten und vieles mehr. Etwa bei: giessen-evangelisch.de (Internetseite des Evangelischen Dekanats Gießen). Dort können Sie sich auch unkompliziert für einen Newsletter eintragen, der Sie zumeist einmal wöchentlich auf Neuigkeiten im kirchlichen Leben aufmerksam macht. Über unser Gemeindeleben informieren wir Sie weiter unter:

kirche-miteinander.de

Ganz herzlich grüßen auch Pfarrerin Marisa Mann und die Kirchenvorstandsvorsitzenden

Angelika Weis (Garbenteich) und Stefan Brenne (Hausen).

Seien Sie behütet!

Ihr

Pfarrer Merten Teichmann